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Werkzeugsatz

Zum Erkennen von Pseudowissenschaft und wissenschaftlichem Unsinn

(mehr oder weniger frei nach Carl Sagan´s balony detection kit)

  1. Wenn möglich, Bestätigung der Fakten durch eine unabhängige Quelle suchen.

  2. Es sollte eine Debatte möglich sein, bei der die Vertreter aller Richtungen ausgiebig zu Wort kommen.

  3. Argumente mit Hilfe von "Autoritäten“ besitzen keinen Wert, denn in der Wissenschaft gibt es keine Autoritäten.

  4. Entwickle mehrere Hypothesen und folge nicht der erstbesten Idee, um eine Sache zu erklären.

  5. "Verliebe“ Dich nicht in eine Deiner Hypothesen.

  6. Teste die Vorhersagen Deiner Hypothesen, wann immer das möglich ist. Quantifiziere die Vorhersagen wenn möglich.

  7. In einer Argumentationskette muss jedes Glied der Kette in Ordnung sein. Denn jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

  8. Occam´s Messer: Wenn zwei Hypothesen einen Sachverhalt gleich gut erklären, wähle die einfachere, bei der weniger Vorraussetzungen anzunehmen sind. Sie ist die Wahrscheinlichere.
    1. Sind Kontrollexperimente durchgeführt worden? Besonders Doppelblindversuche, bei denen die durchführende Person nichts von dem Test oder der Hypothese wusste.
    2. Schaue nach irritierenden Faktoren und trenne die Testvariablen.

  9. Ist eine Hypothese überprüft worden? Ist sie durch irgendeinen Test widerlegbar? Jede Hypothese sollte zumindest prinzipiell widerlegbar sein. Wird sie durch Tests bestätigt; können unabhängige Tester die Ergebnisse bestätigen?

  10. Lasse Dich nicht durch logische und rhetorische Tricks verwirren
    1. Ad hominem – persönliche Angriffe gegen den Diskussionspartner, nicht gegen seine Argumente.
    2. Argumente, bei denen sich auf eine Autorität berufen wird.
    3. Überzeugung durch nachteilige Konsequenzen einer „falschen“ Entscheidung, durch die Druck auf Dich ausgeübt werden soll.
    4. Die Abwesenheit von Belegen ist kein Beleg für ein Nichtvorhandensein.
    5. Verweise auf etwas wie Gottes Wille oder dergleichen.
    6. Rhetorische Fragen, die eine bestimmte Antwort beinhalten.
    7. Selektive Beobachtung. Treffer zählen und Nieten vergessen.
    8. Bei Statistiken: War die Probenmenge groß genug, um die Aussagen zu treffen?
    9. Irrtümer über Statistik. Ist es wirklich alarmierend, wenn die Hälfte der Amerikaner einen IQ unter dem Durchschnitt hat, wie Präsident Eisenhower fand?

    10. Widersprüche. Militärische Ausgaben gehen von worst case Szenarien aus, aber wissenschaftliche Warnungen vor Gefahren werden ignoriert, weil sie „nicht bewiesen“ sind.
    11. Non sequitur – „daraus folgt nicht“.
    12. Post hoc, ergo propter hoc. „Es folgt, also ist es verursacht durch“. Verwechslung von Ursache und Wirkung.
    13. Sinnlose Fragen: Was passiert, wenn eine unwiderstehliche Kraft auf ein unbewegliches Objekt wirkt?
    14. Die vergessene Mitte: Werden aus einer Reihe von Möglichkeiten nur die Extrempositionen gesehen, um die Gegenseite älter aussehen zu lassen?
    15. Kurzfristige gegen langfristige Wirkung: Warum Grundlagenforschung betreiben, wenn wir ein so großes Haushaltsdefizit haben?
    16. Argument mit dem "Dammbruch“: „ wenn man ihnen einen Finger gibt, nehmen sie den ganzen Arm“.
    17. Verwechslung von Korrelation mit Ursache. „Die Storchenpopulation in Deutschland nimmt parallel zur Geburtenrate ab.“
    18. Das Strohmännchen. Karikaturen oder Stereotype über die Gegenseite, um sie leichter angreifbar zu machen.
    19. Angebliche Unterdrückung der Wahrheit
    20. Euphemismen. Benutzung neuer und positiver Worte, um etwas Negatives zu beschreiben. Von „Polizeiaktion“ reden, anstatt von Krieg.