diskutieren sie die Themen dieser Seite bei Geoversum Mein Web-Log


Die Evolutionslüge?

Eine Bemerkung vorweg: Mit diesem Werk untertrifft Zillmer sich sozusagen selbst. Schlampig recherchiert und ebenso schlampig geschrieben. Und damit meine ich bei Weitem nicht sein unkonventionelles, ja regelrecht wissenschaftsfeindliches Weltbild. Es steht jedem offen, Kritik zu üben und ein besseres Modell, eine bessere These zu finden. Nur, wenn man so dick aufträgt, wie Zillmer es tut, wenn man quasi nichts geringeres erreichen will, als schlicht alle Biologen der Welt als Dilettanten zu brandmarken, die sich nicht nur auf unbewiesene Hypothesen berufen, sondern dazu auch noch Belege schlicht fälschen, dann sollte man schon sauber recherchieren. Vor allem eines sollte man aber in erster Linie; Die kritisierten Theorien am Anfang der Argumentationskette beschreiben. Mit solchen Kleinigkeiten hält sich Zillmer nicht auf. Sofort, und ohne Beschreibung der von ihm zu widerlegenden Theorien beginnt er mit spektakulären Funden. Dabei der übliche Vorwurf, es fehlen der (oder den) Evolutionstheorie(n) die Beweise. Ja, da hat er recht. Diese Rechthaben ist aber schlicht trivial, denn in einer empirischen Wissenschaft gibt es keine Beweise, sondern bestenfalls Belege. Und er übersieht, dass es sehr viele Belege für die Evolution gibt.
Da Zillmer es versäumt hat, die kritisierte Theorie zumindest ansatzweise am Beginn seines Widerlegungsversuches darzulegen, verwundert es kaum, dass er die Theorie anscheinend überhaupt nicht kennt. Dies wird bereits im Prolog mehr als deutlich. So beispielsweise die Behauptung (S. 11)

Aus einem Affen wurde nie ein Mensch.

Ja, sollte das verwundern? Das wird in der Evolutionstheorie auch nicht behauptet. Das wäre ja so, als wenn ich behaupten würde, von meinem Vetter abzustammen.

Höherentwicklung im Sinne der Theorien von Charles Darwin (S.11)

Gemäß der Evolutionstheorie gibt es keine Höherentwicklung oder gar einen Zwang zu ihr. Von keinem seriösen Evolutionsbiologen wird das so gesehen, wie Zillmer ihnen hier unterstellt. Ein Trend zu komplexeren Formen wird zwar diskutiert, er wird aber (beispielsweise in den Werken von S. J. Gould) kritisch diskutiert.

Daneben gibt es aber auch echte handwerkliche Schwächen in dem Werk. Wenn Zitate im Text im Literaturverzeichnis nicht aufgeführt werden, wenn Gattungen verwechselt werden, dann spricht das nicht gerade für eine sorgfältige Arbeit. Und wenn man den Titel mal ernst nimmt, dann wurde das Thema verfehlt. Denn der Evolutionstheorie ist es vollkommen egal, ob irgendwo im hinteren Kongo noch Neandertaler auf Brachiosauriern reiten. Und darum geht es dem Autoren, der sich im Verlaufe seines Buches sogar als „gläubiger Evolutionist“ outet auch nicht. Vielmehr soll hier die Zeit gekürzt und gestrichen werden, damit sein Held, Immanuel Velikovsky, nachträglich Recht bekommt und der Impakt an der Kreide Tertiär Grenze in einen biblischen Zeitrahmen gepresst wird. Nur mit der hier vorgelegten Schlampigkeit wird das nicht gelingen. Wer sein Werk so mit heißer Nadel strickt, der muss aufpassen, nicht als Lachnummer zu enden.

Alle Zitate stammen, soweit nicht anders angegeben, aus Zillmer, H.-J. (2005): Die Evolutionslüge, Langen Müller, München.

Die Silverbell Artefakte

So interessant die Artefakte auch sein mögen, aus der arg stilisierten Darstellung auf eine Koexistenz von Menschen und Sauriern zu schließen, halte ich für ziemlich gewagt. Ein wie auch immer gearteter Augenzeuge sollte doch wohl auch einige Details bringen können. Natürlich ist die Art der Darstellung durchaus verblüffend, aber ein Beleg? Vielleicht wollte der Urheber ja auch einen stilisierten Drachen zeigen? Immer vorausgesetzt, der Fund ist echt. Ich hege auch da immer noch Zweifel. Der wird durch die im Literaturanhang fehlenden Zitate durchaus nicht geringer. Es werden zwar großzügig ein Brent 1964 und ein Williams 2001 zitiert, aber die genaue Quelle unterschlagen. Da bleibt für mich die Frage, ob der Autor hier nur seine Leser beeindrucken will, aber eine Nachprüfung oder Weiterverfolgung des Themas unter allen Umständen vermeiden will. Die Artefakte sollen unter einer Caliche genannten Schicht gefunden worden sein, die Zillmer als „Naturbeton“ bezeichnet und die sich nach Meinung der Geologen nur langsam bildet. Also keine Chance, dass die Artefakte in jüngerer Zeit („nach Ankunft der Amerikaner“) unter diese Schicht verbracht wurden.
Schauen wir uns doch mal die Bildung einer Caliche etwas genauer an. Im Grunde ist eine Caliche (auch Calcrete genannt) nichts als eine Anreicherung von Kalziumcarbonat in den oberen Bodenschichten. Diese sekundären Carbonate können sehr harte Bänke oder Krusten an der Bodenoberfläche bilden. Ihre Bildung erfolgt immer dann, wenn die Konzentration der Bodenlösung an Kalziumhydrogencarbonat durch Wasserentzug steigt oder wenn der CO2 Partialdruck in der Bodenluft sinkt. Man unterscheidet nach der Art der Entstehung die Tagwasser- Grundwasser- Hangwasser- und Unterwasser-Carbonatisierung. In unserem Fall dürfte es sich vermutlich um eine Tagwasser-Carbonatisierung handeln, wie sie im ariden Klima recht häufig vorkommt. Und die Carbonatisierung kann ziemlich schnell gehen und eben keine langen Zeiträume benötigen. So fanden Jahn et al. (1985) in 250 Jahre alten Vulkanböden der Insel Lanzarote 1kg Sekundärkalk pro Quadratmeter. Normalerweise werden Carbonat-Akkumulationsraten aber von 0,125 bis 0,5 g/cm2/1000y für Böden der Südwestlichen USA angegeben. Dabei sticht die Gegen um Roswell – Carlsbad mit 0,5 g/cm2/1000y am oberen Ende heraus, am unteren liegen die Böden von Beaver, Utah, mit nur 0,14 g/cm2/1000y (Machette 1985).

Phantomzeitalter Tertiär

Das Tertiär scheint irgendwie allen der Pseudo-Katastrophisten ein ziemlicher Dorn im Auge darzustellen. Schon Blöss (2000) gab sich alle erdenkliche Mühe, dieses ungeliebte Zeitalter zu streichen. Allerdings scheiterte er ziemlich kläglich an seiner eigenen Planlosigkeit gegenüber der Geologie. Nun führt Zillmer die Riffe des Rheinischen Schiefergebirges auf. Die, so der Autor, würden von den Geologen immer als eindeutiger Beleg für die langen Zeiträume angesehen. Und nun, oh Graus, sind es keine Riffe mehr. Da fährt mir als konventionellem Geologen aber mächtig der Schreck in die Glieder! Sollen die Riffe doch keine miteinander verwachsenen Kolonien, sondern gewaltsam auf einander gepresste Schichten zeigen. Oh, und wo wir schon bei den schlechten Nachrichten sind: Auch in Mittelschweden, England und den Alpen soll es so sein. Nun, ich kann nicht für die Schweden und Engländer sprechen, aber in den Alpen finden sich eindeutig Riffkörper. Ich weiß ja nicht, wie der Autor Riff definiert, er scheint immer Korallenriffe zu erwarten, und sobald keine Riffkorallen sichtbar sind, ist es für ihn halt eben kein Riff mehr. Nein, so erfahren wir erschüttert, diese vorgeblichen Riffe würden anorganisch entstanden sein, aus Fasercalcit, auch Stromatactis genannt. Dieser solle optisch zwar einem Riffgerüst ähneln, aber eben katastrophisch anorganisch entstehen. Abgesehen davon, dass sie durchaus in der Lage sind, Stromatactis von Korallenriffen zu unterscheiden, gehen Geologen auch nicht unbedingt davon aus, dass alle Riffe der Erdgeschichte aus Korallen bestehen. Und genau da hellen sich die Gesichter der Geologen wieder auf und der Angstschweiß kann abgetrocknet werden. Und unsere Pseudo-Katastrophisten müssen jetzt ihrerseits Tapferkeit zeigen.

Denn Stromatactis ist weder unbekannt noch neu. Dieses Phänomen wird von vielen Riffen beschrieben (ich habe es in den Riffen der Karnischen Alpen selber besichtigen können). Und anorganisch ist dieses Phänomen auch nicht, auch wenn über die genaue Bildung im Einzelnen noch nicht alles geklärt ist. Katastrophisch ist die Entstehung jedenfalls nicht, und sie kann nicht zur Verkürzung der Zeiträume dienen. Also, was ist Stromatactis eigentlich und wie wird das Phänomen konventionell erklärt? Stromatactis haben meist eine relativ glatte und scharfe Begrenzung nach unten, hingegen zeigen sie an ihrer Oberseite meist gezackte Wölbungen. Der Boden ist meist durch feinkörniges Sediment bedeckt, das nach oben noch feiner wird.

Gemeinhin wird dieses Phänomen mikrobieller Aktivität zugeschrieben. Bakterienmatten beispielsweise. In der Geologie wird so etwas auch als mud mound bezeichnet. Eine ziemlich konservative Struktur. Dieser Rifftypus, der zumeist aus einer Gesellschaft aus Kieselschwämmen und Bakterien besteht, wächst nur sehr langsam (tut mir echt leid, keinerlei Katastrophe dabei). Dieses langsame Wachstum ist wohl auch der Grund, warum dieser Rifftypus im Verlaufe des Phanerozoikums verschwindet und durch andere Rifftypen ersetzt wird. Heute findet er sich nur in sehr kleinem Maßstab im Inneren von Riffhöhlen. Aus dem Unterkarbon sind dagegen mud mounds bekannt, die mehr als 1 km Durchmesser bei einer Mächtigkeit von mehreren hundert Metern besitzen. Mit anderen Worten: Stromatactis in paläozoischen Riffen eignet sich nicht, um die Zeit zu verkürzen. Denn diese Stromatactis und die damit verbundenen Rifftypen der mud mounds benötigen nicht weniger Zeit als moderne Rifftypen zum wachsen. Diese modernen Korallenriffe, wie wir sie kennen, sind erdgeschichtlich betrachtet eine jüngere Erfindung. Die Steinkorallen, die wir heute in unseren Riffen finden, gibt es erst seit der mittleren Trias. Davor waren ältere, heute nur fossil bekannte Korallentypen riffbildend wie die rugosen (mittleres Ordovizium bis Perm) und die tabulaten Korallen (Ordovizium bis Perm), Heliotiliden (Ordovizium bis Mitteldevon). Daneben gab es auch andere Riffbildner wie Schwämme, Bryozoen oder Muscheln (Rudisten).

Die Tatsache, dass zu verschiedenen Epochen der Erdgeschichte verschiedene Lebewesen an dem Aufbau der jeweiligen Riffe beteiligt waren, spricht deutlich gegen eine Zeitkürzung. Ein „Wegdiskutieren“ der Riffe und damit der verstrichenen Zeiten über Stromatactis erzeugt dagegen nur homerisches Gelächter. Abgesehen davon liegen die von Zillmer diskutierten Riffkomplexe zumindest nach konventioneller Ansicht auch nicht im Tertiär. Wie er aber über paläozoische und mesozoische Riffe das Känozoikum streichen will, bleibt wohl Zillmers Geheimnis.

Da hilft ihm auch das Great Barrier Reef nicht viel. Möglich, dass die Aussies den Leuten weismachen wollten, das Ganze sei über 20 Millionen Jahre alt. Nur so erstaunt waren die Fachleute wohl nicht, wie Zillmer das gerne hätte. (S. 20)

Meine Meinung wurde zum Erstaunen der Fachleute im Jahre 2001 durch eine Veröffentlichung im Fachblatt „Geology“ (Bd 29, Nr. 6, Juni 2001, S. 483-486) prinzipiell bestätigt, denn neue Analysen ergaben für das Great Barrier Reef ein jugendliches Alter von nur 600 000 Jahren – immerhin eine Verjüngung um das 33-fache.

Nun ja, klingt überzeugend, oder? Aber was steckt wirklich dahinter? Das International Consortium for Great Barrier Reef Drilling (2001) hat die Untersuchung durchgeführt. Es ging darum, die Entwicklung des Riffes besser zu verstehen, denn bis dato hatte man schlicht keinen Plan, wie und wann sich das Riff entwickelt hat. Es fehlten Bohrungen, und diesem Missstand sollte mit dem Projekt abgeholfen werden. Und ganz so überrascht scheinen die beteiligten Leute über das Ergebnis nicht zu sein, denn sie bestätigten die Vermutung von Davies et al. (1989), die auf der Basis von drei ODP Bohrlöchern und seismischen Profilen annahmen, dass zumindest die Außenzonen des Riffes nicht älter als 500 000 Jahre sind. Aufgrund der mangelhaften Datenbasis variierten dann auch die Altersschätzungen für das Riff von mehr als 500 000 Jahre (Davies & McKenzie 1993) bis rund 1 Million Jahre (Feary et al. 1993). Ich kann da wirklich nichts von angeblichen 20 Millionen Jahren erkennen, noch ein erstaunen der Fachleute. Sieht vielmehr so aus, als wenn eine konventionelle These hier durchaus ihre Überprüfung und Bestätigung erfahren hat.

OK, das schien irgendwie mehr eine Niete für die Zeitverkürzer gewesen zu sein. Aber es bleibt ja noch Hoffnung, denn auch der Himalaya soll jünger als erwartet sein. (S. 20)

Auch Gebirge werden jünger. Glimmerkörnchen aus dem pakistanischen Vorland des Himalaja wurden auf nur 36 bis 40 Millionen Jahre datiert („Nature“ 8. 3. 2001, Bd. 410, S. 194 – 197). Nach bisheriger Auffassung soll die Auffaltung des Himalaja-Gebirges bereits 20 Millionen Jahre früher erfolgt sein, also eine Verjüngung um ein Drittel.

Abgesehen von der klitzekleinen Tatsache, dass auch dieses Alter den Zeitvorstellungen Zillmers eklatant widerspricht und nun kaum als Bestätigung für seine Thesen herhalten kann, klingt das doch erstmal wieder recht überzeugend. Nach dem Motte: Die Front bröckelt. Und wenn man sich den Artikel von Najman et al. (2001) anschaut, so scheint hier tatsächlich eine Umdatierung stattzufinden. Denn die Sedimente, die hier untersucht werden, wurden bisher auf der Basis biostratigraphischer Methoden indirekt datiert. Najman et al (2001) haben dagegen jetzt Glimmerschüppchen mit der Argon – Argon Methode datiert und sind auf ein erheblich jüngeres Alter gekommen. Und das hat natürlich erhebliche Auswirkungen auf die zeitlichen und räumlichen Modellvorstellungen zur Kollision Eurasiens mit Indien. Hier werden sicher einige deutliche Modifizierungen vorgenommen werden müssen. Damit ist aber immer noch kein Weg in die Junge Erde These begonnen. Zum einen sind 35 bis 40 Millionen Jahre immer noch um Größenordnungen von den Vorstellungen entfernt, die Zillmer hat. Zum anderen ist es für die Existenz des Tertiärs als Zeitalter auch ziemlich egal, ob die ältesten Sedimente im Himalaya Vorland nun 55 Millionen Jahre alt sind oder nur 35. Aber dieser Fall zeigt uns auch deutlich, dass wir eben noch nicht alles über die Entwicklung der Erde wissen. Je mehr Fakten wir der Natur abringen können, desto besser werden unsere Modelle. Aber bis dahin werden wir noch so manches Mal unsere Vorstellungen ändern müssen. Und das ist auch gut so.

Es handelt sich also weniger um eine Zeitverkürzung, wie Zillmer gerne hätte, sondern schlicht um eine Präzisierung unserer zeitlichen Vorstellungen vom Ablauf eines Prozesses. Die 20 Millionen Jahre, die hier die frühe Faltungsphase des Himalaya sind nicht verloren. Nur weil man feststellen muss, dass eine alte Bekannte statt im Mai im Oktober Geburtstag hat, wird ein Jahr ja auch nicht verkürzt. Es ist auch nicht so, dass die Verschiebungen immer nur in Richtung jüngerer Zeiten weisen. Zillmer hat nämlich glatt etwas sehr wichtiges übersehen; Sein Hauptverdächtiger, der große Impakt am Ende der Kreidezeit, der den Chicxulub-Krater erzeugte, ist nicht etwa jünger, sondern hingegen (möglicherweise jedenfalls) älter geworden. So kamen in jüngster Zeit nämlich durchaus begründete Zweifel auf, ob diese Katastrophe wirklich am Übergang von Kreide zum tertiär stattfand, oder ob sie sich vielleicht nicht etwa 300 000 Jahre vor dieser Zeitenwende ereignet hat (Keller et al. 2003a, 2003b, 2004, Keller 2000, 2003). Autsch!

Weiterhin beschwert sich der Autor, dass die geologische Abfolge des Tertiär nirgends vollständig durchgehend zu besichtigen sei. Das ist kein Problem, zumindest nicht für konventionelle Geologen. Denn alle Abfolgen des Tertiär sind zumindest irgendwo auf der Welt zu finden. Und die Abfolgen überlappen sich weit genug, um sie in Beziehung zueinander zu setzen. Unterbrechungen passen dabei hervorragend in die Vorstellungen langer Zeiträume. Denn Sedimente lagern sich doch nur ab, wenn es etwas abzulagern gab. Im verlaufe langer geologischer Zeiträume können für einen gegebenen Ort die Bedingungen mehrfach zwischen Ablagerung und Abtragung wechseln. Bei dem von Zillmer vorgeschlagenen verkürzten Zeitraum von nur wenigen Jahren bis Jahrtausenden für die Ablagerung des Tertiär sollte die Abfolge eigentlich an vielen Stellen in guter und ununterbrochener Abfolge zu beobachten sein.

Ein Punkt, der mir weithin Rätselhaft ist, ist die leicht antiquierte Einteilung des Autoren der Gesteine in primäre und sekundäre Gesteine im Gegensatz zu tertiären. (S. 21)

Bereits der Vordenker der modernen Geologen, Charles Lyell (1833, S. 15) erkannte richtig, „dass die tertiären Formationen generell aus allein stehenden, weithin isolierten Massen bestehen, die allseits von primärem und sekundärem (also ursprünglichem Gestein, HJZ) umgeben sind. …“

Abgesehen davon, dass die Einteilung, die Lyell hier verwendet, schon seit langem nicht mehr gebräuchlich ist, ist sie von Zillmer hier auch falsch wiedergegeben. Das Primär entspricht ungefähr dem heutigen Paläozoikum (und auch älterem), das Sekundär in etwa dem heutigen Mesozoikum. Die Vorstellung leitet sich von altem Bergmannsgebrauch her, der das Primär als Grundgebirge, das Sekundär als Flözgebirge und das Tertiär als Deckgebirge ansprach. Demnach stellt zumindest das Sekundär auch kein ursprüngliches Gestein dar. Und Lyell irrt hier, denn so isoliert stehen die Gesteine des Tertiär auch nicht da. Wer schon einmal die Kliffküste von Stevns Klint beispielsweise besicht hat, findet eine gut erhaltene Abfolge von der Oberen Kreide (Sekundär) bis in das Tertiär. Getrennt nur durch den Iridiumhaltigen Fischton. Diese Aufschlüsse, wo die Grenze von Kreide zum Tertiär gut sichtbar ist, stellen für die Erforschung der Vorgänge um das Aussterben der Dinosaurier unschätzbares Material dar.

Bleiben wir bei dem klassischen Profil von Stevns Klint, denn hier zeigt sich gut, wie das beginnende Tertiär auf die vorhergehende Kreide folgt. Das Dan als unterste (also älteste) Stufe des Tertiär beginnt also mit dem bereits erwähnten Fischton, einer grau-schwarzen bis grauen Mergellage, die auch Gerölle aus umgelagerter Schreibkeide enthält. In diesem Mergel befindet sich auch die durch Alvarez et al. (1980) berühmt gewordene Iridiumanreicherung. Direkt darüber liegt der Cerithium-Kalk, eine harte, gelbliche Kalkschicht, die im Bereich des Stevns Klingt zweigeteilt ist. Im liegenden ein weißer, schreibkreideähnlicher Kalk mit grauen Mergelschlieren und darüber hart, gelblich und knollig. In dem harten Bereich finden sich auch häufig Gänge von Thalassinoides. In dem Kalk kann man verschiedentlich Fossilien finden, darunter die namensgebende Schnecke Metacerithium balticum sowie Einzelkorallen, Kieselschwämme, Krebse und Seeigel. Über dem Cerithium-Kalk kommt eine typische Abfolge von Bryozoenkalken (Stevns Klint und Grube Karlstup auf Seeland, Grube Limhamn auf Schonen sowie der Grube Dania im nördlichen Ostjütland, sowie den Kliffs Karlby-Sangstrup Klinter auf Djursland, Klim berg und Bulbjerg in Thy). Diese Bryozoenbänke stellen ein altes Bryozoenriff dar, an dem man viele verschiedene Eigenschaften eines solchen Riffs beobachten kann. Eine genaue Stratigraphie dieser Kalke wird durch Seeigelstacheln gegeben. Bryozoenriffe ziehen sich bis in das obere Dan hin, ab dem mittleren Dan kommen beispielsweise in Fakse auch Korallenbänke und Lagen mit Schlammkalk, einem sehr feinen, schreibkreideähnlichen Kalk, vor. Zumindest hier in dieser Abfolge kommt nach der Katastrophe am Ende der Kreide erst einmal wieder eine ruhigere Zeit.

Eine kleine Schlampigkeit, die hier nicht unerwähnt bleiben soll, ist die Verwechslung von Mesosauriern und Mosasauriern auf Seite 24.

An der Oberfläche der heutigen Sandwüste Sahara fand das Wissenschaftlerteam (um Gero Hilmer, Anmerkung GR) fossile Skelette von angeblich vor 130 Millionen Jahren ausgestorbenen, im Meer lebenden Mesosauriern, und andererseits in den erhalten gebliebenen kleinen Seen,…, lebende Wüsten-Krokodile.

Nun, Herr Hilmer ist vermutlich in Paläontologie erheblich bewanderter als ich, aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass er wirklich Mesosaurier dort fand, die er auf ein alter von 130 Millionen Jahre datiert. Denn die Gattung der Mesosaurier trat in den Meeren des Perm auf, vor 286 bis 248 Millionen Jahren (nach konventioneller Sichtweise). Und sie überlebten das Perm nicht. Die schlangen-ähnlichen Eidechsen der Gattung Mosasaurus hingegen bevölkerten die Meere der Kreide im fraglichen Zeitraum vor 130 Millionen Jahren. Es ist also anzunehmen, dass Hilmer Mosasaurier fand.
Eine für Zillmer bemerkenswerte Verwechslung. Und was die Mosasaurier mit den heute dort lebenden Krokodilen zu tun haben? Ich weiß es nicht. Ist es nicht wahrscheinlicher, dass diese Wüstenkrokodile eine Restpopulation aus der Zeit vor 5000 – 6000 Jahren sind? Dieser Zeitraum ist von kleinen Restpopulationen sicher überbrückbar. Im Übrigen lebten auch die Mosasaurier zusammen mit Krokodilen im Kreide Meer. Diese Krokodile gehören aber eben nicht zur selben Spezies wie die Wüstenkrokodile heute. Zu der kleinen Schlampigkeit mit den Namensverwechslungen passt dann auch wieder, dass das Zitat von Paul C. Sereno, der angeblich Kuhknochen zusammen mit Saurierfossilien fand, im Quellenverzeichnis unauffindbar ist. Warum werden bei Zillmer immer dann die Quellen unterschlagen, wenn es mal spannend wird? Eine erfrischende Frage!

Im Folgenden stellt Zillmer die These auf, dass sich das Ostafrikanischer Riftsystem zu Lebzeiten unserer Spezies gebildet hat. Leider (und auch das fasse ich unter die bereits erwähnte Schlampigkeit) bemüht er nur alte Quellen. Es ist sicher schön, J.W. Gregory zu erwähnen, der dieses Grabensystem ausgiebig erforscht hat. Aber wer auf neuere Quellen so penetrant verzichtet, dem kann auch mal etwas entgehen. So hier die „moderne“ Ansicht über die Entwicklung des Grabensystems. Ich habe mich selber nur am Rande mit der Entwicklung des Grabens befasst und auch nur mit der des westlichen, nicht des Gregory-Rifts (Ries & Passe 2005). Nach Pickford et al. (1993) erfolgte eine letzte Entwicklungsstufe des Rifts vor rund 12 – 14 000 Jahren, und damit selbst nach klassischer Sichtweise zu Lebzeiten unserer Spezies. Damals schloss sich die Beni-Pforte und der Lake Albert änderte seine Entwässerungsrichtung nach Norden, zum Nil. Auch wurde das Ruwenzori Massiv nochmals um rund 1000 m angehoben, was zu einer einschneidenden Änderung der Drainagesysteme in Westuganda führte und schließlich den Lake Victoria entstehen ließ. Einen sehr schönen und wohl immer noch aktuellen Überblick über die Entwicklung des Ostafrikanischen Riftsystems gibt Schlüter (1997).
Und auch hier stoßen wir wieder auf einen Beleg für die Schlampigkeit des Autoren: Er bringt zwar ein schönes Zitat von R.F. Flint (1947), sogar mit Seitenangabe. Nur leider, es fehlt die Quelle im Literaturverzeichnis. Langsam wird es irgendwie peinlich, wenn das so oft passiert.

Erdachskippung

Ein beliebtes katastrophistisches Szenario, nicht nur bei Zillmer, ist das der abrupten Verkippung der Erdachse. So ganz neben der Spur scheinen unsere Katastrophisten nicht zu liegen, auch in der konventionellen Geologie wird dieses als True Polar Wander bekannte Phänomen beschrieben. Nur mit dem keinen Unterschied, dass die Katastrophisten dieses Ereignis plötzlich und im wahrsten Sinne katastrophal sehen, die Geologen aber auch hier (zumindest im Vergleich mit den Katastrophisten) längere Zeiträume annehmen. Sager & Koppers (2000) beschreiben ein derartiges Event, und Zillmer nimmt den Ball natürlich gerne auf. Leider übersieht er dabei den Zeitrahmen, den Sager und Koppers dafür ansetzen, und für den sie auch nachvollziehbare Begründungen liefern. Zillmer währe also in der Pflicht, ihren Zeitrahmen detailliert zu widerlegen. Das wird aber versäumt und stattdessen Beweis durch Behauptung geliefert. Naja, wer´s mag? Noch eine Bemerkung am Rande: Zillmer gibt korrekt das Zitat in Science an, aber warum zweimal verschieden? Einmal als Science Bf. 287, 21.1.2000 S. 455-459, was ja durchaus richtig ist, und einmal als Sager/Koppers 2000. Als unbedarfter Leser ohne Zugang zur Quelle würde man das für zwei verschiedene Zitate halten, und das Letztere vergebens im Literaturverzeichnis suchen. Fassen wir aber mal Zusammen, was Sager und Koppers (2000) vorbringen. Sie fanden zwei Pole im Abstand von 16 bis 21° voneinander, die beide altersmäßig von 82 bis 86 Millionen Jahren lagen mit einem mittleren Altern von 84+/- 2 Millionen Jahren. Das macht eine Achsenbewegung von 3 bis 10° pro Million Jahre aus. Weit entfernt von allen Zeitrahmen, die Zillmer sehen will. Aber immer noch schnell genug, um gravierende Umwälzungen in der Natur hervorzurufen. Einher ging dieses Ereignis mit einer Änderung der Plattenbewegung, einer Umpolung des Magnetfeldes und großen Vulkanausbrüchen. Zweifellos unruhige Zeiten, aber ein Supergau, wie Zillmer ihn darin sehen möchte, war dieses Ereignis sicher nicht. Allerdings könnte das Ereignis, oder besser die Ursache des Ereignisses, auch für den Tod der Saurier verantwortlich sein. Eine These, die im Zuge der von Alvarez et al. (1980) losgetretenen und teilweise bereits an Hysterie grenzenden Diskussion ein bisschen untergegangen ist. Demnach war die Erde in dem Zeitraum vor der Erdachsverlagerung etwas aus dem Tritt geraten. Das Magnetfeld, das sich normalerweise relativ oft umpolt (im Mittel viermal pro Jahrmillion in jüngster Zeit), war im Verlauf der Kreide vor 120 bis ca. 85 Mio. Jahren sehr stabil. Diese 35 Millionen Jahre währende Epoche wird auch als „Superchrone“ bezeichnet. Vergleichbares ereignete sich nur noch am Ende des Paläozoikums zwischen Karbon und Perm, als das Magnetfeld sogar 70 Millionen Jahre lang seine Polarität behielt. Und bemerkenswerter Weise folgte jedes Mal in geologisch kurzer Zeit darauf ein bedeutendes Massensterben. Inwieweit die Manteldiapiere, die für den Vulkanismus kurz nach diesen Perioden verantwortlich sind und das Erdmagnetfeld zusammenhängen, wird noch diskutiert. Courtillot (1999) bietet eine interessante Zusammenfassung der Argumente. Demnach überlebten die Saurier die Verlagerung der Erdachse, aber nicht die weiteren Auswirkungen, die diesem Ereignis zugrunde lagen.

Zillmer möchte jetzt dieses Ereignis nicht nur mit dem Impakt am Ende der Kreide zusammenlegen, sondern es auch in die jüngere Vergangenheit legen, indem er das Tertiär streicht. Begründung? Weil es so schön in seine These passt. Auch eine Art der mentalen Datierung. Denn wie wir gesehen haben, hat sich das Tertiär bisher noch recht gut gegen die Zeitkürzung durch Zillmer gehalten. Von daher sollte er für seine These der Gleichzeitigkeit beider Ereignisse etwas mehr als nur ein „passt eben in meine These“ bereithalten. Und warum eine ruckartig kippende Erdachse nun die Gebirge rasch wachsen lassen sollte, wäre vielleicht auch etwas, das eine etwas eingehendere Erläuterung bedarf. Zumal die Verlagerung der Erdachse ja nach konventioneller Darstellung nicht so ruckartig war. Zillmer verliert hier anscheinend ein wenig den Boden unter den Füssen, und versucht mit einer Behauptung schnell eine weitere, phantastischere zu belegen, um mit dieser dann noch eine noch phantastischere Behauptung zu Belegen. Wenn aber eine Behauptung immer nur durch eine andere gestützt wird, gleicht es einem Koloss auf tönernen Füßen.

Als Beleg für das junge Entstehen der Gebirge wird die „frische“ Wirkung, die Steilheit der Hänge angeführt. Die Berge sollen also so jung sein, dass die Erosion noch gar keine Zeit hatte, die Hänge zu bearbeiten. Leider übersieht der Autor hier, dass es eben gerade die Erosion ist, die die Hänge der Alpen so steil hält. Und die Alpentäler liegen ja auch voller Gesteinsschutt, wie sich jeder sehr leicht selber überzeugen kann. Und ein Großteil der Abtragungsmasse des Gebirges liegt bereits vor dem Gebirge.

Und wie ist das mit den Steilküsten? Auch sie bröseln doch bedenklich. Stellen sie vielleicht Zeugnisse einer großen Flut, vielleicht der Sintflut dar? Ja, die Steilküsten sind wirklich jung. Sie sind aktive Kliffs, und ein aktives Kliff ist immer am bröckeln. Meist zeigen sie absinkendes Land an, eine Transgression. Das Meer rückt gegen das Festland vor. Dabei braucht es aber keine Sintfluten, ja noch nicht mal große Fluten. Ein steigender Meeresspiegel reicht vollkommen aus.

Wie kam denn eigentlich die Einteilung des Tertiärs zustande? Auch Zillmer stellt diese Frage, leider beißt er sich dabei auf Lyell alleine fest. Lyell ging in seinem Uniformitarismus davon aus, das alle heutigen Prozesse auch in der Erdgeschichte immer dieselben waren, und dieselbe Stärke besaßen. Eine Sichtweise, die heute in dieser verbissenen Form in der Geologie nicht mehr geteilt wird. Lyell hatte vier Gesetze des Uniformitarismus aufgestellt:

  1. Uniformität der Naturgesetze; Die Naturgesetze waren zu allen Zeitpunkten gleich
  2. Uniformität des Prozesses; Die Ursachen waren in der Erdgeschichte dieselben wie heute.
  3. Uniformität der Rate; Die Stärke der Prozesse war über die gesamte Erdgeschichte gleich wie heute.
  4. Uniformität des Status; Die Erde war immer und zu jedem Zeitpunkt dieselbe wie heute.

Die Geologen haben sehr rasch erkannt, dass zumindest die letzten Punkte so nicht ganz stimmen. Es gab immer Zeiten, in denen die Stärke der heute zu beobachtenden Prozesse verändert war. Und die Erde war auch nicht immer dieselbe wie heute, ihre Eigenschaften haben sich im Laufe der Zeit teilweise beträchtlich verändert. Man nehme nur die Akkumulation von Sauerstoff in der Erdatmosphäre und die sich daraus ergebenden geologischen Phänomene. Aber auch wenn Lyells Grundlagen seiner Einteilung des Tertiärs sich als falsch herausgestellt haben, behielt man sie in groben Zügen bei. Das Tertiär ist keine Erfindung von lyellistisch conspirativen Kreisen. Der Begriff wurde zuerst von Arduino 1760 verwendet (Oldroyd 1998).

Zillmer stellt die Frage (S. 31):

Warum ist bisher nur von Meerestieren in tertiären Schichten die Rede? Wenn sich im tertiär doch die Säugetiere entwickelt haben sollen? Warum spielen Fossilien von Landtieren keine Rolle?

Das ist eine gute Frage. Noch besser wäre die Frage, warum Zillmer es vermieden hat, mal in ein Lehrbuch für historische Geologie zu schauen. Bei Brinkmann (1991, S. 272 f.) beispielsweise hätte er erfahren, dass die Säugetiere für die Stratigraphie kontinentaler Ablagerungen eine sehr zentrale Rolle spielen.

Superfluten

Das Thema der Superfluten ist zweifellos interessant. Zeigt es doch, dass Lyells harte Sicht des Uniformitarismus definitiv nicht richtig ist. Es gab zu manchen Zeiten große Steigerungen der heute wirksamen Kräfte. Leider stellt Zillmer auch hier den Stand der Geologie falsch dar. (S. 34)

Victor R. Baker (Universität of Arizona in Tucson) bestätigt im Fachblatt Science, dass die Geologen ein Wirken von Superfluten ignorieren, da sie „davon ausgehen, dass Schluchten und Täler über dir Jahrtausende von den langsamen Kräften des Windes und des Wassers geformt wurden. Dass die gesamte Landschaft des pazifischen Nordwestens innerhalb von Stunden durch ein einziges Ereignis neu gestaltet wurde, lag außerhalb der Vorstellungen der Geowissenschaftler.“ (Science, 29.3.2002, Bd. 295, S. 2379-2380)

Lieder ist dass nur eine sehr verfälschte Darstellung. Mit keinem Wort bezichtigt Baker (2002) hier die Geowissenschaftler der Ignoranz oder des übersehend von Superfluten. Noch dass sie blind dem Prinzip von Lyell folgen. Er beschreibt methodische Probleme beim Studium der Superfluten und übt nicht zuletzt Kritik an Lyells falsch verstandenem Uniformitarismus und wie sich die Geowissenschaften von dieser einschränkenden Sichtweise befreiten. Nicht zuletzt dank dem sowohl bei Baker (2002) als auch in dem direkten Zitat bei Zillmer genannten J. Harlen Bretz, der fast sein gesamtes Leben die Missoula Flut erforscht hat (Bretz (1923, 1959, 1969). Schließlich besuchte die International Association for Quartenary Research 1963 des Gebiet im Rahmen eines Treffens und schickte ein Telegram an BRETZ mit den Worten:` Von jetzt an sind wir alle Katastrophisten´. Eine sehr schöne Zusammenfassung seines Kampfes gegen das geologische Establishment gibt Ager (1993, S. 19 - 22). Damit ist zwar noch lange nicht alles geklärt, aber die Superfluten sind aus der Geologie nicht mehr zu streichen. Vielleicht sind und waren trotz allem (auch schädlichen) Einfluss des Lyell´schen Uniformitarismus weite Teile der Geowissenschaften katastrophistischer als mancher glauben mag. Denn wenn man genau hinschaut, findet sich immer wieder ein deutlicher Hang zu Katastrophen bei so manchem alten Geologen.
Und heutzutage spielen kurzfristige Ereignisse eine deutliche Rolle in der Geologie, wie ja auch die vielen Beispiele zeigen, die Zillmer hier in seinem Werk aufführt. Ja, man könnte fast zu der Überzeugung kommen, die Geologen hätten sich in diverse große und kleine Katastrophen verliebt. Eine Entwicklung, die zwar manches Mal zu recht seltsamen Auswüchsen führt, aber sicher noch für so manche Überraschung in den nächsten Jahren gut ist.

Lassen wir also die Erforschung der diversen Fluten und Tsunamis draußen vor. Ich kann hier recht gut mit Zillmer leben, auch wenn ich durchaus nicht seine Sichtweise teile. Denn eines bleibt bei ihm unbefriedigend; Wenn er die diversen und (zumindest nach konventioneller Sichtweise) unzusammenhängenden Ereignisse straffen und ursächlich verknüpfen will, bleibt ihm eine Menge Detailarbeit. Er muss ja nicht nur die Datierungen und Ursachen der konventionellen Geologen widerlegen, sondern auch seine eigenen belegen. Und da herrscht bei ihm immer noch Schweigen im Walde. Was mag ihn nur aufhalten? Denn es ist jedem offen, hier Feldforschung oder Quellenstudium zu betreiben, um seine Thesen zu untermauern.

Was mich zu seinen Versuchen bringt, die konventionellen Datierungen zu widerlegen. (S.37)

Das anscheinend geringe (von radiokarbondatierten Muschelschalen eines Tsunamis, GR)Alter ist wahrscheinlich noch zu hoch. Radiokarbondatierungen ergeben oft Phantasiezahlen. Im Wissenschaftsmagazin „Science“ (Bd 141, 16.8.1963, S. 634 – 637) wurde dokumentiert, dass eine mithilfe der Radiokarbonmethode datierte Molluske (Weichtier) ein Alter von 2300 Jahren besaß. Der kleine Schönheitsfehler war nur, dass dieses Tier noch lebte! In einem anderen Fall ergab die Untersuchung ein Alter von 27 000 Jahren. Aber auch in diesem Fall handelte es sich um ein lebendes Exemplar („Science“, Bd. 224, 6. 4. 1984, S. 58 – 61).

Nun, das scheint auf den ersten Blick sicher gegen die Methode zu sprechen. Und in den beiden Artikeln wurde auch auf eine Falle beim Datieren mit der Radiokarbonmethode hingewiesen. So genannte Reservoir-Effekte. Bei dem letztgenannten Artikel („Science“, Bd. 224, 6. 4. 1984, S. 58 – 61") wurden Schnecken der Spezies Melanoides tuberculates datiert, die einen bestimmten Lebensraum bewohnen. Artesische Quellen im südlichen Nevada. Das Wasser dieser Quellen stammt aus einem Grundwasserleiter, der paläozoische Kalk löst. Daher ist das Wasser der Quellen an dem radioaktiven Isotop 14-C verarmt. Schnecken, die den im Hydrogencarbonat gebundenen Kohlenstoff dieses Wassers in ihre Schalen einbauen, werden daher zu wenig 14-C haben. Die Messung zeigt, dass Schnecken und auch andere im Wasser lebende Wesen einen Großteil ihres Kohlenstoffes aus dem Wasser aufnehmen und daher anfällig für diese Reservoir-Effekte sind.

Kommen wir jetzt zu einem Punkt, der mich absolut fasziniert. Ob unbeabsichtigt oder nicht, Zillmer hat hier auf Seite 39 sein coming-out als bekennender Evolutionist:

Die Entwicklung neuer Spezies und damit die Besiedlung neuer Lebensräume gehen unter verschiedenen Vorraussetzungen (Isolation, Klimaänderung, Umweltbedingungen) relativ schnell vonstatten. Unter den Augen staunender Biologen vollzog sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts innerhalb von Jahrzehnten die Wandlung des Hellen Birkenspanners zu einer erblich schwarzbraun gefärbten Variante, die sich der durch Ruß und Staub verschmutzten Umwelt anpasste. Die Fälle liegen nicht immer so einfach, aber entsprechend entwickelten sich aus braunen Bären und roten Füchsen relativ schnell weiße Varianten in der Arktis.

Hier klingt Zillmer fast so, wie jedes Lehrbuch über Evolution. Ernsthaft, was er hier beschreibt und mit Beispielen von Artentstehung aus den einschlägigen Fachzeitschriften (Hendry et al. 2000) oder populären Journalen garniert (Spektrum der Wissenschaft 6.9.1999), stellt nichts anderes dar als Evolution. Also genau das, was er noch im Buchtitel als „Lüge“ bezeichnet und dessen Prinzipien er im Umschlagtext als „falsch“ betrachtet.

Die hier beschriebene Weise, wie Arten sich bilden bzw. eine Art sich aufspalten kann, nennt sich allopatrische Artbildung (Ridley 1992 S. 150 f.), und liest sich dort so:

Gemäß der allopatrischen Theorie verläuft die Artbildung folgendermaßen. Beginnen wir damit, dass es nur eine Art mit kontinuierlicher geographischer Verbreitung gibt. Aus irgendwelchen Gründen werden dann einige Mitglieder der Art vom Rest geographisch isoliert, […]. Was auch immer der Grund sein mag: eine kontinuierliche Population muss sich jedenfalls aufspalten. Auf der nächsten Stufe der allopatrischen Artbildung müssen die beiden Populationen verschiedene evolutionäre Änderungen in verschiedenen Umwelten durchmachen: sie divergieren. Wenn sie genügend divergiert sind, werden sie als verschiedene geographische Rassen und schließlich als unterschiedliche Arten klassifiziert.

Wer hätte jemals gedacht, dass Zillmer so überraschen kann? Bezüglich des Titels seines Buches würde ich aber feststellen, dass er sein Thema wohl absolut verfehlt hat.

Die Bezeichnungen Diluvium und Alluvium für das Pleistozän und das Holozän gehen auf die englischen Geologen William Buckland (1784 – 1856) sowie von W. D. Conybeare and W. Phillips, Geology of England and Wales in 1822. Buckland, neben allerlei exzentrischen Angewohnheiten und einem ausgeprägten Hang zum Bizarren, versuchte die biblische Sintflut in der Geologie nachzuweisen. Er hatte den Lehrstuhl für Geologie in Oxford inne und war wohl der einflussreichste Geologe des beginnenden 19. Jahrhunderts in England. Wie viele Geologen seiner Zeit hatte er Theologie studiert und war Kanonikus der Christ Church. Einer seiner Schüler, der eigentlich zum Jurastudium aus dem schottischen Kinnordy estate nahe Kirriemuir gekommen war, fand durch die Vorlesungen von Buckland zur Geologie; Charles Lyell. Auch wenn dieser den katatstrophistischen, der Tradition Cuviers folgenden Thesen nicht so viel abgewinnen konnte. Lyell als Schotte hatte mehr einen Hang zu den Ideen von Hutton und dessen Uniformitarismus.

1839 besuchte Buckland Louis Agassiz in der Schweiz. Hier ließ er sich davon überzeugen, dass die heutigen Gletscher der Alpen einstmals erheblich größer waren. 1840, nach einem Treffen der British Association in Glasgow, zogen beide los, um auch in Schottland Spuren der Gletscher zu finden. Buckland erkannte damals, dass viele Spuren, die er der Sintflut zugeschrieben hatte, in Wirklichkeit auf die Tätigkeit von Eis zurückgehen. Buckland gelang es infolge dessen sogar, Lyell vorübergehend davon zu überzeugen.

Kommen wir also nach einem Ausflug zu den „Kirchenvätern“ wieder zu den kleinen Schlampigkeiten von Zillmer zurück. Zu den schnellen Schüttungen des Cromer Komplexes auf Seite 40 fehlen sämtliche Zitate im Literaturverzeichnis. Weder Körber (1962) noch Liedke (1995), noch Rutte (1958) und Rutte (1990) sind aufgeführt. Wozu also zitieren, wenn man die Quellen nicht angibt? So etwas verstärkt den Eindruck der Nachlässigkeit, ja eben Schlampigkeit. Und warum sollte es nicht schnelle Schüttungen geben? Was ist daran so überraschend? Und was hat die Geschwindigkeit, mit der ein Sediment abgelagert wird, mit dessen Alter zu tun? Fragen über Fragen.

Wie wenig sich Zillmer mit der Geologie und ihrer Geschichte befasst hat, zeigt er immer wieder gerne. So auf Seite 41 und 42 die Behauptung:

Bis fast zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden einerseits deren (der geologischen Schichten, GR) Entstehung auf konkrete Ereignisse (Überflutungen, Vulkanausbrüche, Erdkrustenverschiebungen, Hangrutsche) bezogen, andererseits im Gegensatz dazu – seit Einführung der geologischen Zeittafel – wird die Bildung der Sedimentschichten unter Voraussetzung einer (langsamen) Sedimentationsrate als Erdzeitalteruhr (in unlösbarer Verbindung mit der Evolution) interpretiert. Die Bildung geologischer Schichten ist aus dieser „modernen“ wissenschaftlichen Sichtweise abstrakt gesehen eine Funktion langer Zeiträume und nicht das Ergebnis von kurzzeitigen Ereignissen.

Auch wenn Zillmer dieses Mantra gebetsmühlenartig in jedem seiner Werke wiederholt, es wird nicht richtig. Natürlich ist es einfacher, schnell ein Strohmännchen aufzubauen, um es dann genüsslich abzufackeln. Allerdings macht man sich bei allzu exzessivem Gebrauch davon zum Hampelmann. In dieser Darstellung ist so gut wie alles falsch. Sicher, die frühen Gelogen Cuvier´scher Schule sahen überall das Wirken von sogenannten Katastrophen und Lyell wollte überall immer nur sehr schwache Kräfte wirken lassen. Beide Seiten liegen zu einem guten Teil falsch. Dass hatten die Geologen schon recht frühzeitig bemerkt. Bretz und seine Missoula Flut hatte ich ja schon angeführt. Dass bestimmte Ereignisse Schichten rasch bilden können, ist in der modernen Geologie allgemein bekannt und wird auch in der Natur an vielen Orten nachgewiesen. Beispielsweise sind die Schichten vieler Flysche der Alpen aus mehr oder weniger mächtigen Turbiditen gebildet. Trübeströmen, wie sie auch in heutiger Zeit manchmal den Kontinentalhang in die Meeresbecken hinabrasen. Jeder Turbidit, ein Ereignis von bestenfalls einigen Stunden, hat eine deutliche Schicht hinterlassen. Die Beispiele lassen sich von historischen und prähistorischen Vulkanausbrüchen bis zu Tsunami und Sturmschichten führen. Ager (1993) gibt hier einen interessanten Überblick. Und die Geologische Zeittafel? Die wurde doch von Evolutionisten angelegt? Nein, auch das nicht. Buckland habe ich ja schon erwähnt. Und auch andere Einheiten der Tafel wurden von Leuten angelegt, die von Evolution noch nie etwas gehört hatten. Die Meisten waren angehörige der Kirche und glaubten sowohl an die Schöpfung als auch an die Sintflut. Beispielsweise Reverend Adam Sedgewick (1785 – 1873), der zusammen mit Sir Roderick Impey Murchison 1835 das Kambrium etablierte. Später, 1839, etablierten die beiden auch noch das Devon. Murchison beschrieb 1835 auch noch das Silur und 1841 das Perm. John Phillips (1800 – 1874), der Neffe des William Smith (der mit der geologischen Karte), nannte die Zeitalter Kambrium, Silur, Devon, Karbon und Perm als Paläozoikum. (Das Ordovizium kam erst später hinzu) und die Epochen Trias, Jura und Kreide als Mesozoikum. Die Abfolgen des Jura in England gingen auf die Arbeit seines Onkels, William Smith zurück, der die erste geologische Karte angefertigt hat.

Ob nun, wie Zillmer auf S. 42 behauptet, in der Geologie wirklich ein Neo-Katatsrophismus durchsetzt? Sicher ist, dass in den letzten Jahrzehnten das Gleichförmigkeitsdenken eines Lyell zunehmend (mehr als es eh schon war!) unter Druck geriet. Man erkannte an vielen Orten der Welt, dass es Zeiten gab, in denen die wirkenden Kräfte sich deutlich von den heutigen unterschieden. Und zwar sowohl in ihrer Stärke als auch in ihre Art. In diesem Licht erscheint Zillmers Feststellung also nicht mehr allzu überraschend. Abgesehen davon wurde in der Geologie eigentlich immer ein mehr oder weniger offener Katastrophismus gepflegt.

Sehr lustig finde ich die Anmerkung, dass auch Zillmer die Konstanz, also die Unabänderlichkeit der Arten, vertritt. Genauso wie sie auch Cuvier vertreten haben soll. Nun denn, aber auf S. 39 scheint der lieben Zillmer wohl ein wenig vom Glauben abgefallen zu sein.

Und warum der Neo-Katastrophismus der Geologen nun ein Widerspruch zur Gleichförmigkeit von Charles Lyell sein soll, wie Zillmer richtig feststellt, ist leicht ersichtlich. Nur warum daraus den heutigen Geologen ein Problem erstehen soll, wenn sie sowohl der heutige Version der Gleichförmigkeit (=Aktualismus) anhängen, ist nicht plausibel. Denn ein rascher Blick in verschiedene Standardwerke der Geologie hätte helfen können, diesen vermeintlichen Widerspruch aufzuklären. Denn heutzutage wird Gleichförmigkeit so verstanden, dass die heute gültigen Naturgesetze auch in der Vergangenheit gültig waren. Das beispielsweise vor 100 Millionen Jahren ein Vulkanausbruch oder ein Meteoriteneinschlag grundsätzlich nach denselben Gesetzen ablief wie heute. Und wenn man die heutigen Vulkane erforscht, kann man eben auch die Vulkane der Erdgeschichte besser verstehen. Darum erforschen Geologen auch so intensiv die heutigen Ablagerungsräume. Denn aus den dabei erkannten Gesetzmäßigkeiten lassen sich gute Rückschlüsse auf die Bildungsbedingungen von Sedimenten in ferner Vergangenheit schließen. Dabei ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass in der fernen (oder manchmal auch gar nicht so fernen) Vergangenheit manche Prozesse in weit stärkerem Maße beteiligt waren, als sie es heute sind.

Ein bisschen seltsam ist Zillmers Kreidethese auf S. 43 und den folgenden Seiten, zumindest wenn man sich ein wenig mit der Schreibkreide und deren Fossilien beschäftigt hat. Denn so rätselhaft ist die Kreidebildung nun wirklich nicht. Auch wenn wir heute sicher keine ausgedehnten Kreidemeere mehr haben. Sicher, in der Kreide finden sich nur wenige Spuren terrestrischer Sedimente, aber was soll daran nun rätselhaft sein. Das kommt bei pelagischen Sedimenten ( also Sedimenten des offenen Ozeans) durchaus vor, besonders wenn sie in fern jeglicher Abtragungsgebiete vorkommen.
Aber gegen Zillmers katastrophische Bildung, die er in seinem Werk propagiert, sprechen viele Befunde der Kreide. Wenn nämlich große Flutwellen die Kreide aufgetürmt haben soll, wie können dann die in den Kreideablagerungen zu findenden Wohnbauten von Bodenlebewesen der Kreidemeere erklärt werden? Sie sprechen nämlich eher für eine konventionelle Bildung der Kreide, schön Schicht für Schicht. Eine Schichtung jedoch lässt sich meist nicht mehr erkennen, weil die in dem Sediment lebenden Wesen dieses Sediment so intensiv zerwühlt haben, dass jegliche Schichtgrenzen verschwimmen. Wenn man die Kreide jedoch mit einem kontrastverstärkenden Mittel tränkt, lassen sich oft noch Reste der ursprünglichen Schichtung erkennen. Valeton (1959, 1960) fand auch Bänder in der nordwestdeutschen Schreibkreide, die auf vulkanische Tätigkeit zurückzuführen sind. Für die Rügener Schreibkreide ermittelte Herrig (1996) eine Sedimentationsrate von rund 35 mm /1000 Jahre. Die Bildungsbedingungen der Rügener Schreibkreide werden ausführlich in Reich & Frenzel (2002) beschrieben.

Jungspund Grand Canyon

Natürlich bringt auch Zillmer ein altes Lieblingskind amerikanischer Kreationisten gerne an; den Grand Canyon. Und wieder soll er sich nicht langsam nach konventioneller Sichtweise, sondern katastrophisch schnell gebildet haben. Dabei kommen ihm einige neuere Forschungsergebnisse zu Hilfe. Demnach sollen die Inner Gorge und der Marble Canyon nur noch rund 700 000 Jahre alt sein. Begründet wird das mit dem Zusammenbruch von Lavadämmen, die durch angrenzende Vulkane gebildet wurden. Mittlerweile kann eine ganze Serie von Fluten (mindestens 5 zwischen 100,000 und 525,000 Jahren) nachgewiesen werden. Viele der Eigenschaften der Inner Gorge sind passen durchaus zu einer raschen Entstehung unter katastrophischen Bedingungen.
Das sind sicher einige neuere Erkenntnisse, die unser Verständnis von der Entstehung des Grand Canyons stark verändern werden. Es zeigt sich hier, dass wir eben noch lange nicht alles wissen, und dass es auch an schon lange erforschten Naturwundern immer wieder neues zu entdecken gibt. Nur eines zeigt sich hier nicht; Ein junges Alter für den Grand Canyon, das auch nur annähernd in den Zeitrahmen von Zillmer passt. Und es gibt viele Merkmale am Grand Canyon, die gegen eine Entstehung durch einen oder einige katastrophische Superfluten sprechen. Dazu müssen wir uns vergegenwärtigen, welche Merkmale wir bei einer Schlucht erwarten würden, die durch eine Flutwelle gegraben wurde:

  • ein weites und relativ flaches Bett an stelle eines engen und scharf begrenzten Grabens, zumal wenn es in verfestigte Gesteine gegraben würde.
  • Damit einhergehend ein anastomosierendes (verflochtenes) Bett
  • Grobes Sediment am Boden der Schlucht, Sedimente wären, zumindest bei jüngerem Alter, unverfestigt
  • Stromlinienförmige Inselrelikte

    Der Grand Canyon zeigt alle diese Merkmale nicht. Im Gegenteil, er zeigt, zumindest im oberen Bereich ausgeprägte Meander, welche man bei einem katastrophischen Entstehen nicht erwarten würde. Der Colorado River hat im Bereich des Grand Canyon Nebenflüsse, die rechtwinklig einmünden und ebenso tief wie der Hauptcanyon sind. Eine Flut würde kein derartiges Muster bilden. Zillmer führt als Beleg für ein junges Alter des Grand Canyon die angeblich fehlenden Sedimente des Colorado River an. Die Sedimente sind alle im Bereich seines Delta zu finden. Und dort geben sie Zeugnis von seinem Alter jenseits der Zillmerschen Zeit vorstellungen. Denn der Colorado River besitzt ein recht ausgeprägtes Delta, bei dem die älteren Sedimente bereits von der St. Andreas Störung nach Norden verschoben wurden (Winker & Kidwell 1986).

    Auch das Beispiel des Mt. St. Helens und des bei bzw. kurz nach dem Ausbruch entstandenen Toutle River Canyon, der laut Zillmer wie ein Grand Canyon 1:40 aussehen soll, spricht nicht für einen insgesamt jungen Grand Canyon. Denn es zeigen sich bei näherer Betrachtung einige gravierende Unterschiede zwischen den Toutle River Canyon und dem Grand Canyon.

  • Die Sedimente des Mt. St. Helens waren unverfestigt, als der Toutle River Canyon gebildet wurde. Der Grand Canyon hat sich in stark verfestigte Sandsteine, Kalke und metamorphe Sedimente der Vishnu Gruppe eingegraben.
  • Die Wände des Toutle River Canyon zeigen oftmals ein Gefälle von 45°, die des Grand Canyon hingegen fallen oft fast senkrecht in die Tiefe (Soviel zum Thema „Modell des Grand Canyon“).
  • Auch der Toutle River Canyon wurde nicht in einem einzelnen Ereignis gegraben. Der Toutle River hat über einen längeren Zeitraum an der Entstehung gearbeitet
  • Die Wasser entlang des Mt. St Helens flossen über ein steileres Gefälle als die des Colorado. Dadurch kann das Wasser eine sehr viel stärkere erosive Kraft entwickeln.

    Auch die These, die Zillmer uns hier zur Entstehung des Ayers Rock auftischen will, hat mit der geologischen Wirklichkeit nur sehr am Rande zu tun. Wie will Zillmer die dafür notwendigen Sandmassen in seine unterirdische Drainageschale bekommen? Und warum zeigen die Sandkörner des Ayers Rock dann so deutliche Spuren von Erosion, sprich Abrollen? Jedenfalls sind diese Eigenschaften der Sandkörner des Ayers Rock ziemlich unverträglich mit den Vorstellungen, sie könnten aus dem Bereich der unteren (Zillmer S. 48) Erdkruste stammen.
    Und die glatte Oberfläche? Würde die nicht für eine Entstehung „aus einem Guss“ sprechen, wie Zillmer sie vorschlägt? Nein, auch die tut das nicht. Im Gegenteil, die Oberflächengestaltung des Ayers Rock zeigen deutlich Spuren von Erosion, Sogenannte Karren, Rinnen oder saugnapfartige Löcher, die bei flacher und nicht zu stark geneigter Oberfläche entstehen und Zeugnis geben von der erosiven Tätigkeit des Wassers. Nein, der Ayers Rock besteht aus Sandstein. Sandstein ist ein sedimentäres Gestein und entsteht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in der unteren Erdkruste. Beim Ayers Rock handelt es sich um einen recht großen sogenannten Inselberg aus präkambrischem Sandstein, der sich über die Ebene erhebt. Er ist ein Zeuge der Gesteine, die in früheren Zeiten das Land bedeckten, und die heute von der Verwitterung abgetragen sind. Die Karren an seiner Oberfläche sind Spuren der Verwitterung. Ebenso seine glatte, oft wie geschliffene Oberfläche.
    Der Sand des Berges erzählt seine eigene Geschichte von der Verwitterung und Abtragung sehr alter Gebirge. Würde der Berg wirklich wie von Zillmer aus der unteren (!) Erdkruste an die Oberfläche gestiegen sein, dann wären die Sandkörner kaum abgerundet. Der Berg würde nicht hauptsächlich aus Quarz bestehen, sondern viel Feldspat und andere, dunkle Minerale enthalten. Der hohe Quarzgehalt des Sandsteines ist ebenfalls eine Folge der Verwitterung. Von den meisten der in den Gesteinen enthaltenen Minerale ist Quarz eines der beständigsten. Feldspäte, Amphibole, Pyroxene und Glimmer unterliegen sehr viel früher der Verwitterung als der Quarz. Das ist auch einer der Gründe, warum der Sand an den Stränden so viel Quarz, aber meist kaum andere Minerale enthält, wenn man einmal von Sonderfällen absieht.

    Frisch hinterlassen

    Im Nordwesten Alaskas wurde 1961 eine Ansammlung von Dinosaurier-Knochen in unversteinertem und nicht mineralisiertemZustand gefunden. Es dauerte 20 Jahre, bis sie als Knochen von Entenschnabel- und Horndinosauriern identifiziert wurden („Journal of Paleontology“, Bd 61/1, 1986, S. 198 – 200; vgl. Geological Society of America, „abstract programs“, Bd 17, S. 548).

    (Zillmer 2005, S. 53)

    Nun, was soll uns das wohl sagen? Natürlich eines, dass die konventionelle Zeitskala der Geologen nichts stimmt, denn wie sonst könnten Knochen wohl all die lange Zeit seit der Zeit der Dinosaurier bis heute überstehen, ohne zu versteinern? Aber schauen wir uns doch erstmal die Quelle an. Davies (1987) beschreibt kurz die Fundumstände. Demnach hat ein R. L. Liscomb 1961 die Knochen am Ufer des Colville River gefunden, als er in Alaska für die Shell Oil Company gearbeitet hat. Shell hatte die Knochen dem Texas Memorial Museum zur Verfügung gestellt. Erst 1984 gelangten Geologen des USGS in die Gegend, um weitere Knochen zu bergen. Es wurden Knochen von bis zu 9 Individuen gefunden, aber es ist keine Identifizierung unterhalb des Familienlevels möglich. Der Punkt, auf den Zillmer sich augenscheinlich bezieht, ist die Bemerkung von Davies (1987), dass die von Liscomb gefundenen Knochen in bemerkenswert gutem Erhaltungszustand seien, bräunlich gefärbt, nur wenig beschädigt und wenig permineralisiert. Das Wort „little permineralisation“ unterscheidet sich allerdings selbst bei weitester Übersetzung von _nicht_ mineralisiert. Und vor allem bedeutet es noch lange nicht „frisch und unversteinert“. Denn „Permineralisation“ steht hier nicht für den Prozess der Fossilisierung, sondern für diagenetische Prozesse. Damit ist die Ausfüllung der feinen Porenräume innerhalb der Knochenstruktur gemeint und Umkristallisation der Knochensubstanz. Mit anderen Worten: Die Knochen waren sehr gut erhalten, die Knochenstruktur nur sehr wenig verändert. Und das ist unter guten Erhaltungsbedingungen durchaus auch über lange Zeiträume möglich. Jeder Paläontologe wünscht sich derartige, nur wenig veränderte Fundstücke. Denn jede Veränderung, jedes umkristallisieren, jedes Ausfüllen von ehemals vorhandenem Porenraum verändert die Struktur des Fundstückes und verwischt dabei wichtige Spuren. So wie jeder Kriminologe einen möglichst ungestörten Tatort vorfinden will, so wollen die Paläontologen möglichst unveränderte Funde, um daraus Hinweise auf die lange vergangenen Lebewesen und deren Lebensweisen zu erlangen.

    Aber Zillmer hat ja außer diesem wohl doch recht arg strapazierten Beispiel noch viel Spektakuläreres zu bieten. Und auch das wollen wir uns mal genauer ansehen, wenn auch aus Zeit- und Platzgründen nur Auszugsweise. Es soll aber als Hinweis verstanden werden, wie in den von mir als pseudowissenschaftlich bezeichneten Werken durch selektives Zitieren und verdrehen von Auszügen beteiligten Wissenschaftlern das Wort im Mund umgedreht wird. So beispielsweise die Sache mit der DNA aus den Knochen von Dinosauriern (S. 55):

    Im anerkannten Wissenschaftsmagazin „Science“ (Bd 266, 18.11.1994, S. 1229 ff) wurde ein kaum beachteter Artikel veröffentlicht. Knapp unter der Oberfläche eines Kohlenflözes in Price (Utah) wurde ein angebliche 80 Millionen Jahre alter Dinosaurier-Knochen gefunden. Aus diesem gewann Scott R. Woodward DNA! Wie lange kann diese DNA überhaupt erhalten bleiben? Eiweiß verdirbt innerhalb weniger Tage, abergenetisches Material soll sehr lange Zeiträume, zigmillionen von Jahren überstehen?
    Nun, zum einen ist Eiweiß und DNA durchaus etwas sehr verschiedenes, so dass man die Eigenschaften beider Stoffe nur sehr schwer vergleichen kann. Möglicherweise ist Zillmer das ja irgendwie entgangen, oder er hat im Biologieunterricht nicht ganz aufgepasst. Wahrscheinlich aber ist ihm dieser Unterschied durchaus bewusst, nur er geht davon aus, das seinen Leser den Unterschied nicht kennen. Nun, wie auch immer, Zillmer vermengt hier zwei höchst unterschiedliche Stoffe. Denn wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, können Eiweiße an der Luft(!) schnell verderben. Desoxyribonukleinsäure, kurz DNA, ist erheblich stabiler.
    Eiweiß besteht aus sogenannten Aminosäuren. Es handelt sich um so genannte Makromoleküle. Aminosäuren haben eine basisch reagierende Aminogruppe und eine saure Carboxylgruppe. Sie tragen daher sowohl positive als auch negative Ladung. Das befähigt sie, sich unter Wasserabscheidung miteinander zu verbinden. Dabei können lange Ketten von Aminosäuren entstehen, die Polypeptide. Erreicht die Kette eine bestimmte Länge, dann beginnt sich die Kette in Falten zu legen, die durch schwache Bindungen (wie beispielsweise Wasserstoffbrücken) innerhalb der Kette gehalten werden. Man spricht jetzt von einem Protein oder Eiweiß. Desoxyribonukleinsäure ist hingegen anders aufgebaut. Sie gehört zu den Nukleinsäuren, sie ist aus Ketten von Nukleotiden aufgebaut. Jedes Nukleotid besteht aus einer Base (entweder Adenin, Guanin, Cytosin oder Thymin) und dem Zucker Desoxyribose und Phosphorsäure. Schon daran kann man unschwer erkennen, dass es sich bei den beiden Stoffen um unterschiedliche Dinge handelt, und man das Verhalten des einen nur sehr schwer mit dem des anderen vergleichen kann. In diesem Fall scheinen Fragmente von DNA wohl durchaus einige Millionen Jahre zu überstehen, wenn die Bedingungen entsprechend gegeben sind.

    Wie seriös manche Kreationisten und / oder Zeitschrumpfer vorgehen, wird auf der selben Seite von Zillmer recht eindrucksvoll, wenn vermutlich auch unfreiwillig demonstriert.

    Zwei verschiedene Wissenschaftlerteams aus Amerika unter der Leitung von H. R. Miller bestimmten das Alter von fossilen Knochen eines Arcanthosaurus aus der Gegend des Paluxy River in Texas anhand von C-14 Datierungen und Messungen mit einem Massenspektrometer .[…] Das Ergebnis widerspricht den gängigen Vorstellungen der Evolution, denn für die Knochen wurde ein Alter von nur 36 500 bzw. 32 000 Jahren ermittelt. Nachmessungen mit zwei verschiedenen Massenspektrometern ergaben sogar ein noch geringeres Alter von 23 700 bzw. 25 750 Jahren. (Zillmer S. 55-56)

    Ein klassischer Fall von falschen Vorraussetzungen, falschen Methoden und einem Zweck; Das Ergebnis vorwegzunehmen, dass alle Datierungen eh Mist sind. C-14 Altersdatierungen sind nur bis zu einem vom benutzten Massenspektrometer abhängenden Maximalalter möglich. Dieses Maximalalter stellt den Wert dar, an dem die Menge des radioaktiven Kohlenstoffes nicht mehr vom Hintergrund unterscheidbar ist. Interessanterweise liegen gängige Maximalalter von Massenspektrometern in dem von Zillmer angegebenen Bereich von 35 – 65 000 Jahren. Bei älteren und weniger empfindlichen Geräten auch darunter. Gehen wir also davon aus, das die bei Zillmer angegebenen Alter eben diese Maximalalter der Geräte darstellen, dann sagen sie nichts anderes aus, als das die untersuchte Probe mindestens dieses Alter hat. Über das wahre Alter kann demnach mit dieser Methode keinerlei Aussage gemacht werden. Und daher wird diese „Datierung“ wohl auch kaum einen von Zillmer so herbeigesehnten „Paradigmenwechsel“ notwendig machen. Es sei denn, er versteht darin das Paradigma, sich endlich über Grenzen und Möglichkeiten der eingesetzten Methoden ausreichend zu informieren.

    Ähnliches gilt für die Blutspuren, die man bei einem Fossil eines Tyrannosaurus rex in der Hell Creek Formation gefunden hat.

    Ein Tyrannosaurus-Fossil aus den Rocky Mountains von Montana enthielt zur Überraschung der Paläontologen noch etliche offenbar intakte Zellen sowie gut erhaltenes Weichgewebe und elastische sowie dehnbare Blutgefäße, nachdem man fossilierte Knochensplitter in Säure eingeweicht hatte. (Zillmer S. 56)

    Eine etwas verkürzte Darstellung, wenn man die Diskussion bedenkt, die sich an den Fund von Schweitzer et al. (2005) anschloss. Denn es gibt durchaus Alternativen zu der Darstellung von Schweitzer et al. (2005) auch wenn die Autoren dies in ihrem Artikel nicht bzw. nur sehr am Rande erwähnen. So hat man Protozooenzellen in 225 Millionen Jahre altem Bernstein gefunden, mit Zellkernen. Bei genaueren geochemischen Untersuchungen hat sich dann aber sehr schnell herausgestellt, dass der vermeintliche Zellkern längst durch das Harz ersetzt worden war. Vergleichbares kann auch sehr häufig bei Graptolithen, einer ausgestorbenen Lebensform beobachten, die in rund 440 Millionen Jahre alten Gesteinen zu finden ist. Häufig sind diese Fossilien noch flexibel, auch wenn der ursprüngliche Stoff, aus dem sie bestanden, längst durch andere ersetzt worden ist. Es ist also absolut fraglich, ob es sich bei dem Fund um organisches Gewebe handelt. Und damit ist die Frage hinfällig, wie lange dieses unversteinert erhalten bleiben kann. Zumal das Gewebe aus dem Fund eben nicht unversteinert geblieben war.
    Zumal die von Schweitzer et al. präsentierten Dinoknochen mit zu den am besten datierten Fossilien ihrer Gattung gehören. Denn sie wurden nicht aufgrund ihres Aussehens, oder ob sie „frisch“ oder „fossilisiert“ erschienen datiert, sondern mit verschiedenen (!) radiometrischen Methoden.

    Folgende Datierungen sind über die entsprechenden Schichten der Hell Creek Formation bekannt.

    Material Methode Anzahl der Proben Ergebnis in Mio Jahren
    Tektite 40Ar/39Ar 47 64 – 66
    Biotit + Sanidin K - Ar 12 64,6 +/- 1
    Biotit + Sanidin Rb-Sr Isochron (26 Messungen) 1 63,7 +/- 0,6
    Zirkon U-Pb Concordia (16 Messungen) 1 63,9 +/- 0,8

    Damit wird das Alter des Knochens durch vier verschiedene Zerfallsreihen an drei verschiedenen Mineralen gestützt. Wenn also in dem Knochen wirklich organisches Material war, dann wird es das entsprechende Alter haben. Oder vereinfacht gesagt: Die An- oder Abwesenheit von organischem Material in einem Fossil ist nicht tauglich, um das Alter des Fossils abzuschätzen.

    Seit ewigen Zeiten

    Eines der in den pseudowissenschaftlichen Schriften zu beobachtenden Dingen ist das ewige Aufwärmen von lange erledigten Geschichten. So auch bei Zillmer in dem vorliegenden Werk. Dass Zillmer zurückliegende Diskussionen ignoriert und mit verbissener Ignoranz an Mythen festhält, hat er ja bei der Paluxy River Geschichte bereits zur Genüge gezeigt. Und hier setzt er noch einen drauf. Wird uns doch in diesem Kapitel die alte Geschichte von dem angeblichen Plesiosaurier erneut vorgesetzt, den ein japanischer Trawler angeblich 1977 gefangen hat. (Zillmer S. 57 f.)

    „Im Jahre 1977 holte ein japanisches Fischerboot einen fast zehn Meter langen Kadaver aus 250 m Tiefe herauf. Diese im Verwesen begriffene mysteriöse Kreatur war ungefähr zwei Tonnen schwer, besaß eine Wirbelsäule und vier gleich große Flossen, jeweils zwei vorne und hinten, und einen flossenlosen Schwanz. Der Kopf saß auf einem langen Hals. Nachdem mehrere Fotos gemacht wurden und eine Gewebeproben entnommen wurde, die keinerlei Übereinstimmung mit Hai oder Wal ergab, warf man das Tier wieder in den Ozean.“

    Und da erwischen wir Zillmer bei einer eiskalten Lüge. Denn die Gewebeprobe ergab eine sehr deutliche Übereinstimmung mit einem Hai, und zwar mit einem Riesenhai. Entwirren wir mal kurzerhand die Geschichte, stellvertretend für viele andere in Zillmers Buch. Am 25 April 1977 befand sich das japanische Fischerboot Zuiyo-maru rund 30 Meilen östlich von Cristchurch, Neuseeland, als aus rund 250 bis 300 m Tiefe ein ca. zwei Tonnen schwerer Kadaver an Bord gehievt wurde. Zuerst wurde er für den Überrest eines Wales gehalten, aber als er sich an Bord befand, waren sich die Fischer nicht mehr ganz so sicher. Dem Assistant Production Manager Michihiko Yano gelang es, eine Gewebeprobe sowie Fasern einer Flosse zu nehmen, den Kadaver grob zu vermessen und Fotos zu machen. Die Vermutung, es könnte sich um einen Plesiosaurier oder ähnliches handeln, geht zum Teil auf besagten Michihiko Yano zurück, der später eine skizzenhafte Zeichnung seines Fundes machte, die eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit diesen heute als ausgestorben geltenden Wesen hat.
    In Japan kam sogar eine Briefmarke zu diesem Ereignis heraus, die einen Plesiosaurier zeigte. Um es kurz zu machen, manche Wissenschaftler vermuteten schon früh einen Riesenhai hinter der mysteriösen Kreatur, denn Riesenhaie, die zweitgrößten lebenden Fische, zerfallen nach ihrem Tod auf recht eigentümliche Weise, und schon mehrfach hatten ihre Kadaver die Menschen genarrt und wurden als „Seeschlangen“ angesehen. Und zum Glück gab es doch die Proben, die Michihiko Yano geistesgegenwärtig genommen hatte. Betrachten wir zunächst die hornartigen Fasern aus der Flosse. Sie waren nadelartige harte Strukturen mit einer durchscheinenden, braunen Farbe (Kimura et al. 1978), und sie ähnelten den Ceratotrichia, den Strahlen von Haiflossen, speziell denen von Riesenhaien, auf eine bemerkenswerte Weise (Abe 1978). Die Untersuchung der Aminosäuren der Gewebeproben zeigte ebenfalls eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Elastoidin. Elastoidin ist ein collagenähnlicher Stoff aus Haien und Rochen, der hingegen in Reptilen nicht zu finden ist, nicht mal in anderen Fischen. Besonders deutlich wurde die Übereinstimmung noch, wenn man die Referenzproben von Haien mit einem ähnlichen Antiseptikum behandelte, mit denen man auch die Gewebeproben des Kadavers vorher behandelt hatte. Um genau zu sein, waren die Proben des Kadavers und die Referenzproben von Riesenhaien bei allen getesteten 20 Aminosäuren nahezu identisch. Damit fällt Zillmers Behauptung, sie hätten keinerlei Übereinstimmung mit Haien gezeigt, in sich zusammen. Aber auch noch weitere Beobachtungen deuten auf einen Riesenhai hin. So zeigten die Fasern eine charakteristische Schrumpfung um ca. 1/3, wenn sie in Wasser bei 63°C erhitzt wurden, und dehnten sich beim abkühlen wieder aus. Dieses Verhalten ist typisch für Elastoidin.

    Elektronenmikroskopische Untersuchungen zeigten ebenfalls eine Übereinstimmung mit Elastoidin von Haien, ebenso Untersuchungen mit dem Gaschromatographen. Kimura et al (1978) schlossen aus den Untersuchungen der Fasern, dass es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Riesenhai gehandelt hat, denn nur diese besitzen ein vergleichbares Elastoidin.

    Betrachten wir doch mal die Anatomie des Kadavers, immerhin hatte sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit einem Plesiosaurier. Hatte sie das wirklich??

    Obata & Tomoda (1978) nahmen den Hals des Tieres in Augenschein, wie er sich auf den Fotos zeigte, und sie kamen auf eine Anzahl von 6 bis 7 Wirbeln, was mit den Vermessungen von Yano (150 cm) gut übereinstimmt. Leider passt das aber zu keinem bekannten Plesiosaurier, bei denen selbst die als kurzhalsig bekannten Arten mindestens 13 Wirbel besaßen. Hingegen (man ahnt es schon) passt die Wirbelzahl hervorragend zu Riesenhaien. Der Kopf wurde als „Schildkrötenähnlich“ beschrieben. Auch das passt zu den bekannten Überresten von Riesenhaien, hingegen überhaupt nicht zu den bekannten Plesiosauriern.
    Auf den Fotos kann man Flossenstrahlen erkennen, Plesiosaurier hingegen sollten dort Knochen haben. Haie hingegen haben Flossenstrahlen, wie die meisten anderen Fische auch. Vergleichbares gilt für die Rückenflosse, die bei Haien vorkommt, die aber allen bekannten Plesiosauriern fehlt.

    Es gibt noch eine Menge weitere Beobachtungen, die auf einen Riesenhai hindeuten, und die nicht zu einem Plesiosaurier passen. Wie kommt es dann, dass ein zerfallender Kadaver eines Riesenhaies so viele Mensche so zum Narren halten kann? Das liegt an der relativ ungewöhnlichen Art, wie er zerfällt. Er verliert dann relativ rasch seine Kiefer, die nur recht lose mit dem Körper verbunden sind. Der übrige Kopf sieht dann so aus, als wenn ein sehr kleiner Kopf auf einem langen Hals sitzen würde. Auch die Schwanzflosse, besonders der untere Teil, der nicht von der Wirbelsäule unterstützt wird, und die Rückenflosse können vom eigentlichen Körper abfallen. Und was dann übrig bleibt, ähnelt schon ziemlich gut einem Plesiosaurier, so gut, dass sie manchmal als Pseudoplesiosaurier (Cohen 1982) bezeichnet werden.

    Zeitimpakt Eiszeit

    Es gibt ja bekanntlich unveränderliche Konstanten in dieser Welt. Einer davon begegnen wir in diesem Kapitel. Zillmer möchte unbedingt, auf Biegen und Brechen, das Zeitalter der letzten Eiszeiten schrumpfen lassen. Das kann er handhaben, wie er will, schließlich ist jedem selbst überlassen, was er glauben will und was nicht. Problematisch wird es aber immer dann, wenn die Fakten mit Gewalt so verbogen werden, dass sie in die geliebte These passen. Und just so hält Zillmer es auch hier. Abgesehen davon, das mal wieder die „alten und authentischen Karten“ einer angeblichen eisfreien Antarktis angeführt werden. Hier übersieht Zillmer aber, dass auch vor der offiziellen Entdeckung der Antarktis möglicherweise Seefahrer schon ihre Bekanntschaft gemacht haben könnten. Und dass auf mittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Karten gerne eine Terra incognita australis eingetragen wurde, da man diese hypothetische Landmasse dort vermutete, um eine Symmetrie der Kontinente zu erhalten. Dieses ganze Thema wurde schon ausgiebig anlässlich der Piri Reis Karte abgehandelt und würde hier etwas zu weit führen.

    Viel interessanter und für die Arbeitsweise so mancher Pseudowissenschaftler bezeichnend ist hier wieder das Beispiel des selektiven und verzerrenden Zitierens (Zillmer S. 60, hervorhebung Zillmer):

    Nach der Interpretatio von Jack Hough, erschienen im Fachblatt „Journal of Geology“ (1950, Bd 58, S. 154 ff) der Universität von Chicago, zeigen Bohrkerne während des Zeitraumes von der Gegenwart bis vor 6000 Jahren „eiszeitliche“ Meeressedimente. In den davor liegenden 9000 Jahren, also bis vor 15 000 Jahren, bestehen die Sedimente nach dieser Untersuchung aus Schichten von feinkörnigen, der Größe nach sortierten Ablagerungen. Sie stammen aus eisfreien (gemäßigten) Zonen und wurden von Flüssen ins Meer verfrachtet.

    Ich habe mir mal ein Exemplar dieses alten Artikels besorgt. Naja, was soll ich sagen, Das steht da so nicht drin. Schauen wir doch mal genauer bei Hough (1950) nach; Zillmer bezieht sich augenscheinlich auf einen Kern, der dort Log N-5 genant wird. Hough beschreibt ihn (und hier ist Zillmer noch korrekt) als feinkörnig glaziales Sediment bis vor 6000 Jahren. So weit, so gut. Es geht weiter mit 6000 bis 15 000 Jahren. Hier ist das Sediment feinkörnig und deutet auf Abwesenheit von Eis hin. Nur bedeutet Abwesenheit von Eis eben nicht unbedingt eine Warmzeit oder gar gemäßigtes Klima, von Flüssen ist hier auch noch nicht die Rede. Im Gegenteil, Hough vermutet in einem gröberen Korn sogar Hinweise auf Eisberge. Und damit ist der Kern auch noch nicht fertig, auch wenn der Rest Zillmer naturgegeben nicht unbedingt ins Programm der Zeitverkürzung passt. Denn der Zeitraum von 15 000 bis 29 500 Jahren wird nämlich wieder von glazialen Sedimenten abgedeckt, von 30 000 bis 40 000 weisen wieder feinkörnige Sedimente auf eisfreie Bedingungen hin, nachdem die Zeit von 40 000 bis vor 133 000 Jahren erneut durch glaziale Sedimente geprägt wurde. In der Zeit davor, also 133 000 bis 173 000 Jahren war die Gegend eisfrei, wobei Hough in vereinzelten gröberen Lagen wieder Hinweise auf Eisberge sieht, nachdem in der Zeit von 173 000 bis 350 000 Jahren glaziale Sedimente abgelagert wurden. Es folgt eine eisfreie Zeit von 350 000 bis 420 000 Jahren mit rhythmischer Ablagerung von feinkörnigerem Material. Der Rest der Kerns, die Zeit, die Hough mit rund 420 000 bis 460 000 Jahren angibt, war die Gegend wieder vereist mit glazialen Sedimenten.

    Ja, wenn diese Quelle sich also bei genauem Betrachten so verweigert, wie sieht es dann mit der Fliege aus, die in der Antarktis gefunden wurde (Zillmer, S. 60). Wenigstens die sollte doch für eine warme Antarktis stehen, denn Fliegen können im Eis doch nicht überleben. Ja, das können sie wohl nicht. Die Fliege (Ashworth & Thompson 2005) ist eine kleine Sensation, denn bis dato nahm man an, das höhere Fliegen diesen Kontinent niemals besiedelt hätten. Die einzige Frage, die noch zu klären wäre, ist die, ob diese Fliege aus einer ursprünglich auf Antarctica beheimateten Population ist, die durch die wachsenden Eisschilde in der Zeit zwischen 34 bis 22 Millionen Jahre vor heute langsam an den Rand des Aussterbens geriet, oder ob sie aus einer Population stammt, die eventuell in einer wärmeren Phase in der Zeit zwischen 17 und 3 Millionen Jahre vor heute (ja, die soll es da durchaus gegeben haben) Antarctica von Süd Amerika aus kolonialisiert hat.

    Nebenbei hat Zillmer dann ab S. 62 wieder seine „Lieblinge“ in der Mangel; Eisbohrkerne. Klar sie stehen ja auch in direktem Widerspruch zu seiner These der Zeitverkürzung. Also dürfen sie um alles in der Welt keinen längeren Zeitraum repräsentieren. Soweit, so gut. Schließlich darf ja jeder seine Thesen aufstellen, wie er will und dann nach entsprechenden Belegen suchen. Problematisch wird es nur, wenn dabei die konventionellen Sichtweisen so stark entstellend wiedergeben werden, dass sie nur mehr Karikatur sind. Du genau das geschieht mit den Eisbohrkernen. Und die auch bei den Datierungen der Kerne auftretenden Verfeinerungen sind immer noch um Größenordnungen von allem entfernt, was Zillmer für seine These benötigt.
    Langer rede, kurzer Sinn: Wie werden die Eisbohrkerne denn nun in Wirklichkeit datiert? Nun, da gibt es mehrere Methoden, die alle auch ihre Schwächen und Begrenzungen haben. Fangen wir mit den jahreszeitlichen Schichten an. Schön, wenn wir sie erkenne können, das macht das auszählen natürlich sehr einfach. Leider ist die Natur meist nicht gewillt, ihre Geheimnisse so offen darzulegen. Daher benötigt man Marker, die sich jahreszeitlich (z.B. mit der Temperatur) ändern. Da bieten sich dann die beiden Sauerstoffisotope 16O und 18O an. Das hübsche an ihnen ist, dass Wasser mit dem schwereren Isotop, also H2(18O) bei der Verdunstung gerne seinem leichteren Bruder H2(16O) den Vortritt lässt. Und es kondensiert auch schneller wieder aus als die leichtere Variante. Daher ist Wasserdampf an 18O verarmt, und auf seinem Weg in die Arktis, beispielsweise Grönland, verarmt es stetig mehr. Dieer Vorgang hängt stark von den herrschenden Temperaturen ab, so dass der Schneefall im Winter stärker an H2(18O) verarmt ist als im Sommer. Leider neigen die Isotope mit der Zeit dazu, durch Diffusion die Schichten zu verschmieren. Wenn möglich, lassen sich auch vulkanische Aschen oder Säurelagen als Marker verwenden, sofern die Alter der entsprechenden Eruptionen bekannt sind. Die Methode, auf die sich Zillmers Kritik stützt und die möglicherweise (sehr wahrscheinlich) an den Verjüngungen der Eiskerne beteiligt ist, beruht auf Eisströmungsmodellen. Und da ist es eigentlich nur zu erwarten, dass mit einer Verfeinerung der Modelle auch Verfeinerungen an den daraus abgeleiteten Altersdatierungen zu erwarten sind.

    Aber selbst 110 000 Jahre (S. 63) sind für Zillmer immer noch jenseits des rettenden Ufers. Also bleibt ihm nichts anderes Übrig, als eine alte (und längst widerlegte!) Geschichte ans Tageslicht zu zerren.

    Anhand der Notlandung von acht Flugzeugen am 15. Juli 1942, die 47 Jahre später aus dem Eis geborgen wurden (…), kann man nachweisen, dass das Eisströmungsmodell nicht stimmt. Die Maschinen standen auf denselben Koordinaten, wo sie damals notlandeten.(…)Außerdem hatten Eiszeitfachleute (Glaziologen)berechnet, dass die Flugzeuge von zwölf Meter Eis überdeckt sein sollten. In Wirklichkeit waren es 54 Meter Eis und zusätzlich 24 Meter sehr harter Firn, also insgesamt 78 Meter – das 6,5 fache der Prognose. (Zillmer 2005, S. 63-64)

    Nun ja. Was soll man darauf sagen? Zillmer biegt sich anscheinend mal wieder die Fakten zurecht. Denn die Maschinen befanden sich absolut nicht an ihren ursprünglichen Koordinaten, sondern rund 2 km von diesen entfernt. Und ob die erstaunten Forscher wirklich Glaziologen gefragt haben? Möglicherweise nicht, denn die hätten sicher schnell darlegen können (Die Klimadaten sind ja durchaus vorhanden), dass sich die Flugzeuge in einer Gegend in Grönland befanden, wo pro Jahr mehr als 2 Meter Eis hinzukommen. Die Flugzeuge befanden sich nahe der Küste auf einem resch bewegenden Gletscher, die Eiskerne werden hingegen in stabilen Eisschilden geborgen. Zillmer will die 78 m Eisüberdeckung auf den über 3000 m langen Eiskern hoch und kommt auf ein Maximalalter von nur 1818 Jahre. Er vergleicht damit einen Gletscher an der Ostküste mit den Verhältnissen in Zentralgrönland (was ungefähr so ist, als wenn ich den Regenfall in Hamburg nehme, um in Rom das die Niederschlagsmenge anzusagen). Und er entwirft so ein recht unpassendes Eisstömungsmodell, welches er lieber erst mit den jeweiligen örtlichen Verhältnissen für die betreffenden Eiskerne überprüfen sollte. Was Herrn Zillmer zu der Behauptung verleitet hat,, die NGRIP-Eisbohrung hätte über dem felsigen Untergrund des Eiskernes rötliches Schlamm vermischt mit Kiefernnadeln, Baumrinde und Gras gefunden, ist mir schlicht ein kleines bisschen rätselhaft. Zumindest die beiden angegebenen Zitate geben dafür nichts her. Eines (Andersen, 2004) findet sich nicht im Literaturanhang (man ahnt es ja bereits), das andere (Nature Bd. 431, vom 9. September 2004, S. 147 – 151) schweigt sich zu einem derartigen Fund aus. Muss Zillmer jetzt schon Funde erfinden, um seine kruden Thesen zu stützen?

    In Wirklichkeit geht es bei beiden Zitaten (die im Übrigen identisch sind) und die Tatsache, dass die Eiskerne uns etwas über das Ende des letzten Interglazials, des Eem verraten, und wie die letzte Eiszeit begann. Dabei hat Zillmer eine kleine Sensation des Artikels glatt übersehen. Stellen doch Andersen et al. 2004 fest, dass sich die Höhe des grönländischen Eises auch während des Eem nich wesentlich von der heutigen unterschieden haben kann, auch wenn es während der Hochzeit des Eem rund 5 °C wärmer als heute war (Andersen et al. 2004).

    Literatur

    Abe T. (1978): What the giant carcass trawled off New Zealand suggests to an ichthyologist. In Sasaki T, (hrsg): Collected papers on the carcass of an unidentified animal trawled off New Zealand by the Zuiyo-maru. Toyko: La Society franco-japonaise d'oceanographie, 1978. S. 79-80.

    Ager, D. (1993): The New Catastrophism. The importance of the rare event in geological history. Cambridge University Press, Cambridge, 231 S.

    Alvarez, L.W., Alvarez, W. Asaro, F., Michel, H.V. (1980): Extraterrestrial cause for the Cretaceous -Tertiary extinction. – Science 208, S. 1095 – 1108.

    Andersen, K.K. & the greenland ice core project members (2004): High Resolution record of Northern Hemisphere climate extending into the last interglacial period. - Nature Bd. 431, vom 9. September 2004, S. 147 – 151

    Ashworth, A.C.A. & Thompson, F.C. (2005): A fly in the biogeographic ointment. – Nature Vol 423, S. 135 – 136.

    Baker, V.R. (2002): The Study of Superfloods. – Science, Bd. 295 S. 2379-2380.

    Blöss, C. (2000): Der Ceno-Crash: Neue Überlegungen zum Ursprung und Alter des Menschengeschlechts. ITW, Berlin.

    Bretz, J. H. (1923): The channeled scablands of the Columbia Plateau. Bul. geol. Soc. Amer. 59, 635-648.

    Bretz, J. H. (1959): Washington´s Channeled Scabland.Washington Division of Mines and Geology, Bull. 45, pp. 57.

    Bretz, J. H. (1969): The Lake Missoula floods and the channeled scabland. Jl. Geol. 77, 505-543.

    Brinkmann, R. (1991): Abriß der Geologie, Band 2: Historische Geologie. Bearb. Von Karl Krömmelbein. 14 Aufl. Enke, Stuttgart,

    Buckland, W. (1823): Reliquiae diluvianae. John Murray, London. Reprinted 1978 by Arno Press, New York.

    Buckland, W. (1836): Geology and mineralogy considered with reference to natural theology. Vols. I, II. (In Bridgewater Treatise Series). William Pickering, London.

    Cohen D. (1982): The encyclopedia of monsters. New York: Dodd, Mead and Company.

    Courtillot, V. (1999): Das Sterben der Saurier – Erdgeschichtliche Katastrophen. - Enke Verlag, Stuttgart, 136 S.

    Davies, K.L.(1987): Duck-bill dinosaurs (Hadrosauridae, Ornithischia) from the north slope of Alaska. – Journal of Paleontology, Bd. 1/61, S. 198 – 200.

    Davies, P.J. Symonds, P.A., Feary, D.A. Pigram, C.J. (1989): The evolution of carbonate platforms of northeast Australia. In. Crevello, P.D. et al.: Controls of carbonate platform and basin development. Society of Economic Palaeontologists and Mineralogists Spec. Publ. 44, p.233 – 258.

    Davies, P.J, McKenzie, J.A. (1993): Controls on the Pliocene-Pleistocene evolution on the northeast Australian Continental Margin. In McKenzie J.A., Davies P.J. et al.: Proceedings of the Ocean Drilling Program. Scientific Results, College Station, Texas, ODP, p. 755-770.

    Feary, D.A., Symonds, P.A., Davies, P.J., Pigram, C.J. & Jarrard, R.D. (1993): Geometry of Pleistocene facies on the Great Barrier Reef outer shelf and upper slope, seismic stratigraphy of Sites 819, 820 and 821. In McKenzie J.A., Davies P.J. et al.: Proceedings of the Ocean Drilling Program. Scientific Results, College Station, Texas, ODP, p. 327-351.

    Jahn, R., Gudmundson, T, Stahr, K. (1985). - Catena Suppl. 7, p. 87 – 97.

    Hendry, A.P., Wenburg, J.K., Banzten, P., Volk, E.C., Quinn, T.P. (2000): Rapid Evolution of Reproductive Isolation in the Wild: Evidence from Introduced Salmon. – Science, Bd. 290, S. 516 – 518.

    Herrig, E. (1996): Revision der Ostrakoden (Crustacea) der Schreibkreide (Unter-Maastrichtium) der Insel Rügen/Ostsee. – Greifswalder Geowissenschaftliche Beiträge 3: 21-28.

    Hough, J. (1950):Plesitocene Lithology of Antarctic Ocean-Bottom Sediments. – Journal of Geology, Bd 58, S. 154 ff.

    International Consortium for Great Barrier Reef Drilling (2001): New constraints on the origin of the Australian Great Barrier Reef: Results from an international project of deep coring. – Geology, 29, p. 483-486.

    Keller, G. (2000): The end-cretaceous mass extinction in the marine realm: year 2000 assessment. - Planetary and Space Science 49, 817 – 830.

    Keller, G. (2003): Biotic effects of impacts and volcanism. - Earth and Planetary Science Letter 215, 249 – 264.

    Keller G., Stinnesbeck W., Adatte T., Stüben D. (2003a): Multiple impacts across the Cretaceous–Tertiary boundary. - Earth Science Reviews 62, 327 - 363 .

    Keller G., Stinnesbeck W., Adatte T., Holland B. , Stüben D., Harting M., de Leon C. & J. de la Cruz (2003b): Spherule deposits in Cretaceous–Tertiary boundary sediments in Belize and Guatemala. - J. Geological Society, Vol. 160, 2003, 783–795.

    Keller G., Adatte T., Stinnesbeck W., Stüben, D., Berner, Z., Kramar, U., & Harting, M. (2004): More evidence that the Chicxulub impact predates the K/T mass etinction. - Meteoritics & Planetary Science 39, Nr. 7, 1-17.

    Kimura S, Fujii K, und weitere (1978): The morphology and chemical composition of the horny fiber from an unidentified creature captured off the coast of New Zealand. In Sasaki T, (hrsg): Collected papers on the carcass of an unidentified animal trawled off New Zealand by the Zuiyo-maru. Toyko: La Society franco-japonaise d'oceanographie, 1978. S. 67-74.

    Machette, M.N. (1985): Calcic soils of the soutwestern United States. In: Weide, D.L.: Quarternary Geology of the Southwestern United States. Geological Soc of America Spec. Paper 203, p. 1 – 21.

    Najman, Y., Pringle, M., Godin, L., Oliver, G. (2001): Dating of the oldest continental sediments from the Himalayan foreland basin. – Nature, 410, p. 194 – 197.

    Obata I, Tomoda Y. (1978): Comparison of the unidentified animal with fossil animals. In Sasaki T, (hrsg): Collected papers on the carcass of an unidentified animal trawled off New Zealand by the Zuiyo-maru. Toyko: La Society franco-japonaise d'oceanographie, 1978. S. 45-54.

    Oldroyd, D.R. (1998): Die Biographie der Erde: Zur Wissenschaftsgeschichte der Geologie. Frankfurt, S 337 - 379.

    Pickford, M., Senut, B., Hadoto, D. (1993): Geology and Paleobiology of the Albertine Rift Valley Uganda-Zaire, Vol. 1: Geology. CIFEG Occas. Publ. 24, Orleans ,1-190.

    Reich, M. & Frenzel, P. (2002) Die Fauna und Flora der Rügener Schreibkreide. – Archiv für Geschiebekunde, Band 3 Heft 2/4, 73-284.

    Ridley, M. (1992): Evolution: Probleme – Themen – Fragen. Birkhäuser, Basel, 221 S.

    Ries, G. & Passe, I. (2005): Geologische Streifzüge durch Ostafrika: Der Südwesten Ugandas mit dem Queen Elizabeth Nationalpark. – Aufschluss 56 Mai/Juni 2005, S. 147 – 155.

    Sager, W., W., Koppers, A., A., P. (2000): Late Cretaceous Polar Wander of the Pacific Plate: Evidence of an Rapid True Polar Wander Event. – Science Vol. 287, S. 455 – 459.

    Schlüter, T. (1997): Geology of East Africa. Beiträge zur regionalen Geologie der Erde Bd. 27, Bornträger, Berlin, Stuttgart,484 S.

    Schweitzer MH, Wittmeyer JL, Horner JR, Toporski JK (2005): Soft-Tissue Vessels and Cellular Preservation in Tyrannosaurus rex. - Science 307(5717):1952-1955.

    Valeton, I. (1959): Eine vulkanische Tufflage aus der Oberkreide von Hemmoor/Niederelbe. – Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie (Monatshefte)[1959]: 193-204.

    Valeton, I. (1960): Vulkanische Tuffiteinlagerungen in der nordwestdeutschen Oberkreide. – Mitteilungen aus dem Geologischen Staatsinstitut in Hamburg 29: 26-41.

    Winker, C. D. & S. M. Kidwell, 1986. Paleocurrent evidence for lateral displacement of the Pliocene Colorado River Delta by the San Andreas fault system, southeastern California. Geology 14(9): 788-791.