Drei Wochen im Krankenhaus

Ich war zwei Tage im Überwachungsraum. Ich glaube nicht, dass ich mich jemals so schlecht gefühlt habe. Es war so nett, meine Freundin zu sehen (oft zwei Mal am Tag).

Über die nächsten paar Tage gaben sie mir drei Bluttransfusionen. Einfache Sachen waren schwer -- ich musste eine Schüssel benützen -- sehr nett! Psychisch fand ich es schwierig, in eine Flasche zu pinkeln, während ich im Bett lag. Ich schaffte es nur, indem ich mit dem guten Fuß auf dem Boden stand, während der operierte Fuß immer noch im Bett lag. Es war auch nervig, sich im Bett waschen zu müssen.

Nach drei Wochen
Abbildung 1: Nach drei Wochen

Nach einer Woche fühlte ich mich etwas besser und konnte mich wenigstens genug konzentrieren, um länger zu lesen. Der Fuß sah unter den Bandagen wirklich dick aus und es sah auch nicht so lecker aus, wenn sie den Verband wechselten. Weder der Fuß noch die Wunde an der Schulter taten wirklich weh. Ich bekam einen Rollstuhl mit Hochlagerung für das Bein. Jetzt konnte ich mich wenigstens waschen und auf’s Klo gehen! Die Schwestern gaben uns ein Gerät, womit meine Freundin meine Haare im Bett waschen konnte. Himmel!

Sie war auch toll auf viele andere Arten. Ich bekam in den Salaten und Obst, die sie mir brachte, meinen täglichen Bedarf an Vitaminen und Mineralien -- so viel besser als das Essen im Krankenhaus. Und sie half mir, die Zeit zu verbringen mit Spielen. Die Unterstützung, die ich von ihr und anderen bekam, war toll. In solchen Zeiten findet man raus, wer die echten Freunde sind.

Zehn Tage nach der Op hatte die Schwellung sich genug zurückgebildet, so dass der Plastiker die künstliche Haut entfernen und die Wunde schließen konnte. Ich bekam auch die super Nachricht, dass Krebzellen weder im Fußgewebe noch in den Lymphknoten gefunden worden waren. Die Frage war nun, warum nichts von den im PET gezeigten Tumorresten gefunden worden war. Angeblich zeigt eine PET nicht nur Tumoren, sondern auch Entzündungen. Die PET hatte deshalb wahrscheinlich einfach nur die Wunde dargestellt. Der Tumor hatte jetzt einen neuen (dritten) Namen -- Weichteilmelanom, oder Klarzellsarcom. Das Staging für Sarcome ist ganz anders als für Melanome und jetzt, weil der Tumor weniger als 5cm und oberflächlich war, war das neue Staging deshalb pT1a mit einer sehr viel besseren Prognose. (Das “p” stand für “primär”, i.e. kein Metastase.)

Zwei Wochen nach der Op wurden die Fäden gezogen und ich konnte meinen rechten Arm wieder fast komplett bewegen. Der Plastiker nähte auch eine Drückstelle an meiner Hüfte zusammen, wo die Haut auf dem Op-Tisch weggerieben worden war. Dass sie dafür zwei Wochen brauchten war etwas ärgerlich. Die Stelle brauchte über drei Monate, um zu heilen, trotz der Fäden.

Ich durfte auch das erste Mal das Bein runterlassen. Die Krankengymnastin benutzte einen Kompressionsverband, um Blutstau im Fuß zu vermeiden. Der Verband reichte über das Knie bis zum Oberschenkel. Am ersten Tag lief ich drei Mal fünf Minuten mit Krücken rum. Ich durfte den Fuß natürlich nicht belasten.

Jetzt fühlte ich mich sehr viel besser, war aber sehr gelangweilt (ich lese gern, aber nach zwei Wochen nur das tun, wollte ich ’was anderes machen) und es kribbelte mich in den Fingern, entlassen zu werden.

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