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Kreationismus und Ignoranz

Wenn das geologische Weltbild eines Kreationisten von Ahnungslosigkeit geprägt ist

Tektonik und Erdbeben - Biegsamkeit der Steine unter Druck und Hitze - Biegezeit für einen Grabstein nach der 3. Potenz - Die geologische Evolutionstheorie soll versagen - Die Entstehung der Alpen während der Sintflut - Die fröhlichen Schafe - Mose, Noah und die Entstehung von Alpen und Jura - Das Alter der Erde - Kritik an radiometrischen Datierungsmethoden - 7 Argumente gegen die geologische Evolutionstheorie und was davon Übrigbleibt

Auf dieser Seite will ich einige "Argumente" von Kreationisten gegen die konventionelle Geologie näher betrachten. Dabei zeigt sich meist sehr schnell die Ignoranz gegenüber der Geologie, welche dann mit mathematischen Spielereien kaschiert wird. Das dabei abe schon die Eingangsannahmen ziemlich falsch sind, scheint einen richtigen Kreationisten wohl kaum zu stören. Wie immer gibt es natürlich die Möglichkeit, das Forum und den Chat zu benutzen.

Tektonik und Erdbeben

Fangen wir mit http://www.hjp.ch/GEO/Geo1/008_Wine01.htm an:

Tektonik erzeugt keine Berge, sondern Erdbeben

Alleine schon dieser kurze Satz, immerhin eine Kapitelüberschrift, zeigt sehr deutlich, das der Autor der Seite nicht viel von Tekonik und Gebirgsentstehung begriffen hat. Zumindest hat er ein sehr begrenztes Verständnis des Begriffs "Tektonik". Denn laut Lexikon ist Tektonik die Lehre vom Bau der Erdkruste, den Bewegungsvorgängen und den diese verurachenden Kräften. Mit anderen Worten: Tektonik erzeugt eigentlich garnichts. Ebensowenig wie Biologie Leben erzeugt. Im weiteren Verlauf der Diskussion zeigt der Autor deutlich seine Ahnungslosigkeit in Sachen Geologie:

> wenn also zwei dieser Platten
> gegeneinandergedrückt werden ...
> was passiert dann..??

Das wissen wir (leider) aus Erfahrung sehr genau.
Dann gibt es Erdbeben. Und viele Tote

> sie werden entweder nach oben
> oder nach unten gedrückt -

Nein.
Es entstehen Erdbeben. Diese hast Du da glattweg "übersehen". Das ist nicht besonders
Realitätsbezogen. Passt wohl nicht in Deine Theorie.

Hier wird also allen Ernstes die Behauptung aufgestellt, das Krustenbewegungen nur Erdbeben, aber keine Gebirge erzeugen könnten. Das ist schlicht falsch. Schon ein einfaches Gedankenexperiment hilft uns dabei weiter. Stellen wir uns einfach vor, ein Bulldozer würde die eine, und eine Aufschüttung aus Ton und Sandschichten die andere Kontinentalplatte darstellen. Der Bulldozer erzeugt bei seiner Vorwärtsbewegung Reliefs, die sehr gut denen entsprechen, die wir auch in den Gebirgen wiederfinden. Daneben faltet er auch die unterirdischen Schichten analog zu denen in Gebirgen, komplett mit den Überschiebungen. Ganz zu Anfang der Fahrt verfaltet er nur die Schichten, später erzeugt er Störungen in seiner unmittelbaren Nähe. Je weiter der Bulldozer nun fährt, desto entferntere Bereiche vor seiner Schaufel werden von den Störungen erfasst. Das Relief steil sich auf und erinnert entfernt an ein Gebirge. Um die Form weiter zu komplettieren, fehlt nun noch die Erosion. Mit starken Regenfällen (oder einer Gießkanne simuliert) wird die Erosion das Relief in dem Maße verändern, wie es sich herausgehoben hat. Also die am weitesten erhobenen Stellen werden verstärkt angegriffen. Die Störungen und Faltungen werden angeschnitten, das abgetragene Material im Tal abgelagert. Wenn unser Bulldozer nun weiterfährt, werden auch diese jungen Sedimente in die Faltung und Gebirgsbildung mit einbezogen. Ach ja, die Erdbeben wurden ja fast vergessen. Die sind natürlich auch dabei. Jedesmal, wenn kleinere Bereiche sich ineinander verhaken und dann elastisch nachgeben, bauen sich Spannungen auf, die sich in Beben entladen.
Hebungen und Senkungen spielen bei Erdbeben eine sehr grosse Rolle.Vergleiche einfach das Beben von Kutch in Indien (1819). Ein Fort, das vorher auf einer kleinen Anhöhe stand, musste mit Booten evakuiert werden. Es enstand eine drei Meter hohe Wand im Gelände.

Und wenn man die Seite weiter verfolgt, tauchen noch andere Punkte auf, die das mangelnde Wissen des Autoren offenlegen:

Biegsamkeit der Steine unter Druck und Hitze

Steine aus der Erdkruste können also bei 1200 Grad und bei extrem hohem Druck (4 GPa) im Mikrogefüge verformt werden.
Krustengesteine sind die Gesteinsarten der Erd-Kruste. z.B. der Alpen. (Die Vulkan- und Magma-Gesteine stammen aus der Lava unterhalb der Erdkruste.) Also nicht verwechseln!
Wir reden hier nicht von Lava und Vulkangestein, sondern von Krustengestein,
wie es die Alpen sind.
In einem vorhergehenden Link wird auf die Elastizität der Minerale Coesit, Aragonit und Jadeit hingewiesen. Wie der Autor nun zu der interessanten Ansicht gelangt, diese seien nun normale Steine aus der Erdkruste, ist etwas schleierhaft. Zumindest der Coesit ist jedenfalls kein normales Mineral (nicht "Stein") der Erdkruste. Es ist im Gegenteil ein sehr seltenes Mineral. Es handelt sich nämlich beim Coesit um eine Hochdruckmodifikation des SiO2, die sich erst bei 500 - 800°C und 35 00 MPa (35 000 bar) bildet. Gemeinhin wird dieses Mineral in Meteoritenkratern gefunden, weil ansonsten die Bildungsbedingungen nicht gegeben sind. Und das die Gesteine der Erdkruste nur bei extremen Drücken von 4 GPa und 1200°C verformbar sind, ist auch falsch. Die meisten Gesteine bzw. deren Mineralien der Erdkruste sind bei diesen Temperaturen geschmolzen. So liegen die Temperaturen für die Regionalmetamorphose ( das ist die Metamorphoese, der die Gesteine in Gebirgsbildungszonen unterworfen werden) meist zwischen 200 - 800°C und die Drücke gehen bis 3000 MPa. Die Gesteine, die der Autor hier unter seine Rubrik "Krustengesteine" fasst, enthalten alle die oben genannten Minerale (Coesit, Aragonit , Jadeit) nicht.

Der Satz "Die Vulkan- und Magma-Gesteine stammen aus der Lava unterhalb der Erdkruste." ist etwas seltsam. Eigentlich sind "Magmatische Gesteine" hier der Überbegriff. Vulkangesteine sind ebenfalls magmatische Gesteine. Und ein Magma wird erst zur Lava, wenn es die Erdoberfläche erreicht hat. Daher kann es sich nicht unter der Erdkruste aufhalten. Dort ist es noch Magma. Und natürlich sind sie ebenfalls Gesteine der Erdkruste. Zu den magmatischen Gesteinen gehören die Granite ebenso wie die Basalte und Gabbros. Von daher ist auch "Also nicht verwechseln! Wir reden hier nicht von Lava und Vulkangestein, sondern von Krustengestein, wie es die Alpen sind. schlicht falsch.

Der Druck der Alpen verformt also das Grundgestein, worauf diese Alpen stehen, bei 1'200 Grad bloss im Mikrogefüge. Fliessen tut da nicht nichts. Man kann das bloss mit einem Mikroskop erkennen. Dass dem so sein muss und durchaus korrekt ist, kann man ja auch daran erkennen, dass die Alpen, trotz ihrem enormen Gesicht, stabil gleich hoch sind und nicht im Grundgestein versinken, resp versunken sind.
Auch hier liegt der Autor falsch. Die Alpen würden nicht versinken, sondern nach der Theorie sogar aufsteigen. Und das tun sie auch. Denn nach Ansicht der Geologen "schwimmen" die Alpen als sehr dickes Krustenpacket im Erdmantel. Dieser hat eine höhere Dichte als das Krustengestein und ist sehr zähflüssig. Die Alpen verhalten sich also wie ein Eisberg im Meer. Und solange noch kein Schwimmgleichgewicht herrscht, steigen sie weiter auf. Auch heute noch, mit 1 - 2 mm pro Jahr.

Seien wir nun mal extrem grosszogig mit der geologischen Evolutionstheorie:
Wir nehmen also jetzt an, dass bei den oben beschriebenen Bedingungen (1200 Grad und 4 GP Druck) in einem Jahr so ein Stein ca. 1 km fliessen könne. Das ist weit übertrieben. 1 mm Fliessstrecke wäre da realistische. Aber, wie gesagt, wir wollen da nunmal sehr grosszügig sein. (Denn: Die Strecke ist unwichtig.)

Nach den Massenwirkungsgesetzen (chemische Reaktionen, physikalische Zerfallsreaktionen, usw.) nimmt die Geschwindigkeit pro 10 Grad ca. um das doppelte zu. Das sind Erfahrungswerte aus den Labors.

Fragen wir uns mal, wie lange unser Stein bei 200 Grad C für einen km benötigen würde:
Bei 1200° C benötigt der Stein für 1 km Fliessstrecke 1 Jahr.
Bei 1190° C benötigt er für die gleiche Strecke 2 Jahre.
Bei 1180° C benötigt er 4 Jahre.
BEi 1170° C 8 Jahre
usw.
Zwischen 1200°C und 200°C ergeben sich
(1200 - 200) /10 = 1000 / 10 = 100 verdoppelungen der Zeit.
Bei 200 Grad fliesst unser normierter Stein also 1 km in > 2^(1000/10) Jahre.
Das sind somit 2^100 Jahre.
Anders geschrieben 1e30 Jahre.
Das ist eine Eins mit 30 Nullen.
Ausgeschrieben :
1'000'000'000'000'000'000'000'000'000'000 Jahre

Zum Vergleich :

Das Alter des Weltalls wird heute mit 1e15 Jahren angegeben. Das sind bloss 15'000'000'000 Jahre.

Auch bei diesen Ausführungen fällt auf, das sie mit der Realität nicht sehr viel zu tun haben. Schon allein die Behauptung, physikalische Zerfallsreaktionen würden in ihrer Geschwindigkeit temperaturabhängig sein, gilt zumindest nicht für atomare Zerfälle. Und das Gesteine erst bei 1200°C und 4 GPa weich werden, ist auch falsch. Die silikatischen Gesteine der Erdkruste haben da bereits ihre Schmelztemperatur erreicht und sind flüssig. Silikatische Gesteine werden aber bereits weit vor Erreichen ihrer Schmelztemperatur plastisch verformbar. Natürliche Tone schmelzen Laborexperimenten zufolge (Matthess 1990) bei einem Wasserdruck von 2 kbar bereits bei Temperaturen von nur 700 - 720°C. Bei 730°C sind bereits 40 - 50 % des Tones aufgeschmolzen und ergeben eine Schmelze mit einer granitischen Zusammensetzung. Das Krustenniveau, in dem die Aufschmelzung stattfindet, entspricht wenigstens doppelt so hohen Wasserdrucken. Grauwacken schmelzen dank ihres höheren Gehaltes an Alkalien bereits bei Temperaturen von nur 685°C. Und nicht nur Sedimente halten nicht bis zu den vom Autor geforderten Temperaturen durch. So schmilzt ein Gneis , immerhin ein metamorphes Gestein, auch in dem Temperaturbereich. Ein biotitführender Paragneis begann bei 670°C aufzuschmelzen. Bei 690°C ware der Plagioklas, bei 700°C der Biotit des Gneises bereits geschmolzen. Bei 850°C waren alle silikatischen Minerale des Gneises geschmolzen. Granite beginnen Schmelzversuchen zufolge bereits bei knapp 700 °C und Drücken von 0,15 GPa aufzuschmelzen. Bei 800 °C enthalten sie bereits bis zu 60 Volumen% Schmelze (Gibb & Attrill 2003). Kaum anzunehmen, das diese Gesteine also erst bei 1200°C im Mikrobereich anfangen, zu fliessen. Damit hat sich auch die wirklich eindrucksvolle Rechnung des Autoren erledigt.

Und natürlich ist es nicht so, dass Gesteine erst bei hohen Temperaturen anfangen, plastisch zu werden. Einige Gesteine neigen auch weit darunter zur Verformung. Marmor z.B. kann es sogar unter den Bedingungen der Erdoberfläche, wie sich an etlichen mit Marmorplatten verkleideten Bauwerken beobachten lässt. Die Platten verformen sich bereits unter ihrem eigenen Gewicht (Grimm 1999). Und nicht nur Marmor lässt sich verformen. Laborexperimente haben gezeigt, das verschiedene Gesteine der Erdkruste sich plastisch verformen lassen. Sogenannte Creep-Tests werden bereits seit geraumer Zeit durchgeführt (Karman 1911). Karmann zeigt auch sehr deutlich, das Marmor und Sandsteine sich durch gerichteten Druck plastisch verformen lassen. Versuche haben auch gezeigt, das sich die plastische Verformbarkeit der Gesteine nicht nur durch die Temperatur, sondern auch durch die Aggressivität der Flüssigkeit im Porenraum des Gesteines beeinflussen läßt (Duff 1992). Auch bei anderen Gesteinen wurden deratige Versuche durchgeführt. So bei Graniten (Wawersik 1974, Solberg et al. 1978) und Sedimenten (Maranini, E., and M. Brignoli. 1997, Amadei, B., and J. H. Curran 1980).

Den Vorgang der plastischen Verformung von Gestein kann man sich ähnlich wie bei Eis vorstellen. Eis ist durchaus ein Festkörper, wenn mann mit dem Hammer auf einen Eiswürfel schlägt, wird er in Scherben zerspringen. Und dennoch kann sich Eis, wenn es eine bestimmte Höhe erreicht hat (~ 60 m) unter seinem eigenen Gewicht verformen. Auf lange Sicht verhält es sich wie eine Flüssigkeit.

Biegsamkeit von Grabsteinen

aus: http://www.hjp.ch/GEO/Geo1/023_Michael4.htm

Auf dieser Seite begegnen uns eine Menge mathematische Berechnungen, denen zu Folge es zeitlich unmöglich ist, die Falten der Gebirge im Laufe der Existenz unseres Planeten, ja sogar des Universums zu erzeugen. Wie wir allerdings oben bereits gesehen haben, ist die Datengrundlage des Autoren mehr als fragwürdig. Und mit falschen Eingangsannahmen wird die schönste Berechnung hinfällig.

Rechne mal nach :
Wir nehmen einen Grabstein, 200x100x10 cm.
Um rechnen zu können, nehmen wir mal etwas an.
Nehmen wir an, Grabsteine wären biegbar.
Sie sind es zwar nicht, aber wir nehmen das nun mal an.
Sonst können wir keine Überschlagsrechnung erstellen.
Nehmen wir an, Für einen 10 cm dicken Grabstein um einen cm zu verbiegen,
ohne dass er bricht, seien so um die 1000 Jahre notwendig.
Das ist sehr, sehr grosszügig.

Diese Zeit ist von der Dicke exponentiell abhängig.
Und zwar in der dritten Potenz.

Für einen 20 cm dicken Grabstein (400x200x20 cm) um einen cm zu biegen werden somit 8'000 Jahre benötigt. (2x2x2x1000 = 2^3 x 1000 = 8'000)

Für einen 30 cm (3x10 cm) dicken Grabstein (400x200x20 cm) um einen cm zu biegen werden somit 27'000 Jahre benötigt. (3x3x3x1000 = 3^3 x 1000 = 27'000)

Für einen "Grabstein" von 1 m Durchmesser um einen cm zu biegen sind es bereits 1'000'000 Jahre (10^3 x 1000 = 1e6) und für einen 10 m dicken "Grabstein" (200x100x10m) bereits 1e9 Jahre.

Damit haben wir abern nich kein U gebogen. Um das zu erreichen müssen wir das Resultat noch mit dem halben Durchmesser der Platte multiplizieren.

Um eine Granitplatte von 200x100x10 m um 100 m resp 10'000 cm zu biegen sind also 100^3 *1000 Jahre * 10'00 cm = 1e13 Jahre.
Ausgeschrieben: 10'000'000'000'000 Jahre

Ich finde schon die Verwendung von ausgerechnet Grabsteinen etwas bezeichnend, aber was solls. Die bereits oben erwähnten Creep-Versuche stehen jedenfalls in sehr krassem Widerspruch zu den hier aufgeführten Berechnungen. Und schon die Tatsache, das Granit bei Temperaturen weit unterhalb seines Schmelzpunktes weich wird, wird hier ebenfalls nicht berücksichtigt. Und der Schmelzpunkt granitischer Schmelzen liegt, wie oben bereits erwähnt, bei rund 700°C in 10 - 20 km Tiefe. Und warum werden hier ausgerechnet Granite als represäntative Gesteine genommen? Granite sind nur sehr selten echt gefaltet. Nehmen wir einfach mal an, der Autor meint mit dem Biegen die normale Falte. Falten sind Schichtverkrümmungen mit nach oben gewölbtem Bogen (Sattel oder Antiklinum) und nach unten gewölbten Bogen (Mulde oder Synklinum). Sättel und Mulden ordnen sich meist zu einem wellenförmigen Muster, dem Faltenbau. Falten entstehen duch Einengungsprozesse, was jeder schon mit einem Tischtuch leicht nachvollziehen kann. Es kann aber auch andere Prozesse geben, die Falten oder faltenähnliche Erscheinungen hervorrufen, z.B. subaquatische Rutschungen von noch nicht verfestigtem Sediment. Die echte Faltung findet sich nur in Sedimenten, da sich hier die einzelnen Schichten auf ihren Schichtfugen gegeneinander verschieben können, die sogenannte Biegegleit-Faltung (ein Beispiel wäre ein Buch welches man biegt). Hier finden wir auf den Schichtflächen oft eine Striemung. Diese Form der Faltung findet sich oft in sogenannten kompetenten Schichten wie Kalkstein und Sandsteinbänke. Diese sind biegesteif (ein Wort, das der Autor der besprochenen Seiten angeblich nirgends finden kann. Zu finden ist es in Richter 1992, S. 147, erste Zeile) und leiten einen gerichteten Druck weiter. Der Gegensatz dazu sind inkompetente Schichten wie unverfestigte Tone. Hier wird ein gerichteter Druck in allseitigen Druck umgewandelt. Der Vorgang der Faltung enstpricht hier mehr der von Knetmasse.

Granite nun sind ja bekanntlich magmatische Gesteine. Ihre Entstehung ist entweder synorogen, also während der Gebirgsbildung oder postorogen, nach der Gebirgsbildung. Natürlich gibt es auch noch Granite, die entweder bei älteren Gebirgsbildungsphasen (z.B. der Mt. Blanc Granit) oder gar anorogen, also ohne einem Zusammenhang mit Gebirgsbildung entstanden sind. Bleiben wir aber erstmal bei denen, die direkt mit der Entstehung der Alpen verknüpft sind. Die Synorogenen sind aufgrund ihrer Entstehung während der Gebirgsbildung noch sehr heiss und entsprechend plastisch verformbar. Sie werden durch den seitlichen Druck gequetscht und zeigen entsprechende Gefügemerkmale und eine aus der Quetschung resultierende Form im Gelände. Die Postorogenen hingegen haben von der ganzen Aufregung nicht mehr viel mitbekommen. Daher sind beide Granite nicht gefaltet. Die einen waren noch heiss und weich, die anderen noch garnicht da. Bleiben also die älteren, bereits bei der Gebirgsbildung vorhandenen Granite. In den Alpen sind das Granite, die während der variskischen Gebirgsbildung entstanden sind, also vor rund 300 Mio. Jahren. Der Granit des Mt. Blanc ist einer davon. Aufgrund seiner Mineralzusammensetzung, die sehr viel über seine Bildungsbedingungen verrät, ist er unter einem Druck erkaltet, der einer Tiefe von rund 10 km entspricht (Mattauer 1999). Das Massiv ist ein homogenes und massiges Gestein. Es war gegenüber dem seitlichen Druck der Alpenentstehung sehr kompetent. Es erfolgte keine Faltung, da es keine Schichten und Schichtflächen gab, die als Gleitbahnen dienen konnten. Das Massiv ist als kompletter Block durch die Kompression in die Höhe gehoben worden und hat dabei einerseits die vor ihm liegenden Sedimente verfaltet und die über ihm liegenden Sedimente durchstoßen. Dabei wurde der Granit intensiv zerbrochen. Auch dieses Beispiel aus der Natur zeigt, das die Grundlage für die Berechnung schlicht falsch ist. Und somit stimmt natürlich auch das Ergebnis nicht. Daher kann man sich seine Berechnung für die Biegung eines Granitmassivs von 2km X 1km X 100m oder gar für den Himalaya glatt schenken. Hier wird ein Popanz aufgebaut, der mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Die geologische Evolutionstheorie soll versagen

http://www.hjp.ch/GEO/Geo1/016_Sebastian02.htm

Der Titel der Seite klingt gewaltig, aber bei eingehender Betrachtung zeigt sich nur, das der Autor von den Grundbegriffen der Geologie nicht sehr viel versteht. Wird doch auf der Seite zuerst nur herumlametiert. Welche Gesteine denn nun Gesteine überhaupt und sind und speziell als Modell gelten dürfen. Hier kann sich jeder selber ein Bild machen, ich persönlich empfehle da ein grundlegendes Lehrbuch der Geologie. Wie wäre es mit dem Press/ Siever (1994)? Auch in deutsch erhältlich. Interessant wird es erst hier:

Auch geschieht bei der Tektonik keine Biegebewegung. Durch blossen Druck von links und rechts kann kein U gebogen werden.

Willst Du ein U biegen, so geht das nicht nach Art der Tektonik-Bewegung, wie sie im linken Bild dargestellt ist. Sondern nach dem Bild, wie es rechts dargestellt ist. Und auf diese Art schiebt keine Tektonik.
Und, Jeder Grabstein Bricht, wenn man ihn auf diese Art biegen will.

Natürlich kann man Falten (kein einfaches U, sondern wie oben bereits erwähnt, mit Bogen oben und unten, Sattel und Mulde) mit seitlichem Druck erzeugen. Kann jeder mit Hilfe eines Stapels Papier selber ausprobieren. Und natürlich brechen dabei auch Steine. Das kann man in den Aufschlüssen, also dort wo man Falten im Gestein beobachten kann, sehr gut sehen.

Bitte mache doch mal Ferien in den Alpen, damit Du Dir die verschiedenen Gesteinsarten und ihre Geröllhalden und Schuttkegel mal ansehen kannst.

> Ich gehe davon aus, dass Du damit eine Versagen auf Zug meinst.
> Ich muss Dir recht geben, dass es bei einachsiger Belastung zu
> Zugspannungen in Probekoerpern kommen kann. Allerdings herrscht
> im Erdinneren auf Grund der hohen Auflast ein dreiachsiger
> Spannungszustand (und zwar Druck - verstaendlich durch Auflast) vor.

Woher nimmst Du die Auflast beim Jura her ? Die Jurafalten sind zuoberst.

Woher nimmst du die Auflast beim Granit des Gotthardgebierges her ?
Das Gotthardmassiv ist zuoberst und nicht im Berginnern.

Auch diese Passage zeigt sehr deutlich, das der Autor sich nicht ausreichend über die Theorien der Geologie informiert hat. Was die Schuttkegel in den Alpen angeht, so werden sie sehr gerne von kartierenden Geologen benutzt, um Informationen über hangaufwärts vorkommende Gesteine zu gewinnen, ohne selber in möglicherweise gefährliche Gebiete kletten zu müssen. Denn die Steine sind ja von oben heruntergekommen.

Das bringt uns zum nächsten Punkt. Natürlich liegen das Gotthard Massiv und die Falten des Jura heute an der Erdoberfläche. Der Granit des Gotthard aber ist mit Sicherheit dort nicht entstanden. Dagegen spricht schon sein Gefüge. Granite entstehen, wie oben beim Mt. Blanc schon angedeutet, in grosser Tiefe, größenordnungsmäßig um 5 bis 10 km. Nur dort geht die Erkaltung des Magmas so langsam vonstatten, das die einzelnen Kristalle sich gut bilden können. Je größer die Kristalle, desto langsamer die Kristallisation. An der Erdoberfläche hätte das Magma keinen Granit, sondern einen Rhyolit gebildet, der keine mit bloßem Auge sichtbaren Kristalle zeigen würde. Ein Granit ist ein Plutonit, ein in großer Tiefe kristallisiertes magmatisches Gestein. Und es gibt verschiedene Minerale im Granit, die als sogenannte Geobarometer ihren Bildungsdruck offenbaren. Und daraus kann man auf die Tiefe ihrer Kristallsiation schliessen. Der Faltenjura war wohl selber demnach auch nicht immer direkt an der Erdoberfläche. Allerdings war er wohl auch nicht in so goße Tiefen versenkt, wie die Granite. Der Faltenjura ist ein Beispiel für ein Faltengebirge. Die Sedimenthaut des Jura wurde hier über Salzmergeln des Mittleren Muschelkalkes abgeschert und wie ein Tischtuch zusammengeschoben. Der Sockel blieb dabei ungefaltet, wurde jedoch stark verschuppt. Die Mächtigkeit des Jura nimmt von SW im französischen Teil ( über 3000 m) nach Nordost (2000 - 12000 m) hin ab. Im Südwesten finden sich mächtige Koffersättel und - mulden, wobei letztere fast ungefaltete intramontane Becken darstellen. Die Faltung des Jura erfolgte erst im Jung-Pliozän. Dabei wurde die Sedimenthülle rund 25 km eingegengt, während der Untergrund von den Alpen überfahren wurde. Wir haben also ein Bild ähnlich unseres Bulldozers oben.

Die geologische Evolutionstheorie spielt nicht im Erdinnern. Sondern an der Oberfläche.

Deshalb rede ich ja auch immer von kalten Steinen. Weil diese gefalteten Gesteinsschichten ja gerade nicht im Erdinnern sind.

Wie wir gesehen haben, irrt unser Held hier gewaltig. Zumal es eine "geologische Evolutionstheorie" ja garnicht gibt. Und wenn er die Theorie der Plattentektonik meint (warum nennt er sie dann nicht beim Namen?), dann irrt er dennoch. Verbindet doch gerade die Theorie der Plattentektonik geologische Großstrukturen wie Gebirge mit den dynamischen Vorgängen im inneren unserer Erde. Und gerade die Granite waren zum Zeitpunkt ihrer Entstehung weder kalt noch an der Erdoberfläche...

Und ? Wo nimmst du beim Jura den Hohen Druck her, unter dem CaCO3 viskos werden könnte ? Die Falten sind zuoberst !!!!!

Auch wird CaCO3 unter Hitze nicht viskos. Sonder es zersetzt sich zu CaO, bevor es viskos wird. Da der Jura nicht aus CaO besteht, sondern aus CaCO3, war der Jura nie heiss und nie unter Druck.

Als wenn die exzessive Verwendung von Ausrufezeichen eine Behauptung war machen könnte. Aber möglicherweise brauchen wir überhaupt keinen so enormen Druck, wenn nämlich die Kalke des Jura noch wassergesättigt waren. Das Vorhandensein von Porenwässern macht die Gesteine nach den im Labor durchgeführten Versuchen (siehe oben) anfälliger für plastische Verformung.

Und nicht immer kann man Alltagserfahrungen einfach in die Geologie übertragen. Natürlich würde sich ein Kalkstein unter atmosphärischen bedingungen beim Erhitzen in Cao und CO2 zersetzen. Wenn jedoch der allseitige Druck hoch genug ist, zumindest der CO2 Partialdruck, sieht die Sache schon etwas anders aus. Dann kann Kalziumkarbonat sogar aufgeschmolzen werden. Eine ganze Klasse von (wenn auch seltenen) magmatischen Gesteinen ist hier Zeuge: Die Karbonatite. Der Oldoynio Lengai ist sogar ein Vulkan, der karbonatitische Lava fördert. Und jeder Marmor belegt auch, das Kalksteine im Erdinneren erhitzt werden können, ohne zu zerfallen. Und auch die Gase in den Vulkanen sind kein Gegenbeweis hierzu:

Wie Du eventuell weisst, können feste wie flüssige Steine Gas aufnehmen. Das Gas kann also auch, wenn es mit flüssigem Gestein umschlossen ist, weg. In flüssiger Lava sind viele Gase gelöst. Was Du das sagst, stimmt mit den Naturbeobachtungen nicht überein.
Zwar enthalten Magmen grosse Mengen gelöster Gase, aber gerade das ist kein Beleg dafür, das im Erdinneren kein hoher Druck herscht bzw die Gesteine für Gase durchlässig sind. Im Gegenteil. Im Magma gelöste Gase sind ein Beleg dafür, das diese Gase erst sehr Nahe an der Erdoberfläche entweichen können. Es ähnelt sehr einer Sektflasche. Unter dem Druck bei geschlossenem Korken ist das Gas gelöst. Erniedrigt man den Druck durch entfernen des Korkens, perlt das Gas aus und treibt die Flüssigkeit aus der Flasche. Genau das passiert bei Vulkanausbrüchen, wie das Beispiel des Stromboli zeigt. Auch die Explosion des Mt. St. Helen ist ein schönes Beispiel. Hier wurde der auflastende Druck auf der Magmenkammer durch einen Einsturz der Flanke des Vulkans schlagartig erniedrigt. Das Gas entwich aus dem Magma und der Berg explodierte.

> Erdbeben entstehen, wenn sich Platten, die sich in folge von Plattenbewegungen
> verhakt haben, sich schlagartig voneinander loesen.

Nach Deiner Theorie sollten sie sich nicht verkaken, sondern sich verbiegen. Dadurch würden Falten entstehen. Sagen die Geologen und die Evoluzzis. Es bestünde keine Veranlassung, sich schlagartig zu lösen. Ja, das wäre wegen der angenommenen Elastizität des Gesteins gar nicht möglich.

> Und hier kommt dann die Elastiziztaet der Erdkruste ins Spiel: Waere eine elastische
> Verformung nicht moeglich, koennten die Erdbebenwellen nicht uebertragen werden.

Falsch. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wären Falten vorhanden, würden die Wellen abgefangen. Beispiel: Bei Stahl gehen Wellen weit. In Gummi nicht:

Je elastische, desto weniger weit gehen die Stosswellen.

Wieder zeigt sich der Autor von einer bemerkenswerten Ahnungslosigkeit. Diesmal was den Begriff Elastizität angeht. Denn gerade elastische Verformung ist es, die Erdbebenwellen erst möglich macht. Hingegen wären sie bei vollkommen plastischen Materialien nicht möglich bzw. würden stark gedämpft. Und ein vollkommen unelastischer Körper könnte auch keine Erdbebenwellen, weder Scher- noch Kompressionswellen, weiterleiten. Eine elastische Deformation verschwindet wieder, sobald die verformenden Kräfte nicht merh wirken. Eine plastische Deformation hingegen bleibt dann noch bestehen.

Die Entstehung der Alpen während der Sintflut

http://www.hjp.ch/GEO/Geo1/013_Helene01.htm

Jetzt kommen wir langsam zu einem wirklich sehe amüsanten Teil. Wir eklärt der kleine Kreationist die Entstehung der Alpen mit der Sintflut. Lassen wir ihn zunächst beginnen:

> Wie sind denn Ihrer Meinung nach
> "die Falten in die Alpen gekommen"?

Durch schnelle Verwerfungen der flüssigen Gesteinsschichten. Die Falten müssen durch sehr grosse und schnelle Bewegungen der flüssigen Lava-Schichten mit gleichzeitiger schnellen Abkühlung entstanden sein. Am Glaubwürdigsten ist die Darstellung der Sintflut in der Bibel. Die Berge sind während der Flut unter dem Wasser entstanden, so dass die durch schnelle Bewegungen hochgehobenen und gebogenen flüssigen Gesteinslavaschichten von Wasser derart schnell abgekühlt wurden, dass die Lava sich nicht glätten und zurückfliessen konnte.

Es ist schon fast schmerzhaft. Wird auf den anderen Seiten noch lamentiert, das Kalk erstens Fossilien enthält und zweitens nicht erhitzbar ist, so soll jetzt der Faltenjura anscheinend aus Lava entstanden sein. Und die physikalischen Gegebenheiten werden auch schnell ignoriert. Da aber der Kalkstein des Jura nun eindeutig ein Sediment ist, scheidet dieses Szenario für ihn völlig aus. Und die Granite sind nicht verfaltet. Außerdem hätte eine Lava, die unter Wasser abkühlt, auch keine großen und gleichmäßigen Kristalle ergeben. Was passiert, wenn 700 - 800°C heisse Lava auf Wasser trifft? Ein Vorgang, den jeder beim Bleigießen auch beobachten kann. Sie wird abgeschreckt. Es bleibt keine Zeit mehr, große Kristalle zu bilden. Magmatische Gesteine, die unter Wasser abgekühlt sind, haben sehr kleine Kristalle, die oft nur unter dem Mikroskop zu beobachten sind. Und ebenso oft reicht die Zeit überhaupt nicht, Kristalle zu bilden. Es entsteht Glas. Nichts, aber auch garnichts weder am Granit noch am Kalk des Jura deutet auf eine magmatische Entstehung unter Wasser hin. Granite sind aus der Schmelze in der tiefen Erdkruste erkaltet, wo sie genügend Zeit hatten, um Kristalle zu bilden. Und die Kalke des Jura sind zwar im Meer gebildet, aber nicht aus Lava.

Neben wiederholungen der bereits oben aufgegriffenen Behauptungen findet sich auch noch:

Zudem ist so eine aus der Erde herausragende Tektonik-Platte von Beginn an der Errosion durch Wind, Regen, Frost ausgesetzt. Die Berge können somit gar nie entstehen, da die Erosionsgeschwindigkeit grösser ist als die Verschiebungen der Tektonik.
Auch nicht so ganz richtig. Denn zumindest bei den jungen Gebirgen ist die Hebungsrate größer als die Erosionsrate. Der Tschomolungma (Mt Everest) hebt sich ebenfalls mit einer Geschwindigkeit von 5 bis 10 mm pro Jahr (Mattauer 1999), hier ist die Erosionsrate schon abgezogen. Das wird dazu führen, das vermutlich in einer Million Jahren die Sedimente an seiner Spitze abgetragen und als Staub un den Indischen Ozean gespült sind.

Wenn der Maßstab da eine Rolle spielen würde, und Steine in grösserem Maßstab biegsam wären, dann gäbe es keine Erdbeben. Die Kräfte, die zu Erdbeben führen, würden durch die Elastizität abgefangen. Dem ist aber nicht so. Die Gesteinsschichten sind extrem unelastische und extrem starre Gebilde.
Folglich: Die Idee von der Biegsamkeit von Gesteinsschichten ist grober Unfug.
Wie oben schon angesprochen, scheint der Autor sich über den Begriff "elastische Verformung" nicht ganz im Klaren zu sein. Biegsamkeit und Faltung von Gesteinen ist plastische Verformung. Erdbeben beruhen auf elastischer Verformung. Das sind zwei verschiedene Vorgänge, die sich nicht gegenseitig ausschliessen. Das kann jeder mit einer einfachen Metallfeder nachprüfen. Bis zu einer gewissen Belastung ist die Verformung reversibel, also elastisch. Darüber hinaus bleibt die Verformung bestehen, ist also plastisch.

Die fröhlichen Schafe

http://www.hjp.ch/GEO/Geo1/030_Anita01.htm

Nach einigen Ausflügen in die Werbeabteilung des Paradieses, wie es sich der kleine Kreationist vorzustellen hat, kommt der Autor auf geologische Themen zurück. Und greift erneut weit daneben:

> > Der tiefe Meeresboden hob sich.

> Und wieso?

Auch da gibt es viele Möglichkeiten. Die Gesteinslava ist flüssig. Die Erdkruste relativ dünn. Bei der geringsten Störungen kann da vieles geschehen. Dass derartige Störungen auf der Erde derart selten sind, kommt daher, dass die Erde unter anderem durch den Mond eine extreme Stabilität hat. Wenn es Dich interessiert, kann ich später auf die verschiedenen Stabilisierungsmechanismen, welche die Erde im Gegensatz zu den anderen Planeten hat, eingehen.

Zwar ist die Erdkruste dünn, speziell im Bereich der Ozeane, aber schon die Feststellung das Gesteinslava flüssig ist, ist ziemlich flach. Es handelt sich wohl vielmehr um ein geradezu klassisches Ausweichmanöver eines Kreationisten, der vor unangenehmen Fakten flieht. Und der Mond hat nun keinen wirklichen Einfluß auf die Höhe des Meeresbodens (abgesehen von den normalen Gezeitenwirkungen, die er auf alle Dinge der Erde hat). Er stabilisiert den Meeresboden nicht. Diese Behauptung ist also schlicht falsch.

> Ist der nicht auch eine nicht biegbare Gesteinsplatte?

Ja. Mehrere. Bei genügender Lava-Termik oder anderen Einflüssen ist das eine extrem brüchige Platte, die dann durch die enormen Kräfte in Stücke gerissen wird.

Mit dem Begriff "Lava-Thermik" meint der Autor wohl die Konvektionsströme im Erdmantel. Nur das die nicht aus Lava, nichtmal aus Magma bestehen. Um ihm die volle, harte und unbarmherzige Wahrheit[tm] zu sagen: Nach vorliegenden seismischen Daten ist der Erdmantel nichtmal flüssig.
Und der Meeresboden ist, engegen den Behauptungen des Autoren, durchaus biegsam. Das belegt schon das Relief des Meeresbodens. Und alte, heute untergetauchte Vulkane, ogenannte Guyots, haben die ozeanische Kruste messbar durch ihr Gewicht gebogen. Ein sehr schönes Beispiel, das gut zeigt wie Gesteine gebogen werden können.

> Flüssiges Gestein fließt hierhin und dahin, aber das wirft keine Falten.
> Und schon gar nicht in Schichten.

Es sieht nicht so aus. Der Meeresboden enthält viele komplexe Falten. Mit Tektonik-Verschiebungen kannst du da nichts erklären.

Auch hier liegt der Autor falsch. Der Meeresboden enthält keine komplexen Falten. Störungen und Verschiebungen ja, aber Falten nicht.

Mose, Noah und die Entstehung von Alpen und Jura

http://www.hjp.ch/GEO/Geo1/018_Tobias01.htm

Wieder viel über Bibel, Moses und angebliche wissenschaftliche Aussagen in der Bibel. Deren Wert ist sicher durchaus bestreitbar, aber das soll hier nicht Thema sein. Natürlich finden sich daneben auch wieder zahlreiche wiederholte Behauptungen.

Die geologische Evolutionstheorie hat nichts mit Logik und nichts mit Naturwissenschaft zu tun. Aber sehr viel mit irrealem Wunschdenken.

> sie gelangten durch die Plattentektonik
> nach OBEN

Nicht mal das geht. Die Plattentektonik schiebt horizontal. Hebst die Plattentektonik sich, dann hebt sie alles, was auf ihr ist. An der relativen Position zur Tektonikplatte ändert sich da nichts. Tiefer liegtende Schichten können nicht plötzlich auf den darüberliegenden auftauchen. Nach geologischer Evolutionstheorie trug die Erosion trug die aufliegenden Gesteinsschichten ab. Frage: Wohin? Diese per Erosion abgetragenen Gesteinsmassen sind nicht auffindbar.

Es ist nicht so, das die Plattentektonik nur horizontale Bewegungen zulassen würde. Hier hat der Autor wieder vergessen, sich über die Theorie zu informieren, gegen die er so vehement streitet. Hebung und Erosion können ursprünglich unter jüngeren Schichten begrabene Gesteinspakete an die Oberfläche befördern. Ebenso wie sie ursprünglich oberflächennah abgelagerte Sedimente in große Tiefen versenken können. Die Hinweise finden sich auch in den Alpen, z.B. in Form von sogenannten Geobarometern. Das sind Minerale, die erstens im ursprünglichen Gestein nicht vorhanden waren und zweitens für ihre Bildung sehr genau bekannte Drücke (im Falle von Geothermometern sind es Temperaturen) benötigen. Aus ihrem Vorhandensein kann der Geologe die Versenkungstiefe ablesen.

Die Frage der verschwundenen Gesteinsmassen ist relativ einfach zu beantworten. Der Flysch und die Molasse stellen die randlich abgelagerten Schuttmassen der aufsteigenden Alpen dar.
Molasse ist ein Sediment, das sich in Randsenken junger Gebirge ablagert. Ein Blick in die Lehrbücher der Geologie hätte das gezeigt. Die Molasse lagert sich in den sogenannten Molasse-Trögen ab, die sich selber langsam in das Vorland verlagern, während das noch junge Gebirge aufsteigt.

Das Mittelland enthält keine Überreste von abgetragenen Alpen. Sondern Nagelfluh, Sand, Lehn, und dann Kalk. Auch im Süden der Alpen finden wir nichts dergleichen. Man betrachte die Seen im Tessin. Die sind sehr tief. Die darf es nicht geben, wenn über dem Gotthard früher Steinschichten gewesen wären. Also war der Gotthard immer zuoberst. Also, Frage : Wo sind die Ablagerungen ? Sie sind unauffindbar.
Nagelfluh, Sand, Lehm und so weiter sind schon einige der Sedimente, die man bei der Abtragung eines Gebirges erwarten kann. Das sich nicht alle Reste der Erosion im Mittelland ablagern, ist auch natürlich. Ein sehr großer Teil wird in das Vorland des Gebirges verfrachtet. Und der Gotthard war sicher nach allem was man erkennen kann (und zwar direkt am Gestein) nicht immer zu oberst (siehe oben). Die Seen der Alpen hingegen widersprechen dem nicht, da sie erheblich jüngere Bildungen sind.

Das Alter der Erde

http://www.hjp.ch/texte/Evolution/Erdalter.htm

Hier will er Autor kurz die Datierungsmethoden der Geologie beschreiben. Ich werde mich hier nur Auszugsweise darüber hermachen, da sonst jeglicher zeitliche und sonstige Ramen gesprengt werden würde. Aber auch so wird schnell deutlich, das es dem Autoren an Sachkenntnis nicht nur mangelt, sondern er auch absolut unwillig ist, sich über die Sachen zu informieren, über die er schreibt.

Fangen wir mit der Radiocarbonmethode an:

Diese Methode basiert auf dem Gleichgewicht zwischen C14 in der Luft und in biologischem Material. Sobald ein Tier oder eine Pflanze stirbt, wird der Austausch unterbrochen. Der C14 Gehalt nimmt analog der Halbwertszeit von C14 ab. Je älter, desto weniger C14. Der C14 Gehalt der Luft wird durch die kosmische Strahlung aufrecht erhalten, wobei N2 zu C14 gespalten wird. Die Gefahr von Falschmessungen ist wegen der Kontaminierung durch Bakterien gross.
Soweit einigermaßen. Kontaminierung mit Kohlenstoff aus anderen Quellen ist einer der Hauptfehler, der bei Verwendung dieser Methode zu beachten ist. Daher ist sowohl bei der Probennahme als auch bei der Aufbereitung extremste Vorsicht angeraten.

Diese Methode ist über die Jahrring alten Holzbaklen bis zu ca. 5'000 geicht und liefert, überprüft mit bekannten Objekten in diesem Bereich eine Genauigkeit von +/- 20 %.

Diese Methode ist also bis zu ca. 3'000 v.Ch mit einer Genaiogkeit von +/- 1000 Jahren brauchbar. Werden mit dieser Methode ältere Angaben angegeeben, so befinden wir uns ausserhalb der exakten Naturwissenschaft im Bereich der Mythten und Märchen.

Das ist leider fast komplett falsch. C-14 hat eine Halbwertszeit von 5730 Jahren und ist daher auch in Zeiträumen jenseits von 5000 Jahren verwendbar. Um es genauer zu sagen, wird sie routinemässig bis 30 bis 40 000 Jahren benutzt. Unter Verwendung modernster Techniken, wie der Beschleuniger-Massenspektrometer kann sogar bis 75 000 Jahren datiert werden. Die erreichte Genauigkeit liegt erheblich über den hier angegebenen 20 %. Teilweise sogar um +/- 40 Jahre, für junge Proben sogar +/-12 Jahren (Wagner 1995).

Die Berechnung basiert auf der Annahme, dass die kosmische Einstrahlung sterts gleich war. Dem ist aber nichts so. Folglich sind so Borkernanalysen und ähnliches mit Altersangaben von 10'000, 50'000 oder gar 100'000 Jahre physikalische Falschangaben. Wer diesen Angaben irgendwelche Bedeutung zuschreibt, ist selber schuld.
Das die Bildungsrate von C-14 konstant ist, wird schon lange nicht mehr angenommen. Oder warum wird nach Meinung des Autoren überhaupt geeicht? Bei einer konstanten Rate sollte man dann doch wohl nicht zu eichen brauchen, sondern könnte über die Zerfallskonstante das Alter direkt ausrechnen. Und im Übrigen wird über Dendrochronologie bis 11 000 Jahre kalibriert. Und Die Methode ist ohnehin nicht verwendbar für Alter um 100 000 Jahre. Hier zeigt sich also nur wieder eine unglaubliche Ignoranz gegenüber Fakten.

Uran-Blei Methode Zerfall von radioaktivem Uran238 zu Blei206. Bei der Methode wird angenommen, dass sämtliches Blei 206 früher Uran 238 war. Bei Material, das Blei206 von Natur aus enthält, wird somit ein fiktives Alter berechnet, das dies Material nicht hat. Dazu kommt, dass in der Zerfallskette das Radon 222 befindet, das, weil es ein Gas ist, das System verlassen kann oder vom System adsorbiert wird. Folglich : Die Methode taugt nichts.
Auch hier muss angemerkt werden, das Radon zwar ein Gas, aber darum noch lange nicht das System verlassen kann. Denn datiert werden Minerale, die das relativ voluminöse Radonatom in ihrem Gitter einschliessen. Und die Annahme das früher alles Blei 206 Uran 238 war, beruht auf den Tatsachen, das die betrefenden Minerale wohl Uranatome, aber eben keine Bleiatome einbauen.

Kalium-Argon Methode Radioaktives Kalium zerfällt zu Argon. Je mehr Argon, dessto älter der gemessene Gabirge. Wird behauptet. Das stimmt nicht. Steine haben die Eigenschaft, Argon zu adsorbieren. Dadurch haben sämtliche vulkanischen Berge, die in den letzten 200 Jahren entstanden und von denen man des Entstehungsdatum kennt, ein Kalium-Argon-Alter von 10 - 200 Millionen Jahre. Dies ist allgemein bekannt.
Eine Verallgemeinerung, die sich so nicht halten lässt. Erstens geht es nicht um Argon allgemein, was hier unterschlägen wird, sondern um Ar 40, ein bestimmtes Isotop. Die Methode bestimmt auch nicht direkt das Alter des Gesteins, sondern den Zeitpunkt seiner letzten Argonentgasung. Das kann auch bei jüngeren Vulkaniten durchaus nicht mit dem Zeitpunkt der Erstarrung übereinstimmen. Den adsorbierten Teil des Ar 40 kann man messen, indem man ausser Ar 40 auch noch den Gehalt an Ar 36 misst. Das Verhältnis dieser beiden Isotope ist in der Atmosphäre als konstant zu betrachten. Wenn sich also der Autor mit der Methode ein wenig eingehender beschäftigt hättest, wäre ihm das aufgefallen.

Kritik an radiometrischen Datierungsmethoden

http://www.hjp.ch/texte/Evolution/Erdalter2.htm

Natürlich sind die radiometrischen Datierungsmethoden nicht nur den gemeinen Katastrophisten, sondern auch und vor allem den Kurzzeit-Kreationisten ein Dorn im Auge. Macht doch jedes datierte Alter jenseits der biblischen 6000 Jahre (je nach Geschmack und Kreationisten-Fraktion gibt es hier Abweichungen) die Sache für unsere Freunde nahezu unmöglich. Also darf natürlich schlicht nicht sein, was (nach ihrem Glauben) nicht sein kann. Es ist dann oft erschütternd, mit welchen Halbwahrheiten und auch dreisten Lügen versucht wird, die eigene unwissenschaftliche Meinung zu untermauern. Die pure Menge der aufgestellten Behauptungen würde hier wieder jeglichen Ramen sprengen, daher begnüge ich mich auch hier wieder mit einzelnen Schlaglichtern. Aber auch das sollte genügen, um die Ahnungslosigkeit bzw. Dreistigkeit des Vorgehens dahinter zu enthüllen.

Die radiometrischen Datierungsmethoden für leblose (anorganische) Materie Die wichtigsten Hinweise auf eine alte Erde werden radiometrischen Datierungen der ältesten Gesteine der Erde entnommen. Es gibt jedoch verhältnismässig wenige solcher datierten Gesteine. In den weitaus meisten Fällen wird das Alter eines Gesteins auch gar nicht "bestimmt" durch die Radiometrie, sondern unter Zuhilfenahme der geologischen Zeittafel und des geschatzten Alters der Fossilien enthaltenden Erdschichten, die für das Evolutionsmodell erarbeitet wurden, ehe es die Radiometrie gab.
Diese sehr allgemein gehaltene Behauptung ist so nicht haltbar. Natürlich sind nicht alle Gesteine datiert, aber Datierungen gehören mittlerweile zu den Standardmethoden der Geologie, die routinemäßig angewendet werden. Daher finden sich eine Fülle von Daten, die alle samt und sonders im Widerspruch mit jeglicher Weltsicht von Kurzzeitkreationisten stehen.

Vor der Entdeckung der Absolutdatierungen wurde eine relative Datierung verwendet. Einfach nach dem Prinzip von Steno, das eine Schicht umso älter ist, desto tiefer sie liegt. Und das Schichten in verschiedenen Gegenden ähnliche und gleiche Fossilien beeinhalten können. Tun sie das, könne sie als etwa gleichalt angesehen werden. Ein Alter können sie aber nur durch eine Absolutdatierung bekommen. Daher wurde die moderne geologische Zeittafel erst nach (!) der Erfindung radiometrischer Datierungsmethoden in der heutigen Form aufgestellt. Natürlich hatten sich auch vorher schon die Geologen Gedanken über das Alter ihrer Gesteine gemacht, aber die Versuche hier Klarheit zu gewinnen, waren nur von sehr begrenztem Erfolg. Man möge nur an den Streit des Lord Kelvin mit den Geologen seiner Zeit denken. Kelvin hatte aufgrund verschiedener physikalischer Überlegungen (Abkühlungsrate der Erde und Sonne zum Beispiel) das Alter der Erde auf irgendwo zwischen 1 und 500 Millionen Jahre geschätzt. Das war aber den damaligen Geologen viel zu wenig, um die Feldbefunde zu erklären.

Ausserdem gibt es so viele Fehlerquellen in der Radiometrie, dass viele Datierungen von den Evolutionisten einfach nicht beachtet werden, vor allem dann, wenn sie nicht mit dem Alter der Gesteine übereinstimmen, wie es aufgrund des Evolutionsmodells anhand der geologischen Zeittafel angenommen wurde.
Es gibt bei den vielen verschiedenen Methoden zur absoluten Altersbestimmung oft sehr viele Fehlerquellen. Daher ist in den entsprechenden Laboratorien genaues Arbeite Pflicht. Viele Datierzungen mit außergewöhnlichen Altern lassen sich auf diese bekannten Fehlerquellen zurückführen. In den Anfangszeiten der radiometrischen Datierungen gab es hier oft große Überraschungen, weil noch nicht alle Fehlerquellen identifiziert waren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man im Laboratorium nicht das Alter misst, sondern nur die Radioaktivität einer Gesteinsprobe.
Und wieder zeigt sich deutlich, wie wenig der Autor sich informiert hat. Bei den modernen Methoden zur absoluten Altersbestimmung wird nicht die Radioaktivität, sondern die Menge eines bestimmten Isotops gemessen. Das geschieht mit Massenspektrometern. Die Spektrometrie mittels radioaktiver Strahlung (Alpha-Spektrometrie etc.) ist heute nur noch von sehr untergeordneter Bedeutung.

Die radiometrischen Datierungsmethoden sind irreal, weil es keine, über Millionen von Jahren geschlossenen Räume gibt. Ein Prozesssystem gilt als geschlossen, wenn keine wesentlichen Substanzen des Gesteins verfliegen oder versickert können. (was das Verhältnis der Elemente zerstören würde). Solche geschlossenen Systeme bestehen jedoch in der Natur nirgends, und schon gar nicht über Zeiträume von Millionen von Jahren.
Einmal kristallisierte Minerale stellen ein genügend geschlossenes System dar. Im Allgemeinen verlieren sie keine Stoffe noch nehmen sie welche auf. Zumindest nicht, ohne das es bei der Messung bemerkt werden könnte. Daher sind die meisten Datierungsmethoden auch nur geeignet, den Zeitpunkt der letzten Mobilität der gemessenen Stoffe zu ermitteln. Rückstellungen der geologischen Uhren kann man meist auf Metamorphoseereignisse oder dergleichen zurückführen, wenn die Minerale sich unter den Bedingungen der Erdkruste verändern.

Die Ursprünglichen Komponenten eines Systems müssen bekannt sein, d.h. es ist sehr wichtig zu wissen, ob alles Tochtermaterial seit der Bildung des Gesteins aus dem vorhandenen Mutterelement entstanden ist. Wenn ein grosser Teil des Tochterelementes schon von Anfang an im Gestein anwesend war, würde man auf ein viel zu hohes Alter schliessen. Tatsächlich aber kann niemand auch nur eine einzige vernünftige Aussage über die ursprüngliche Zusammensetzung des Gesteins machen!!
Das ist oft einfacher, als sich das der kleine Kreationist vorstellt. Bei den meisten Mineralen lässt sich dieses sehr gut feststellen, da die Tochterelemente nicht in das Gitter eingebaut werden, die Mutterelemente hingegen schon. Und Minerale haben eine definierte chemische Zusammensetzung.

Die Geschwindigkeit des Prozesses muss konstant sein oder höchstens auf bekannte Weise variieren. Tatsache ist aber, dass kein einziger Prozess in der Natur völlig unabhängig ist von irgendeinem anderen natürlichen Prozess, so dass, wenn bestimmte Faktoren variieren, sich auch die Prozessgeschwindigkeit verändert
Der einzige Hoffnungsschimmer für Kreationisten: Der liebe Gott möge doch bitte die radioaktiven Zerfälle von äußeren Bedingungen abhängig machen. Hat er aber leider nicht getan. Daher bleibt es bei kreationistischem Wunschdenken.

Doch wie die Veränderung in grauer Vorzeit vonstatten gegangen sind, ist uns zu wenig bekannt, so dass es praktisch unmöglich ist, das Alter von Gesteinsproben einigermassen genau zu berechnen. t.
Es ist zur genüge bekannt, das sich die physikalischen Parameter für Zerfälle in der fraglichen Zeit nicht verändert haben. Vergleiche die Isotopenzusammensetzung des Oklo Raktors oder astronomische Beobachtungen an entfernten Galaxien. Man hätte hier Abweichungen in den physikalischen Konstanten festgestellt.

Naja, und weil Wunschdenken nunmal nicht so schön hilft, kommen unweigerlich einige skurile Messergebnisse (die es ja wirklich gibt!) zum Tragen:

Den besten Beweis dafür, dass die radiometrischen Methoden als unglaubwürdig verworfen werden müssen, finden wir dort, wo ihre Resultate anhand von historischen Tatsachen überprüft werden können. Es gibt eine ganze Reihe von Fällen, wo man Radiometrie auf Gesteine angewandt hat, die erst vor kurzem entstanden waren, z. B. bei Vulkanausbrüchen. Hier stand das Alter der Gesteine, gegründet auf den historischen Tatsachen, im voraus mit Sicherheit fest. Dennoch lieferten die Resultate, gegründet auf die in den Proben vorhandenen Uranium-Blei-Verhältnisse, "Alter" von Milliarden von Jahren! Vulkanisches Gestein vom Kilauea-Vulkan auf Hawai ist etwa 200 Jahre alt. Aber nach der angewandten Kaliummethode kam man auf ein "Alter" von 22 Millionen Jahren. Bei Hualalei entstanden im Jahre 1'801 Felsen, mit der Kaliummethode wurde jedoch ein "Alter" von 160 Millionen bis 3 Milliarden Jahren ermittelt. Die Erklärung dafür ist, dass die Lava, als sie noch flüssig war, Argon aus der Luft aufnahm.
Die hier aufgeführten Beispiele zeigen schlicht, das eine sorgfältige Probennahme und -aufbereitung notwendig ist. Dazu entstammen sie oft aus der Frühzeit der Absolutdatierungen, wo man viele Probleme nicht kannte. Mittlerweile sind die Probleme behoben und die entsprechenden Datierungen geben korrekte Werte. Denn gerade bei sehr jungen Gesteinen ist eine extreme Sorgfalt von Nöten. Hier sind die Mengenunterschiede der fraglichen Isotope oft so gering, das sie erst mit Hilfe modernster Massenspektrometer überhaupt gemessen werden können. Das betrifft besonders die Ka-Ar Methode. vergl. Wagner, G.A. (1995)

Natürlich kommt auch wieder die C-14 Methode zum tragen. Aber da es einfach Konstanten gibt, hat der Autor es auch hier strikt vermieden, sich etwas zu informieren:

Die Eichungen der C14 Methode beruht auf alten Holzbalken der Seefahrt. Die Dicke eines Jahrringes gibt Auskunft über Klima und Klimaschwankungen während des Wachstums des verwendeten Baumes. Durch vergleiche der Dicke und Beschaffenheit der Jahrringe der verschieden alten Balken der Schiffe wurde eine Art zusammengesetztes Jahring-Alters-Mass hergestellt. Mit diesem Jahring-Alters-Mass können nun historische Gegenstände exakt einem Alter zugeordnet werden. Dieses ermittelte Alter kann nun mit dem Alter aus der C14 Methode verglichen werden. Dadurch ist die C14 Methode im Bereich der alten Seefahrt geeicht. Man kann nun auch sagen, wie exakt die C14 Methode *in diesem Bereich* ist. Über Angaben ausserhalb dieses Bereiches kann die C14 Methode nichts aussagen.

Die C14 Methode ist geeicht bis ca. 5000 Jahre, also bis ca 3000 J. v.Ch. und hat im unteren Bereich eine ermittelte Genauigkeit von ca. +/- 1000 Jahre (+/- 20 %). Wer mit dieser Methode Altersangaben vor 3000 J. v.Ch. belegen will, hat das Gebiet der exakten Naturwissenschaft verlassen und ist im gebiet der unbewiesenen Spekulationen.

Alle C14 Berechnungen basierten auf der nicht verifizierbaren Annahme, dass die kosmische Einstrahlung stets gleich war. Da wir wissen dass nicht dem so ist (Abnahme des Erdmatnetismus), gehören ausserhalb des geeichten Bereichs bloss die Messresultate der Isotope, nicht aber das daraus ermittelte Altersangaben in den Bereich der exakten Naturwissenschaft.

Ich hatte das schon oben angesprochen.Es handelt sich hier um (fast) totalen Blödsinn. Hier werden Vorurteile zu Tatsachen aufgespielt. Mitnichten stammen die Hölzer nur aus der Seefahrt, sondern auch aus anderen Quellen. Zumeist stammen sie aus Sümpfen und Mooren, weniger aus alten Schiffen. So gibt es z.B. die Bristlecone-Kiefer, die in Nordamerika wächst und 4000 Jahre alt werden kann. In Europa ist die Eichenchronologie bis vor 7938 Jahre vor Christus lückenlos (Becker et al. 1991). Eine kombinierte Kiefer-Eichenchronologie geht sogar bis 9494 v.Chr zurück (Becker 1993). Auch die Fehler sind erheblich geringer als hier angegeben. Sie liegen bei älteren Materialien bei +/-40, bei jungen sogar bei +/- 12 Jahre. Naja, und das die Bildungsrate von Radiokohlenstoff bzw. die kosmische Strahlung, die hierführ verantwortlich ist, immer konstant waren, wird heute von keinem mehr ernsthaft in Erwägung gezogen.

Und was bleibt? Natürlich der (leicht stümpehafte) Versuch, mittels eigener Berechnungen ein junges Erdalter zu belegen. Und dafür muss nun der Helium-Gehalt der Atmosphäre herhalten:

Helium aus dem Uranzerfall:

Bei der Umwandlung von Uranium oder Thorium in Blei werden Helium-Atomkerne (Alphateilchen) frei, welche Heliumgas an die Atmosphäre abgeben, und zwar etwa 300 000 Tonnen im Jahr. Nun enthält die Atmosphäre etwa 3,5 Milliarden Tonnen Helium. Selbst wenn wir annehmen, dass all dieses Helium durch Radioaktivität entstanden ist, dann kommen wir doch nur auf ein Alter der Atmosphäre von etwas mehr als 10 000 Jahren! Man kann diese Tatsache nicht einfach dadurch umgehen, dass man behauptet, das meiste Heliumgas hätte sich der Anziehungskraft der Erde entzogen und sei ins All entwichen. Dir Erdrotation ist derart, dass die Erde keine Luft in's Welltall verliert. Das Gegenteil ist der Fall: Es gibt Hinweise darauf, dass Helium nicht aus der Atmosphäre entweichen kann, sondern im Gegenteil fortwährend aus dem All in unsere Atmosphäre eindringt. Es scheint darum nur eine Schlussfolgerung möglich zu sein: unsere Atmosphäre ist sehr jung.

Zusammenfassung:
Da der radioaktive Zerfall von Uran zu Bleis *höchstens* 10000 Jahre zulässt, sind alle Resultate, die mehr als 10000 Jahre angeben, falsch.

Das gilt natürlich nur, wenn es keine Verluste von Helium in den Weltraum gibt. Was nun allerdings die Erdrotation mit dem Verlust von Gas in den Weltraum zu tun haben soll, ist etwas schleierhaft. Eigentlich nichts, aber vielleicht kann der Autor das mal etwas näher erläutern. Jedenfalls verhindert die Erdrotation keine Gasverluste in das Weltall.
Selbstversändlich verliert die Erde Gas an den Weltraum, hier vor allem die extrem leichten Gase wie Wasserstoff und Helium. Denn der Gasverlust durch Diffusion in den Weltraum hängt nicht von der Rotation, sondern von der Gravitation des betreffenden Planeten sowie vom mittleren Geschwindigkeitsquadrat der beteiligten Gasmoleküle ab. Insofern hast der Autor hier ein bemerkenswertes Eigentor geschossen. Denn in den betreffenden Höhen unserer Atmosphäre können die Gase Helium sowie Wasserstoff durchaus Fluchtgeschwindigkeit erreichen und sich in den Weltraum verflüchtigen. Nach Jastrow und Rasool (1965) ist die mittlere Entweichzeit von Helium deutlich niedriger als das Gesamtalter der Erde.

Garbage in, Garbage out. Ende der Geschichte und Ende der These.

Sieben kreationistische Argumente mal unter die Lupe genommen

http://www.hjp.ch/GEO/Geo1/005_Sansaro01.htm

Erstens: Es liegen zu viele verschiedenartige Schichten aus unterschiedlichen Materialien übereinander. Mit einer ewinzigen Schubrichtung kann nicht erklärt werden, wie diese verschiedenartigen Schichten übereinander zu liegen kamen.
Die Schichtung hat nichts mit einem Übereinanderschieben von Gesteinspaketen zu tun. Das behauptet auch kein Geologe. Somit handelt es sich bei diesem "Argument" um ein Scheinargument ohne Aussagekraft.
Wobei hier natürlich nicht unterschlagen werden soll, das es sogenannte Deckenüberschiebungen im Bereich der Alpen natürlich gibt. Hier werden große Gesteinspakete übereinandergeschoben, ähnlich den Sand- und Tonschichten aus dem Beispiel oben. Diese Phänomene lassen sich oft im Gelände hervorragend beobachten und stehen im krassen Widerspruch zu jeglicher kreationistischen Sicht.

Zweitens: Die Schichten haben verschiedene Dichte und verschiedene Härte. Einige sind weich, ander wiederum sehr hart. Ein länger dauernder Schub hätte diese Schichten zerbrochen und vermengt.
Wie oben bereits angeführt, hat die Schichtung nichts mit tektonischen Ursachen zu tun. Und bei Überschiebungen tritt genau dises Zerbrechen und Vermengen der unterschiedlichen Gesteinspakete auf. Inklusive eines intensiven Zermahlens der Gleitschichten.

Drittens:
Die Faltung ist derart komplex und gegeneinander gerichtet, dass dies eine einzige Schubrichtung ebenfalls ausschliesst.
Welcher Geologe geht denn bei der Alpenbildung von nur einer Schubrichtung aus? Wieder ein Argument, das sich nicht mit echten Theorien der Geologie beschäftigt. Kreationistisches Schattenboxen.

Viertens: Durch Extrapolieren der unterbrochenen zusammengehörenden Falten muss angenommen werden, dass die Alpen - bei intakter Faltung - vor der Erosion, ca. 4 km höher gewesen waren. Wo ist das Material dieser 4 km ?
Wieder kann festgestellt werden, das der Autor sich wenig mit Geologie beschäftigt hat. So sagen die verschwundenen Gesteinsmassen nichts über die Höhe der damaligen Alpen aus. Allerdings waren wohl mehrere Kilometer Gesteine über den heute an der Oberfläche befindlichen. Das (oben bereits diskutiert) kann nicht nur aus einer Extrapolation der Faltenhöhen, sondern auch aus sogenannten Geobarometern geschlossen werden. Viel wahrscheinlicher als 4 Kilometer höhere Alpen ist allerdings, das sich die heutigen Oberflächengesteine um 4 Kilometer tiefer in der Erdkruste befanden. Und was das verschwundene Material anbelangt, so sind die Alpen von mächtigen Schuttgebieten (Flysch und Molasse etc) umgeben, die sich aus dem Abtragungsmaterial des Gebirges aufbauen.

Fünftens: Durch Erosion unterbrochene Schichten können nicht mehr geschoben werden. Die Lücken der Unterbrüche sind aber derart gross, dass die unterbrochenen Schichten aus einer anderen Kraft als der von den Geologen propagierten Tektonik entstanden sein müssen.
Schichten entstehen nicht durch tektonische Vorgänge. Damit stirbt auch dieses "Argument". Hinzu kommt, das die Faltung und Überschiebung vor der Freilegung durch Erosion geschah.

Siebtens: Tessin hat tiefe Seen, das Mittelland (Molassebecken) weite Lehm- und Sandgebiete. Beides Landschaften dürften, wegen der 4 - 8 km dicken, fehlenden Gesteinsschichten, gar nicht existieren.
Seltsame Behauptung. Die Sand und Lehmgebiete stellen Abtragungsmaterial des Gebirges dar. Und die Seen sind geologisch sehr junge Erscheinungen.

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© 2002 Gunnar Ries
last update: 16.10.2003