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Konstruierte Probleme mit Dinosauriern

Eine Diskussion der Seite
Das Problem mit den Sauriern von Gernot Geise

An dieser Stelle möchte ich einige angebliche Probleme mit Dinosauriern diskutieren, die auf der oben angegebenen Seite zu finden sind. Dabei handelt es sich zumeist um konstruktierte Probleme, wo eigentlich überhaupt keine Probleme sind. vielmehr wird beim genauen Hinsehen deutlich, das Geise von Geologie im Allgemeinen und Sauriern im Speziellen eigentlich keine Ahnung hat. Was natürlich nicht vom Schreiben eines Artikels abhält.

Das zeigt sich schon dort, wo angeblich Fakten präsentiert werden:

Mindestens 200 Millionen Jahre hatten die Saurier auf unserer Erde dominiert. So lange hatte weder vorher noch nachher irgendeine Gattung überlebt, ohne auszusterben oder sich anzupassen und weiterzuentwickeln. Die einzige, bisher bekannte Ausnahme ist der Quastenflosser (2).
Das Bild, das uns hier suggeriert werden soll, nämlich das Dinosaurier eine Gattung seien, die sich über die Zeit ihrer Existenz nicht weiterentwickelt hätte. Ähnlich den heutigen sogenannten Lebenden Fossilien wie eben dem erwähnten Quastenflosser. Nur das die Dinosaurier eben keine Gattung darstellen. Der Begriff Dinosaurier stammt von Richard Owen 1842 für eine damals neuentdeckte Ordnung der Reptilien. Und natürlich haben sich die Saurier im Laufe der Existenz ihrer Ordnung auf der Erde weiterentwickelt, wie unschwer aus jedem Buch über diese Tiere zu entnehmen ist. Keine der Saurierspezies der Trias fand sich in der Jura oder der Kreidezeit wieder. Ebenso haben sich die Saurier der Kreidezeit wie Tyrannnosaurus rex und Triceratops auch erst gegen Ende der Kreidezeit entwickelt. Und genausowenig ist der Quastenflosser ein Gegenbeweis zur Widerlegung der Evolutionstheorie. Einen Zwang zum Weiterentwickeln gibt es nicht. Lebewesen passen sich ihrer Umwelt an. Wenn das geschehen ist und sich ihre jeweilige Nische nicht wesentlich ändert, dann ändern sich auch die Lebewesen nicht.

Und das die Dinosaurier möglicherweise mehr den heutigen Vögeln (die ja nach einer sehr gut belegten Theorie von kleinen Raubsauriern abstammen sollen) glichen als den heutigen kaltblütigen Eidechsen, ist so weltbewegend auch wieder nicht. Sie war es auch nicht zum Zeitpunkt, als der Artikel von Geise erstmals veröffentlicht wurde, wie ja der bekannte Film "Jurassic Park" deutlich macht.

Auch sonst geht einiges durcheinander:

Mit den Sauriern endete eine Evolutionslinie schlagartig, genauso wie einige Millionen Jahre früher die Ediacara-Fauna.
Zwar sind die Dinosaurier tasächlich vor 65 Millionen Jahren ausgestorben. Aber sie haben uns nach der Ansicht vieler Paläontologen durchaus etwas hinterlassen. So sollen sich nämlich die Vögel aus kleinen Raubsauriern entwickelt haben. Und natürlich war die Ediacara-Fauna nicht einige, sonder rund 500 Millionen Jahre vor den Dinosauriern untergegangen.

Vor rund 64 Millionen Jahren, zum Ende der Kreidezeit und am Anfang des Tertiärs, starben die Saurier aus (4). Genauso schlagartig, wie ausgesät, tauchten überall auf den Kontinenten die Laubbäume und anderen Pflanzenarten auf. Das urplötzliche Vorhandensein perfekt ausgebildeter, neuer Lebensformen, ohne jede Vorentwicklung, ist den Wissenschaftlern bis heute völlig unerklärlich.
Auch wenn die Saurier am Ende der Kreide relativ plötzlich ausstarben. Sie waren dabei nicht alleine. Das Massensterben am Ende der Kreidezeit beendete unter anderem auch die Entwicklung der Ammoniten, Belemniten (mit einer Ausnahme) und zahlreicher anderer Lebensformen. Und die hier als "Laubbäume" bezeichneten Pflanzen sollen wohl die Bedecktsamer darstellen. Diese hatten sich aber bereits in der Kreidezeit entwickelt. Teilweise erinnerten viele ihrer Laubblätter schon an heute bekannte Vertreter ihrer Familien, z.B. Magnolia. Auch die Säugetiere tauchten nicht aus dem nichts auf. Ihre Entwicklung fand ebenfalls bereits vor der Kreite-Tertiär-Grenze statt. Es fand also kein "urplötzliches Vorhandensein perfekt ausgebildeter, neuer Lebensformen" statt. Die Vorentwicklung ist bekannt und daher ist auch kein Wissenschaftler wirklich verwundert.

Noch vor 175 Millionen Jahren war die Erdoberfläche nur mit Nadelholzwäldern bedeckt, in denen sich Riesengürteltiere sowie Land- und Flugsaurier tummelten. Die ersten Urvögel flatterten zwischen diesen Bäumen.
Ja und? Immerhin liegen zwischen diesem Zeitpunkt und dem Ende der Kreidezeit gut 110 Millionen Jahre. Und auch die Entwicklung der Laubbäume.

35 Millionen Jahre später habe man im Wasser Schwämme, Muscheln und Ammoniten entstehen sehen können. Die Sümpfe und Wälder wurden zu dieser Zeit von Beuteltieren, Sauriern und den ersten Singvögeln bevölkert.
Schwämme, Muscheln und Ammioniten haben auch vor 175 Millionen Jahren die Meere bevölkert. Hier ist also nichts neues entstanden. Vor 175 Millionen Jahren befanden wir uns mitten in der Jurazeit. 35 Millionen Jahre später an ihrem Ende. Während des Jura haben sich die Säugetiere entwickelt. Auch die heute dominierenden Plazentalier. Das mit den Singvögeln ist sicher nur ein Scherz. Jedenfalls sind damit wohl kaum die heutigen Singvögel gemeint, denn die Ordnung der Vögel allgemein begann ihren entwicklungsgeschichtlichen Weg in der Jurazeit.

Vor 60 Millionen Jahren entstanden die ersten Säugetiere und auf dem Festland bestand inzwischen der sogenannte Braunkohlewald.
Das ist Quatsch. Die ersten Säugetiere entwickelten sich bereits im Jura, wie Fossilfunde zeigen. Bereits vor dem Ende der Kreidezeit hatten sich die meisten Ordnungen der Säugetiere herausgebildet.

Zurück zu den Sauriern. Obwohl diese Tiere über einen unvorstellbar langen Zeitraum von 140 Millionen Jahre imstande waren, sich den unterschiedlichsten, wechselnden Lebensbedingungen anzupassen, starben sie vor etwa 64 Millionen Jahren ganz plötzlich, innerhalb nur weniger Jahre, aus. Wie man anhand von Fossilien feststellen konnte, starben einige von ihnen sogar innerhalb von Stunden. Das belegen Funde von Sauriern, die zum Teil noch das Maul voller Nahrung und nicht mehr die Zeit hatten, es hinunterzuschlucken, bevor der Tod eintrat.
Zurück auch zu den Märchen. Zwar wird heute angenommen, das die Saurier in einem relativ kurzen Zeitraum ausstarben, möglicherweise sogar sehr plötzlich, z.B. durch den Einschlag eines Meteroiten. Man hat aber meines Wissens nach keine Saurierskelette mit Futterpflanzen im Maul gefunden. Da ja auch kein überprüfbarer Beleg für einen derartigen Fund angegeben wird, können wir es getrost zu den Märchen zählen. Ein solcher Fund wäre wirklich spektakulär und nur schwer geheimzuhalten.

Die Theorien, die von Geise als Ursache für das Aussterben der Saurier angegeben werden, wurden vielfach in früherer Zeit diskutiert. Die Meisten von ihnen haben allerdings nur noch historischen Wert. Dafür geht man mittlerweile davon aus, das Katastrophen wie Meteoriteneinschläge und Vulkanausbrüche für das Massensterben am Ende der Kreisdezeit verantwortlich waren. Namentlich sind das ein Asteroid von rund 10 km Durchmesser, der im Gebiet der heutigen Halbinsel Yukatan einschlug und parallel dazu (aber wohl ursächlich nicht verknüpft) gewaltige Vulkanausbrüche im Bereich des heutigen Indien. Das hier längst noch nicht alle Geheimnisse gelüftet sind, ist sicher. Dennoch verdichten sich die Hinweise für eben dieses Katastrophenszenario. Dafür braucht es auch keine langfristige Klimaänderung, die sich im Sedimentrekord niederschlagen würde. Eine Unterbrechung der Nahrungskette reicht völlig aus. Daneben lassen sich in Sedimenten direkt über der berühmten Iridiumschicht auch grössere Mengen an Kohlenstoffen finden, die auf ausgedehnte Brände als Folgen des Impaktes deuten könnten.

Auf jedenfall zählen einige Dinge nicht zu den Problemen mit der Impakt/Vulkantheorie:

Die Impakt-Theorie - mag sie zutreffen oder nicht - wäre zwar die logischste und schlüssigste Erklärung. Sie lässt aber völlig außer acht - siehe oben - das selektive Aussterben einer ganzen Gattung, während die Säugetier-Arten fast alle überlebten. Zumindest große Säugetiere, wie die Stammarten der Elefanten, Nilpferde oder Nashörner hätten mit aussterben müssen. Warum sind hier die Meeres-Saurier oder die Ammoniten ausgestorben, die mächtigen Säuger-Wale jedoch nicht? Eine Tierart, die in der entwicklungsgeschichtlichen "wilden'' Frühzeit der Erde 140 Millionen Jahre überleben konnte, musste zwangsläufig mehrfach während dieser Zeit auch größere Impakte erlebt und überlebt haben! Und woher kommen so plötzlich die Laubbäume? Wie wir alle wissen, sind tiefe Temperaturen nicht gerade optimal geeignet, den Wuchs von Laubbäumen zu stimulieren.
Sicher haben die Vorläufer der Nilpferde, Elefanten und auch des Menschen die Katastrophe überlebt, snst könnten wir deren Nachfahren ja nicht sehen. Aber sie zählten mit sehr grosser Sicherheit nicht zu den großen Tieren der damaligen Zeit. Die Vertreter der Säugertiere waren damals nicht sonderlich gross. das Grössenwachstum stzte erst nach Beginn des Tertiärs ein. Und einer der Gründe, warum die Wale im gegensatz zu den Meeres-Sauriern überlebt habenkönnte darin liegen, das es damal schlicht noch keine Wale gab. Die Wale haben sich nämlich erst erhebliche Zeit nach dem Aussterben der Saurier entwickelt. Und sie teilten auch nicht den Lebensraum der Meeres-Saurier, sondern liefen als kleine Paarhufer auf dem Land herum. Ebensowenig stellen die Saurier eine Tierart dar, sie sind eine Ordnung, der sehr viele Arten angehörten. Und an Impaktkatatsrophen kann man sich auch nicht anpassen. So kurzzeitige Ereignisse lassen überhaupt keine Zeit für Anpassungen. Es ging schlich um Glück oder Unglück. Die Sache mit den Laubbäumen wurde bereits oben angesprochen. Sie tauchten nicht plötzlich nach der katatsrophe auf, sondern entwickelten sich bereits zu Lebzeiten der Saurier.

Dass sich die Wissenschaft schwer tut mit ihren Datierungen, ist inzwischen nichts Neues mehr. Denn - es gibt keine "einwandfreien" Datierungsmöglichkeiten. Alle haben ihre Fehler und Schwächen, so dass oft genug nur geschätzt wird, wann etwas stattfand. So ist man sich auch dahingehend einig, dass die Datierungsmethoden in die Vergangenheit zwar tausende von Jahren daneben liegen, doch sagt man sich, dass Hunderttausend Jahre plus/minus bei Millionen Jahren nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.
Langsam sehen wir die Marschroute. Aber wenn man genau hinsieht, wird auch nicht wirklich weltbewegendes ausgesagt. Natürlich haben Datierungsmethoden Schwächen. Wie alle Messmethoden auch. Und auch Fehler finden sich bei vielen Messmethoden. Bei den datierungen liegen sie unter anderem daran, das es technische Grenzen für die Genauigkeit gibt, mit der sie ausgeführt werden können. So lassen sich Element und Isotopenmengen nicht beliebig genau bestimmen.
Auf jedenfall sind die Datierungsmethoden genau genug, um eindeutig den Fantasien zu widersprechen, Menschen und Saurier hätten zusammen gelebt. Auch wenn immer gerne angebliche Belege dafür präsentiert werden, so steht ein Beweis dafür noch immer aus. So auch hier, denn ob die abgebildeten Tiere Saurier sind, kann durchaus bezweifelt werden.

Weiterhin heißt es, die Vögel seien Nachkommen der Saurier. Diese Definition klingt jedoch recht hilflos. Denn erstens gab es zu Lebzeiten der Saurier durchaus schon Vögel als eigenständige Art (11), und zweitens hätte die Natur keine Flugsaurier entwickeln müssen, wenn sie Vögel entwickeln wollte. Nein, die Vögel sind eine völlig eigene Entwicklung. Dass die Saurier Eier legten, macht sie noch lange nicht zu Vorläufern der Vögel. Genauso könnte man sonst argumentieren, die Menschen wären Pflanzen, weil sie eine Darmflora besitzen...
Das hier ist nun allerdings schon recht schmerzhaft. Denn ersten hat die Natur keinen Willen, etwas zu entwickeln. Evolution ist nicht zielgerichtet. Und die Theorie, das Vögel von den Dinosauriern abstammen, beruht nicht auf dem Eierlegen, sondern auf anatomischen Vergleichen. So hat doch eines der Archaeopterix-Skelette jahrzentelang als kleiner Raubsaurier in einer Schublade gelegen, bevor Reste von Federn an dem Fossil erkannt wurden. Es ist also auch keine Definition der Vögel als Dinosauriernachkomme, sondern durch Fakten belegte Theorie. Die Argumentationsweise von Herrn Geise hier entlarvt ihn selber nur als ignoranten Pseudowissenschaftler, der nicht in der Lage war, sich über das Thema zu informieren. Nur weil er sich das nicht vorstellen kann, darf es auch nicht so sein.

Was bleibt, ist ein großes Fragezeichen und ein großer Freiraum für (unbewiesene und unbeweisbare) Spekulationen
Allerdings nur, wenn man Fakten so konsequent ignoriert wie Herr Geise.

Und auch seine These von der gezielten Ausrottung der Saurier durch irgendwelche "Kolonisten" ist nichts als ein Hirngespinst, für das es weder Belege noch sonst irgendwas gibt.

© 2002 Gunnar Ries