Die Hauptinsel ist rund 400 Kilometer lang und 40 Kilometer breit. Das Klima
ist subtropisch, heftige Regenfälle treten vor allem im Sommer (Januar bis
März) auf.
Mit gut 7000km
2
machen mehr oder weniger serpentinisierte ultramafische Gesteine 1/3 der
gesamten Hauptinsel aus (Abb. 1.2). Meist sind es Olivin-reiche Harzburgite und Dunite,
untergeordnet auch Lherzolithe, Wherlite etc. Diese Ultramafite wurden im
Oligozän auf mesozoische Grauwacken, Schiefer und Sandsteine sowie Basalte
des Eozän in Richtung Südwest überschoben.
Von den ultramafischen Massiven ist das südliche Massiv mit gut 5500 km2 das größte. Kleinere Massive finden sich entlang der Westküste vom Norden bis hin zu dem südlichen Massiv.
In den ultramafischen Gesteinen war Olivin mit 0,3% Ni der Hauptnickelträger, gefolgt von
Orthopyroxen mit 0,06%.
So hat ein durchschnittlicher Harzburgit aus der Region um Poro Olivine und
Orthopyroxene mit der folgenden Zusammensetzung:
Olivin: Mg
1,82
-Fe
0,8
-Ni
0,
007
(SiO)
4
Orthopyroxen: Mg
0,9
-
Fe
0,09
-Ni
0,002
(SiO)
3
Im Jahr 1865 fand der französischer Bergbauingenieur Jules Garnier ein
grünes, nickelhaltige Magnesiumsilikat, welches später nach ihm
benannt werden sollte. Bereits im Jahr 1875 begann der Abbau. Damals betrug der
Nickelgehalt des Erzes noch bis zu 10%. Knapp 100 Jahre später, im Jahr
1974 wurden 7 Millionen Tonnen Erz abgebaut, die rund 2.63% Nickel enthielten.
Dieser Abbau entspricht 20 Millionen Tonnen bewegten Gesteins.
Heute ist der größte Nickelproduzent, die Societe Metallurgique le Nickel (SLN) in 4 Gebieten tätig: Thio, Kouaoua und Poro an der östlichen Küste sowie Nepui an der Westküste (Abb. 1.2.). Das gewonnene Erz wird nach Noumea verschifft, um in der Hütte von Doniambo verhüttet zu werden.
Da die bauwürdigen Erzvorkommen niergends sehr tief unter der Oberfläche liegen, gleichten die Berbauregionen mehr dem terrassenförmigen Reisanbau in bergigen Gegenden als tiefen Tagebauen wie sie aus den Porphyry-Lagerstätten bekannt sind (siehe Foto2).
2 Entstehung der Nickellagerstätte
Um aus einem Gestein, in dem Nickel nur in Spuren vorkommt, eine
abbauwürdige Lagerstätte zu machen, muß es zu einer
Anreicherung kommen. Hier kommt die tropische Verwitterung ins Spiel.
Die Verwitterung geht von Spalten im Gestein aus, wobei das frische Gestein
langsam durch verwittertes Material verdrängt wird. Ultramafische Gesteine
sind besonders anfällig für tropische Verwitterung. Olivin ist unter
den Bedingungen der Erdoberfläche äußerst instabil und wird
leicht aufgelöst. Wenn ein Mineral im Vergleich zu einem anderen unter den
gegebenen Bedingungen instabil ist, dann wird leicht das erste Mineral durch
das Zweite ausgetauscht. Da Olivin auch das Mineral ist, welches in den
Ultramafiten den höchsten Gehalt an Nickel hat, geht mit seinem Zerfall
nicht nur Magnesium, sondern auch Nickel in Lösung. Dafür gibt es
mehrere Wege:
1) Olivin kann durch Smektit und Goethit ersetzt werden.
| 4Mg 2 SiO 4 + 10H + | ----> | Mg 3 Si 4 O 10 (OH) 2 | + | 5Mg ++ + 4H 2 O |
| Forsterit | Saponit |
| 4O 2 + 4Fe 2 SiO 4 + 8H + | --> | Fe 2 Si 4 O 10 (OH) 2 | + | 6FeO(OH) |
| Fayalit | Nontronit | Goethit |
| 4Ni 2 SiO 4 + 10H + | --> | Ni 3 Si 4 O10(OH) 2 | + | 5Ni ++ + 4H 2 O |
| Ni-Olivin | Pimelit |
Abb. 2.1
zeigt uns, daß unter den normalerweise während der Verwitterung
herrschenden Bedingungen die Talke diejenigen Magnesiumsilikate mit der
geringsten Löslichkeit sind. Unter mehr sauren Bedingungen kann auch Quarz
ausgefällt werden.
Ein weiterer Weg, Nickelsilikate zu erhalten läuft über
Austauschreaktionen. Insbesondere bei Mineralen mit variabler chemischer
Zusammensetzung, wie sie bei Serpentinen, Smectiten und anderen in den
Lateriten vorkommenden Silikaten typisch ist. Dabei ist die hier interessante
Reaktion der Austausch von Nickel gegen Magnesium, wobei im Bodenwasser
gelöste Nickelionen Magnesium in den Serpentinen verdrängen.
| Mg 3 Si 2 O 5 (OH) 4 + 3Ni ++ (aq) | <-> | Ni 3 Si 2 O 5 (OH) 4 + 3Mg ++ (aq) |
In Neu Kaledonien wird nur das saprolitische Material abgebaut, denn hier
finden sich die Nickelsilikate mit Nickelgehalten von 1,3 bis 2,5 %. In der
Limonit-Zone unterhalb der Eisenkruste kann der Goethit aber ebenfalls bis zu
1,5 % Ni enthalten, die Eisenkruste ist hingegen an Nickel verarmt.
Die Abfolge kann in manchen Lagerstätten unvollständig sein, so ist
in der Lagerstätte Morro do Niquel in Brasilien die lateritische Zone der
Erosion zum Opfer gefallen.
Wie durch die vorangegangenen Betrachtungen zu erwarten, ändert sich auch
der Chemismus von Horizont zu Horizont, wie
(Abb. 2.2) deutlich zeigt.
So unterscheidet sich z.B. die chemische Zusammensetzung in der Zone der
Ni-Silikate nicht wesentlich von der des Ausgangsgesteins, wenn man von der
deutlichen Anreicherung von Nickel einmal absieht. Nickel ist in dieser Zone
auf bis zu 3 % angereichert.
Drastische Änderungen im Chemismus erfolgen dagegen an der Grenze zur
Limonit-Zone. Hier steigt der Ni-Gehalt nochmals kurz an, um dann gegen die
Oberfläche wieder abzunehmen, wobei er aber gegenüber dem Ni-Gehalt
des Ausgangsgesteins immer noch leicht angereichert ist.. Genauso sinkt der
Gehalt an SiO
2
und MgO stark ab und erreicht minimale Werte. Al
2
O
2
und Fe
2
O
3
erreichen in der Limonit-Zone dagegen Höchstwerte.
Der Nickelgehalt der Limonit-Zone beruht auf einer Rückstandsanreicherung,
dagegen ist derjenige der Saprolit-Zone durch die nickelhaltige
Bodenlösung aus der Limonit-Zone dorthin transportiert worden.
Deutlich wird dies bei der Betrachtung der Verhältnisse von Fe, Al, Cr und
Ni (
Abb. 2.3
). In jedem Anreicherungsprozess zeigen diejenigen Elemente, die nicht
abgeführt werden, stets gleiche (oder ähnliche)
Elementverhältnisse. Dies trifft mehr oder weniger auf die
Verhältnisse von Fe, Al und Cr zu, Aufgrund der geringen Löslichkeit
der dazugehörigen Minerale wie Eisen- und Aluminiumhydroxide und Chromite.
Die Verhältnisse von Al/Fe und Cr/Fe zeigen uns also deutlich, daß
diese Elemente residual konzentriert wurden.
Dagegen weicht das Verhältnis von Ni/Fe im Profil stärker ab. Es
reicht von 0,04 im Ausgangsgestein hin zu 0,25 im felsigen Erz, um darauf
wieder auf 0,01 im roten Limonit zu fallen.






Golightly, J.P. (1979): Nickeliferous Laterites: A general description. International Laterite Symposium, pp. 3-23.
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© 1998 Gunnar Ries No copying and commercial use of the pictures without my permission!
Der Aufsatz ist erschienen: Lateritische Nickellagerstaetten in Neu Kaledonien. Aufschluss 52, Maerz/April, p. 79-83, Heidelberg 2001