Meine folgende Erholung

Nach drei Wochen
Abbildung 2: Nach drei Wochen

Nach drei Wochen
Abbildung 3: Nach drei Wochen

Drei Wochen nach der Operation wurde ich entlassen. Jetzt durfte ich drei Mal täglich etwa 15 Minuten mit dem Kompressionsverband herumlaufen. Das klingt nicht viel, aber es fing an, wirklich auf die Nerven zu gehen -- es dauerte 5-10 Minuten, das Bein vorher zu wickeln und das gleiche danach, um den Verband abzunehmen. Nach einer weiteren Woche lief ich etwa eine halbe Stunde drei Mal am Tag. Mit Krücken laufen ist harte Arbeit! Obwohl einfaches Sitzen fast genauso gut für den Fuß ist, allerdings nicht für den Kreislauf und die Muskulatur.

Ich mietete einen Rollstuhl, womit ich ein bisschen besser herumkommen konnte. Es dauerte eine Weile, einen zu finden, dessen Sitz hoch genug war (Ich bin 1.95m) und der die Möglichkeit hatte, das linke Bein hochzulagern. Der, den wir gefunden haben, war nicht sehr neu und war so schwer, dass meine Freundin ihn nicht ins Auto heben konnte. Glücklicherweise ist unsere Wohnung relativ rollstuhlgerecht. Am Anfang konnte ich nicht den Rollstuhl in der U-Bahn benutzen, einfach weil ich den Trick nicht beherrschte, die vorderen Räder hochzuheben, um in die Bahn zu kommen. Mit Zuhilfenahme des gesunden Beines habe ich das am Ende geschafft. Ich habe das nie perfekt hingekriegt--manchmal war der Boden des Wagens einfach zu hoch, aber irgendjemand half mir immer.

Nach vier Wochen
Abbildung 4: Nach vier Wochen

Nach vier Wochen
Abbildung 5: Nach vier Wochen

Nach vier Wochen
Abbildung 6: Nach vier Wochen

Vier Wochen nach der Operation maß ein Techniker mein Bein für einen Maß-Kompressionsstrumpf. Dieser sollte den Verband ersetzen. Da mein Bein sehr dünn und atrophiert und der Fuß ziemlich dick war, mussten sie einen Reißverschluss einbauen, und es dauerte über zwei Wochen, bis der Strumpf fertig war. Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst, dass er zu eng für den Fuß war. Der plastische Chirurg gab mir aber Mut und es war ein riesiger Fortschritt dem Verband gegenüber. Jetzt dauerte es nur eine Minute ihn anzuziehen, und zehn Sekunden, ihn auszuziehen.

Sechs Wochen nach der Op maß ein Techniker mein Bein für einen Allgöwer (Geh-apparat). Dabei sitzt ein Leder-Teil fest um den Unterschenkel mit einem Bügel unter dem Fuß, um den Fuß zu entlasten. Es dauerte eine gute Woche, bevor ich es hingekriegt habe, das eng genug zu schnüren, ohne dass es rutschte, aber nicht so eng, dass das Bein kein Blut bekam. Nachdem es bequem geworden war, war das sehr viel besser als mit Krücken laufen.

Allgöwer
Abbildung 7: Allgöwer

Allgöwer
Abbildung 8: Allgöwer

Keine Muskel!
Abbildung 9: Keine Muskel!

Die Druckstelle am Oberschenkel, die genäht worden war, hatte sich nach sieben Wochen an zwei Stellen entzündet. Die Narbe platzte sogar an einer auf. Eine kleine Stelle am Fuß entzündete sich gleichzeitig , aber nach einer Woche heilte sie ab.

Seitdem ich entlassen worden war, konnte ich von zu Hause aus arbeiten, dank eines sehr verständnisvollen Chefs und moderner Technik.

Sieben Wochen nach der Op zeigte eine Blutuntersuchung keine erhöhten Tumormarker. Ein vorsichtiger Grund zu feiern.

Manchmal scheint der Fuß grosse Fortschritte zu machen, und manchmal scheint er wochenlang keine zu machen, und das Wetter spielt eine sehr grosse Rolle dabei. Ich hatte den Fuß für eine Stunde oder mehr unten, vier oder fünf Mal am Tag.

Nach sieben Wochen
Abbildung 10: Nach sieben Wochen

Nach sieben Wochen
Abbildung 11: Nach sieben Wochen

Nach sieben Wochen
Abbildung 12: Nach sieben Wochen

Zwölf Wochen nach der Op fing ich mit einem Verbandschuh (provisorisch) an. Er sah wie ein grosser Pantoffel aus. Ein orthopädischer Schuhmacher fertigte dafür eine Einlage von gegossenem Schaumstoff. Mit einer Krankengymnastin übte ich darauf stehen (auf einer Waage) und dann laufen (mit Krücken) und dabei den Fuß mit nur 20kg zu belasten. Zurück auf Krücken! Aber mit dem Fuß am Boden ist das überhaupt nicht so anstrengend.

Bis dahin musste ich immer im Sitzen duschen, weil ich nicht ohne Kompressionsstrumpf den Fuß unten lassen durfte. Nachdem ich mit dem plastischen Chirurgen gesprochen hatte, duschte ich das erst Mal seit drei Monaten im Stehen. Sehr viel besser! Ich konnte aber sehen, wie viel der Fuß sich noch verbessern musste. Denn er fing an, anzuschwellen und wurde sehr rot. Nach der Dusche, wenn ich den Fuß nochmal hochlagern konnte, bekam er innerhalb einiger Sekunden seine normale Farbe wieder.

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