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Stirner Zitate
Die Täuschung mit der Freiheit
«Politische Freiheit», was soll man sich darunter denken? Etwa die Freiheit des Einzelnen vom Staate und seinen Gesetzen? Nein, im Gegenteil die Gebundenheit des Einzelnen im Staate und an die Staatsgesetze. Warum aber «Freiheit»?
(DER EINZIGE UND SEIN EIGENTUM, Reclam, Stuttgart 1972, S.116)
Das Bürgertum benimmt sich durch und durch liberal. Jeder persönliche Eingriff in die Sphäre des Anderen empört den bürgerlichen Sinn: sieht der Bürger, dass man von der Laune, dem Belieben, dem Willen eines Menschen als Einzelnen ...abhängig ist, gleich kehrt er seinen Liberalismus heraus und schreit über «Willkür». «Mir hat niemand etwas zu befehlen!» Befehl hat den Sinn, dass das, was ich soll, der Wille eines andern Menschen ist, wogegen Gesetz nicht eine persönliche Gewalt des Andern ausdrückt...
(DER EINZIGE UND SEIN EIGENTUM, Reclam, Stuttgart 1972, S.118)
Sklaverei durch die Arbeit Wie ist's aber mit dem, der nichts zu verlieren hat, wie mit dem Proletarier? Da er nichts zu verlieren hat, braucht er für sein «Nichts» den Staatsschutz nicht. Darum wird der Nichtbesitzende den Staat als Schutzmacht des Besitzenden ansehen, die diesen privilegiert, ihn dagegen nur - aussaugt. Der Staat ist ein - Bürgerstaat, ist der Status des Bürgertums. Er schützt den Menschen nicht nach seiner Arbeit, sondern nach seiner Folgsamkeit («Loyalität»), nämlich danach, ob er die vom Staat anvertrauten Rechte dem Willen, d.h. Gesetzen des Staates gemäss geniesst und verwaltet. Unter dem Regime des Bürgertums fallen die Arbeitenden stets den Besitzenden, d.h....den Kapitalisten in die Hände. «Die Arbeit wird schlecht bezahlt!» Den grössten Gewinn hat der Kapitalist davon. - Gut und mehr als gut werden nur die Arbeiten derjenigen bezahlt, welche den Glanz und die Herrschaft des Staates erhöhen, die Arbeiten hoher Staatsdiener.
(DER EINZIGE UND SEIN EIGENTUM, Reclam S.125/126)
Die Arbeiter haben die ungeheuerste Macht in Händen, und wenn sie ihrer einmal recht inne würden und sie gebrauchten, so widerstände ihnen nichts: sie dürften nur die Arbeit einstellen und das Gearbeitete als das Ihrige ansehen und
geniessen. Dies ist der Sinn der hie und da auftauchenden Arbeiterunruhen. Der Staat beruht auf der - Sklaverei der Arbeit. Wird die Arbeit frei, so ist der Staat verloren.
(DER EINZIGE UND SEIN EIGENTUM, Reclam, S.127)
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