Sind Radler Rüpel?

Immer wieder erscheinen Zeitungsartikel, deren Autoren sich über die rauhen Sitten auf unseren Straßen beklagen, an denen angeblich allein wir Radler schuld sind. Selbstverständlich muss uns daran gelegen sein, mit anderen Verkehrsteilnehmern möglichst konfliktfrei klarzukommen. Da Fußgänger ebenso wie wir umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer sind, sollten wir uns ihnen gegenüber möglichst vorsichtig und solidarisch verhalten, schließlich sind auch wir oft Fußgänger.

Die oben genannten, hetzerischen Zeitungsartikel sind allerdings meist aus der Windschutzscheibenperspektive geschrieben. Damit auch Autofahrer künftig keinen Grund mehr zum Klagen haben, schlage ich vor, dass wir uns künftig freiwillig an die folgenden Regeln halten:

  1. Zuallererst sollten wir uns an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Die Beschränkung von 50 km/h innerorts gilt laut StVO zwar nur für Kraftfahrzeuge, dennoch sind auch wir Radler gut beraten, nicht schneller zu fahren. In der Nähe von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen sollten wir nicht schneller als 30 km/h fahren, auch wenn eine höhere Geschwindigkeit erlaubt sein sollte.
  2. Beim Überholen eines Automobils halten wir den nötigen Seitenabstand ein. Besonders rücksichtsvolle Radler achten bei nasser Straße zudem darauf, dass sie das wertvolle Stück Blech beim Überholen nicht nass spritzen.
  3. Bevor wir rechts abbiegen, überholen wir überhaupt kein Auto, da der Fahrer sonst zu einer Vollbremsung gezwungen wird oder es gar einen Zusammenstoß gibt. Das Auto ist in der Regel viel wertvoller als das Fahrrad, und wir Radfahrer achten auf den geheiligten Besitz unserer Mitmenschen.
  4. Auch als mutige Radfahrer schneiden wir nicht die Kurve, wenn wir sehen, dass ein Auto entgegen kommt, denn wir wollen nicht, dass der Autofahrer um sein Leben fürchten muss.
  5. Als Radler konzentrieren wir uns auf den Verkehr. Insbesondere das Anzünden einer Zigarette oder das Telefonieren per Handy sollten wir während der Fahrt unterlassen.
  6. Auch beim Abstellen des Fahrrads verhalten wir uns rücksichtsvoll. So stellen wir das Fahrrad nicht quer zur Fahrtrichtung auf die Straße. Schließlich wollen wir nicht, dass es den Autofahrern genauso geht wie uns Radlern, wenn wir immer wieder erleben müssen, dass ein Radweg als Parkfläche missbraucht wird.
  7. Aber auch beim Abstellen des Fahrrads in der Natur sollten wir als umweltbewusste Verkehrsteilnehmer vorsichtig sein: Wenn wir das Fahrrad an einem Baum abstellen, achten wir darauf, dass wir die Wurzeln nicht beschädigen. Schließlich haben die Bäume schon genug unter dem "Druck" der weniger umweltbewussten Verkehrsteilnehmer zu leiden.
  8. Wir Radler sind gegenüber allen Mitgeschöpfen rücksichtsvoll, auch gegenüber Tieren. Auch auf zügig befahrbaren Landstraßen überfahren wir keine Igel, Hasen oder Katzen, und schon gar keine Rehe.

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